BMZ-Nachhaltigkeitsprogramm Partnerschaft Bersenbrück-Ruma?

Von Martin Schmitz


Bersenbrück. Der Verein „Brücken bauen“ kommt seinem Ziel näher, partnerschaftliche Kontakte zwischen der Samtgemeinde Bersenbrück und der Balkankommune Ruma zu knüpfen.

Auf politischer Ebene gibt es jetzt ein „Memorandum of Understanding“ und geförderte Begegnungen. Im Juni sollen wieder Jugendliche und junge Erwachsene aus der Samtgemeinde nach Nordserbien reisen können.

Wie die Samtgemeinde und der Verein mitteilen, war das Memorandum Ergebnis eines internationalen Workshops zum Thema „kommunale Nachhaltigkeitspartnerschaft“, zu dem das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zwölf deutsche Kommunen und ihre potenziellen Partner nach Gelsenkirchen eingeladen hatte. Grundlage ist die im Jahr 2015 von den Vereinten Nationen beschlossene „Agenda 2030“ und ihr Zielkatalog für nachhaltige Entwicklung.

Die Samtgemeinde vertraten Wirtschaftsförderer Ewald Beelmann, Nobert Wagner von der Verwaltung und Harry Kindt als Sprecher des Vereins „Brücken bauen“. Aus Ruma kamen Bürgermeister Sladjan Mancic und Wirtschaftsreferent Dragan Kosanovic.

Beide Delegationen einigten sich auf „erneuerbare Energie„ und „Renaturierung“ als erste Themen. 2017 sieht das Programm des Ministeriums zwei gegenseitige Besuche vor, zwei weitere sollen 2018 stattfinden. Anfang Mai soll eine Delegation aus der Samtgemeinde Bersenbrück nach Ruma reisen. Ferner sollen dieses Jahr noch öffentliche Veranstaltungen in beiden Kommunen stattfinden, um die Bürger einzubeziehen.

Jugendreise nach Serbien

Harry Kindt begrüßt die Einigung und weist darauf hin, dass die Samtgemeinde als eine von nur zwölf deutschen Kommunen ins Programm aufgenommen wurde, an der Seite etwa von Leipzig oder Saarbrücken. Samtgemeindebürgermeister Horst Baier freut sich auf einen spannenden Dialog mit einer serbischen Stadt über gemeinsame Themen. „Der Blick über den Tellerrand und auf die Strategien ausländischer Gemeinden ist auch für unsere Verwaltung von großem Nutzen und schafft interessante Begegnungen auf Augenhöhe“, erklärt er. Internationale Projekte zur Nachhaltigkeit fänden zunehmend auch auf kommunaler Ebene statt, stellt Baier fest. Der „Verein Brücken bauen“ und die Samtgemeindeverwaltung hofften auf breite Unterstützung dieser einmaligen Chance, auf Basis der Agenda 2030 Ideen und Strategien für das lokale Handeln zu entwickeln.

Wie Kindt weiter mitteilt, habe der Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie des Landkreises Osnabrück einstimmig beschlossen, den Verein als Träger der freien Jugendhilfe anzuerkennen. Dies sei in der Kürze der Zeit seit Bestehen des Vereins ein großer Schritt und zugleich Ansporn, auf dem Weg des internationalen Jugendaustausches den Ansprüchen und Zielen der Jugendhilfe gerecht zu werden.

Vom 23. bis 29. Juni solle die nächste Reise nach Ruma stattfinden, zu der Jugendliche und junge Erwachsene aus der Samtgemeinde Bersenbrück im Alter von zwölf bis 26 Jahren eingeladen seien. Der Selbstkostenbeitrag liege bei 250 Euro. Untergebracht würden sie in Ruma bei Familien, ferner seien zwei Übernachtungen in einem Hotel in Novi Sad vorgesehen. Nähere Informationen beim Vereinsvorsitzenden Željko Dragic, Telefon 0173-6065438.

Nach ersten gegenseitigen Besuchen und dem ersten Aufenthalt einer serbischen Jugendgruppe in der Samtgemeinde werde die Idee partnerschaftlicher Begegnungen mit Sympathie und Begeisterung aufgenommen, schildert Dragic seinen Eindruck aus zahlreichen Treffen mit Vertretern von Vereinen und Institutionen, denen er das das Projekt des Vereins vorgestellt hatte. Zustimmung fände die Idee eines Austausches auf vielen Ebenen auch in sämtlichen politischen Gruppierungen, die im Samtgemeinderat vertreten seien.