Azubis im Porträt Kettenkamp: Gärtner gestalten Landschaft

Von Cristina Schwietert

Landschaftsgärtner bei der Arbeit: Dennis Adler und Johann Pohl (von links). Foto: Cristina SchwietertLandschaftsgärtner bei der Arbeit: Dennis Adler und Johann Pohl (von links). Foto: Cristina Schwietert

Kettenkamp. Einst waren sie Lieblinge des Adels mit seinen Gärten und Parks und nannten sich Kunstgärtner, Hofgärtner oder gar Lustgärtner. Heute ist die Berufsbezeichnung weniger pompös. Aber nach wie vor gestalten die Gärtner Landschaft, und sei es nur in Form eines kleinen Hausgartens.

Landschaftgärtner modellieren das Gelände, legen Teiche darin an, bepflanzen es, pflastern Wege, Treppen und Terrassen, setzen Mauern und ziehen Zäune. „In unserem Beruf wird es nie langweilig, die Einsatzgebiete sind ganz vielseitig“, schwärmt einer, der es wissen muss: Johann Pohl aus Bersenbrück, 21 Jahre alt, Azubi bei Schlüwe Garten- und Landschaftsbau im dritten Lehrjahr.

Pohl steckt mitten in der Gesellenprüfung zum Gärtner der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau. „Den schriftlichen Teil habe ich hinter mir“, sagt er und verdreht die Augen. „Das Schlimmste daran sind die botanischen Namen der Pflanzen, die ich dafür auswendig lernen musste.“ Dem praktischen Teil der Abschlussprüfung sieht er gelassen entgegen. „Da bekommen wir eine Aufgabe und müssen in maximal fünf Stunden unser eigenes Gewerk bauen, wie es in der Fachsprache heißt.“ Da kann der angehende Geselle zeigen, was er kann: Treppen anlegen, pflastern, Pflanzen setzen, einen Teich anlegen.

Auf den Geschmack gekommen ist er im Gartenbaubetrieb eines Bekannten. „Da habe ich in den Ferien öfter geholfen, und das gärtnerische Gestalten von Flächen hat mir gut gefallen.“ Johanns Traumgarten wäre ein japanischer: „Der ist beruhigend und geordnet. Ihm gefällt, dass er abends sehen kann, was er geschafft hat. „Ich konnte schon in der Schule nicht so gut sitzen und mit dem Kopf arbeiten, ich muss was mit meinen Händen schaffen.“

Traumgarten

Unterschätzt hat Johann allerdings die körperliche Belastung. „Eineinhalb Jahre hat es gedauert, bis ich beim Arbeiten keine Schmerzen mehr hatte und die Muskulatur stark genug war. Aber es nützt ja nix, da muss man durch“, sagt der durchtrainierte junge Mann grinsend.

Dennis Adler lernt ebenfalls bei Schlüwe Garten- und Landschaftsbau. 19 ist der Menslager und im zweiten Lehrjahr. Über den großen heimischen Garten entdeckte er seine gärtnerische Ader. Ein Onkel, seit 20 Jahren bei Schlüwes, nahm den Jungen mal mit. „Zweimal habe ich ein längeres Praktikum im Betrieb gemacht und dann gedacht, warum eigentlich nicht.“ Auch ihm gefällt sein ganz eigenes Tagewerk. „Ich sehe, wie viele Meter Zaun ich gesetzt habe, das Stück Natursteinmauer ist fertig, und das olle Beet mit den ganzen Ahornschösslingen habe ich auch sauber gekriegt.“ Sein Traumgarten ist ländlich, groß, mit einer schönen Hecke drum herum, und einer Terrasse aus Natursteinen.

Chef Achim Schlüwe (36) ist Gärtnermeister. 2012 hat er den 1978 gegründeten Betrieb von seinem Vater übernommen, der 16 Angestellte hat, davon zwei Azubis. „Wer in unserem Betrieb eine Ausbildung zum Garten- und Landschaftsbauer machen möchte, sollte einen guten Hauptschulabschluss haben“, sagt er.

„Kommunikation und ordentliches Auftreten im Kundenkontakt setze ich voraus. Außerdem sollte der Bewerber ein ausgeprägtes räumliches Vorstellungsvermögen haben, körperlich belastbar und handwerklich geschickt sein. Ein mehrwöchiges gärtnerisches Praktikum, gerne bei uns, setze ich voraus, damit keine falschen Vorstellungen zum Arbeitsalltag entstehen.“


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