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Aswad sorgt für Stimmung Reggae Jam in Bersenbrück: Schlacht der Giganten


Bersenbrück. Wer den echten Höhepunkt der Reggae Jam 2017 in Bersenbrück erleben will, braucht einen langen Atem: Bersenbrück rüstet sich zur „Battle Royale“ nach Mitternacht, zur Bühnenschlacht der Giganten King Jammy und David Rodigan.

Das Festival findet vom 28. bis 31. Juli statt. Und am Festivalsamstag, kündigt Macher Bernd Lagemann an, werden Rodigan und Jammy eine Stunde nach Mitternacht auf die Bühne gehen zum Gesangsduell, angefeuert von ihren Schlachtenbummlern. „Reggae Battle“ nennt sich diese Form von unterhaltsamen, improvisierten Konzert. Die Schlachten finden regelmäßig in Port Royale auf Jamaika statt und die Fans lieben sie.

Und solch einen Waffengang mit dem Mikrophon gab es noch nie, zumindest nicht in Europa, versichert Lagemann. Er bietet David Rodigan auf, spleeniger Britte, Moderator der BBC und in Großbritannien seit Jahrzehnten der bekannteste DJ für Reggaemusik schlechthin. Rodigan ist in Bersenbrück Stammgast, hat hier unteranderem einen vergnüglichen Dokumentarfilm über sein Leben vorgestellt.

King Jammy dagegen ist jemand, den man nicht so häufig auf Europas Bühnen antrifft. Doch in der Reggaeszene ist er eine Legende, gilt als einer der einflussreichsten Musikproduzenten Jamaikas seit Mitte der Achtzigerjahre.

Heißer Youngster

Für die Kategorie Ohrwurm seines dreitägigen Festivals mit über 40 Liveauftritten hat Lagemann Aswad angeworben. Aswad? Ein Klick auf Youtube und ihren Hit „Shine“, und sofort kommt der Aha-Effekt: Klar doch, hat man schon x-mal im Radio gehört und sofort wieder präsent.

Aswad ist eine britische Reggaeband, gegründet 1975 und besonders erfolgreich in Achtzigern und frühen Neunzigern. Altersbedingt ist die Band zusammengeschrumpft auf Gründer Drummie Zeb und Tony Gad, der seit 1976 dabei ist. Gute-Laune-Musik ist aber immer noch ihr Markenzeichen, wie Veröffentlichungen in den jüngsten Jahren zeigen.

Nach Chronixx präsentiert der Reggae Jam erneut einen aufgehenden Stern am jamaikanischen Reggaehimmel. Christopher Martin „ist das Heißeste, das die Insel derzeit zu bieten hat“, sagt Lagemann. Nicht nur dort ist er etabliert: Ein Jahr hat der Jungstar bereits mit Deutschlands führendem Reggaemusiker Gentlemann getourt.

Bob Marley Sohn Ky Many wird in Bersenbrück erwartet, Michael Rose ebenso, einst Sänger der Band Black Uhuru.

Mit einem Spezialauftritt möchte der Reggae Jam 2017 darauf aufmerksam machen, dass viele Musiker im Alter von Armut bedroht sind. Dazu soll auf der Bühne eine Geschichte erzählt werden, musikalisch. Vier Gruppen treten auf, singen ihre Sets für sich und auch gemeinsam, a capella.


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