23 Schulen im Wettbewerb 770 Schüler im Altkreis Bersenbrück lesen Platt

Von Franz Buitmann


Altkreis Bersenbrück. Die Plattdeutsche Sprache wird im Altkreis Bersenbrück von Ort zu Ort unterschiedlich gesprochen. Dies zeigte der Wettbewerb „Schüler lesen Platt“, an dem 23 Schulen teilnahmen.

Alle zwei Jahre richten die niedersächsischen Sparkassen mit ihrer Sparkassenstiftung den Wettbewerb landesweit aus. Für den Altkreis Bersenbrück organisieren ihn die Kreissparkasse Bersenbrück und der Kreisheimatbund Bersenbrück (KHBB). Nachdem die Klassen- und Schulsieger ermittelt waren, trafen sich nun 49 Schulsieger aus 23 Schulen in der von-Ravensberg-Schule in Bersenbrück.

Sparkassendirektor Bernd Heinemann erklärte, dass der plattdeutsche Lesewettbewerb Freude und das Interesse an der plattdeutschen Sprache wecken solle. Plattdeutsch sei nach wie vor eine lebendige Sprache in ganz Norddeutschland, gehöre zur regionalen Kultur, biete die Möglichkeit, etwas deutlich, verständlich und frei heraus zu sagen.

Die Juryhabe keine leichte Aufgabe, weil hier nicht mit Stoppuhr, Bandmaß oder Waage entschieden werden könne. Alle Teilnehmer seien aber bereits Gewinner und gute Vorleser. Dass sich im Altkreis Bersenbrück 770 Schüler beteiligten, mehr als vor zwei Jahren, sei eine erfreuliche Entwicklung.

„Plattdeutsch im Mittelalter international“

Für den Kreisheimatbund Bersenbrück betonte Vorsitzender Franz Buitmann, der Verband bemühe sich intensiv, die plattdeutsche Sprache nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Da komme ein solcher Wettbewerb gerade recht. Die älteste überlieferte Form des Plattdeutschen sei das sogenannte Altsächsische oder auch Altniederdeutsche. Zur Blütezeit der deutschen Hanse, vom 13. bis zum 16. Jahrhundert, galt Plattdeutsch als internationale Verkehrssprache. Die Kaufleute der Hanse setzten Verträge auf Plattdeutsch auf. Recht und Gesetz wurde in Plattdeutsch festgehalten und gesprochen.

Buitmann bedankte sich bei allen, die den Kindern und Jugendlichen bei der Vorbereitung des Lesewettbewerbs halfen, und bei der Schülerfirma der von-Ravensberg-Schule, die mit Kaffee, Kuchen, Eis und Getränken aufwartete.

In fünf Altersgruppen lasen dann die Kinder und Jugendlichen ihre plattdeutschen Texte in zwei Ausscheidungsrunden. Die Jury mit Carla Markus, Marlies Brüwer, Gisela Krieger, Heinz Böning, Ulrich Gövert, Franz Feldkamp, Ralf Menke, Rainer Drewes und Franz Buitmann bewertete Lesefertigkeit, Betonung, Textverständnis und Aussprache. Dabei wurde deutlich, dass auch im Altkreis Bersenbrück das Plattdeutsche von Ort zu Ort verschieden ist.

Bei der Siegerehrung mit Eckhard Droste gab es Geldpreise, Urkunden, ein Puzzle, Kino-Gutscheine und Popcorn für die Sieger und Geld für ihre Schulen. Alle anderen Teilnehmer bekamen Kino-Gutscheine und Popcorn.

Die beiden Besten jeder Altersgruppe nehmen am Bezirksentscheid am 5. Mai in Nordhorn teil. Der Landesentscheid findet am 12. Juni in Hannover statt.


Kreisentscheid „Schüler lesen Platt“ –Ergebnisse:

Altersgruppe A (3. Schuljahr): 1 Justin Fasthoff (GS Grafeld), 2. Greta Kettler (GS Berge), 3. Thore Hoopmann (Benedikt-GS Fürstenau).

Altersgruppe B (4. Schuljahr): 1. Jana Tegethoff (Benedikt-GS Fürstenau), 2. Maja Wiemers (GS Nortrup), 3. Lukas Köhle (GS Berge).

Altersgruppe C (5./6. Schuljahr): 1. Lina Lagemann (Gymnasium Bersenbrück), 2. Hannah Devermann (Artland-Gymnasium Quakenbrück), 3. Aaron Raske (Greselius-Gymnasium Bramsche).

Altersgruppe D (7./8. Schuljahr): 1. Hannah Zimni (Greselius-Gymnasium Bramsche), 2. Mirjam Weiß (Realschule Bramsche), 3. Julius Wilmering (Gymnasium Bersenbrück).

Altersgruppe E (ab 9. Schuljahr): 1. Laurin Wesselkamp (August-Benninghaus-Schule Ankum), 2. Isabell Rehkamp (Gymnasium Bersenbrück), 3. Luisa Heidgerd (Oberschule Am Sonnenberg Berge).

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