Integration und Kunst Ausstellung „Was man zum Leben braucht“ in Bersenbrück eröffnet

Von Margarete Hartbecke

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Bersenbrück. Nach mehrmonatiger Vorbereitungszeit ist am vergangenen Freitag in Bersenbrück die Ausstellung „Was man zum Leben braucht – Neubeginn in der Region Bersenbrück nach Krieg, Unfreiheit und Flucht“ eröffnet worden.

„Ich bin positiv überrascht, dass so viele Besucher zur Ausstellungseröffnung gekommen sind“, stellte Bernhard Mecklenfeld erleichtert fest. In der Tat standen die Gäste dicht gedrängt im großen Raum des ehemaligen Tüv-Gebäudes inmitten der vielen Kunstwerke, die in einer erlebnisreichen Woche entstanden sind. „Was man zum Leben braucht“ zeigen die Werke mal deutlich, mal indirekt. „Neubeginn in der Region Bersenbrück nach Krieg, Unfreiheit und Flucht“ – auch das sollen die Werke ausdrücken. Vor welchen Herausforderungen stehen und standen die Menschen, die nach dem Krieg als Vertriebene, in den 1980er-Jahren als Russlanddeutsche oder jetzt aus dem Nahen Osten und aus Afrika flüchtend hierherkommen?

18 Monate ist es her, als eine fünfköpfige Gruppe aus dem Arbeitskreis „Geschichte der Judenverfolgung in der Samtgemeinde Bersenbrück“ den Grundstein für das Projekt legte. Dass sich so viele Gruppen zur Mitarbeit begeistern ließen, erstaunte die fünf im Laufe dieser Zeit immer wieder. Künstler aus der Region sowie aus Frankreich und Polen arbeiteten mit Schulen und Pflegeheimen, Heimat- und Kulturvereinen und mit Frauen- und Flüchtlingstreffs zusammen und stellten bildlich dar, was als unerlässlich fürs Leben angesehen wird.

Der Landschaftsverband Osnabrücker Land kam als Kooperationspartner hinzu. Dann fand das Projekt auch überregionalen Zuspruch. „Was man zum Leben braucht“ gehört nun zum Verbundprojekt „Sehnsucht neue Heimat – Ankommen im Nordwesten“ der Emsländischen und der Ostfriesischen Landschaft sowie dem hiesigen Landschaftsverband; es soll die Integration von Flüchtlingen und Zugewanderten im ländlichen Raum fördern.

Die brillante Entwicklung des Projekts spiegelte sich in der Eröffnungsveranstaltung wider. Viele Beteiligte kamen, und viele Gastredner – darunter auch der ehemalige Europaparlamentspräsident Hans-Gert Pöttering als Schirmherr der Ausstellung – wiesen auf die Chancen von Integration im ländlichen Raum hin, was umgehend ins Polnische und Französische übersetzt wurde. Musikalische Begleitung durch eine Band des Bersenbrücker Gymnasiums sowie eine Performance unter freiem Himmel rundeten das Programm ab und bildeten einen würdigen Rahmen für eine bemerkenswerte Ausstellung.

Dass Integration und Neubeginn jedoch oft ein mühevoller Weg sind, machen die Kunstwerke sichtbar. Pastor Jürgen Kuhlmann, einer der fünf Initiatoren, berichtete, dass die übersetzte Sprache der ausländischen Künstler ins Leere lief, wenn die Schüler selbst noch nicht ausreichend Deutschkenntnisse besitzen.


Öffnungszeiten: Bis zum 11. Juni ist die Ausstellung in den Ausstellungsräumen, Am Tüv 3, zu sehen. Öffnungszeiten: donnerstags und freitags von 10 bis 17 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 19 Uhr. Weitere Öffnungszeiten sind zu erfragen per E-Mail: bernhard.mecklenfeld@osnanet.de oder jutta.stalfort@web.de.

Zeitzeugengespräche finden am Donnerstag, 18. Mai, mit dem Vertriebenen Anton Exner, am Donnerstag, 1. Juni, mit der Spätaussiedlerin Olga Langemann und am Donnerstag, 8. Juni, mit der Flüchtlingsfamilie Eshmawe jeweils von 18.30 bis 20 Uhr in der Marktschule Bersenbrück statt.

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