Ausfahrt zum Saisonauftakt Mehr als 800 Biker steuern die Kirche in Gehrde an

Von Bjoern Thienenkamp


Quakenbrück/Gehrde. Zur Demonstrationsfahrt mit anschließendem Gottesdienst in Gehrde versammelten sich am Sonntagnachmittag mehr als 800 Biker auf dem Gelände von Auto Böcker an der Hindenburgstraße in Quakenbrück. Nach knapp einer Stunde erreichte der Tross sein Ziel.

„Es könnte wärmer sein“, urteilt Olaf Moormann. Der 47-Jährige gehört zum MC Indians Berge und fährt mit seinem 50er-Shadow-Umbau mit. „Wir nehmen seit 1993 teil und haben auch schon als Streckenposten mitgeholfen“, sagt sein Kollege Axel Schillingmann, der mit seiner Yamaha R1 mitfährt. „Das Ding ist älter als ich“, urteilt derweil Jonas Junghans über seine R 90 S von 1974.

Start in Quakenbrück

Gerade noch eben eine Bratwurst gegessen, steigt Petra Böcker vom gleichnamigen Quakenbrücker Autohaus in das Führungsfahrzeug mit dem großen Schild auf dem Dach und zieht die Kolonne durch den Altkreis Bersenbrück. Quasi für ungebremstes Durchkommen sorgen Polizei und Feuerwehr. In Badbergen etwa ist es die örtliche Feuerwehr. „Wir sind mit rund 13 Leuten hier und haben vier Fahrzeuge für drei Standorte im Einsatz“, sagt Daniel Krause. Über Funk erfährt er, dass der Beginn der Karawane bereits in Groß Mimmelage ist, während sich das Ende noch in Klein Mimmelage befindet. Und schon prescht er zusammen mit seinem Kollegen Andreas Iding in dem Mannschaftswagen mit Blaulicht in die Kreuzung der Bundesstraße.

Pastorin begrüßt „Abbieger“

In Gehrde angekommen, bleiben viele bei Kaffee, Kuchen und Bratwurst. Nur ein kleinerer Teil besucht den Gottesdienst in der St.-Christophorus-Kirche. „An Tagen wie diesen“, erklingt es von der Empore, leider sind die Gitarre und die beiden Sänger nicht zu sehen. „Schön, dass Sie hierher abgebogen sind“, begrüßt Stefanie Lohmann ihre Gäste. „Zum dritten Mal feiern wir den ,Mogodi‘, er ist ein fester Bestandteil in der Jahresplanung“, schildert die Pastorin.

Predigt über Gott als Schutzschild

Ein Hauch von Mr. Mister liegt in der Kirchenluft, als deren Hit „Kyrie“ von 1985 erklingt. Bestens passend auch die Anekdote „Der Temposünder“, vorgetragen von Gabi Soth-Igelmann, über die nachdenklich machende Begegnung zwischen dem zu flotten Autofahrer Andy und dem „Christian aus der Kirche“, dieses Mal als Polizist. Über Gott als Schutzschild sinnierte Lohmann dann mit einem Verkehrszeichen. Die Kollekte ist für den Verein verwaister Eltern und Geschwister im Osnabrücker Nordland bestimmt.