Ankum Bersenbrücker Eisenbahn Güterzug Test: 800 Tonnen Kalidünger für Ankum


Ankum. Am Montag traf ein Güterzug mit 31 Waggons Kalidünger für die Raiffeisen Agrar GmbH in Ankum ein. Bis Dienstagnachmittag wurde entladen. Ein Test aus Sicht der Ankum Bersenbrücker Eisenbahn GmbH (ABE), der zeigt, was an der Strecke verbessert werden müsste.

So jedenfalls hatte Horst Baier diesen Transport in der Dezembersitzung des Rates der Samtgemeinde Bersenbrück angekündigt. Nun zieht der Samtgemeindebürgermeister, zugleich Vorsitzender der ABE-Gesellschafterversammlung, ein ähnliches Fazit wie Günter Lonnemann, der als Geschäftsführer der Raiffeisen Agrar den Transport in Auftrag gegeben hatte: Massentransporte gehen grundsätzlich auf der fünf Kilometer langen Privatbahnstrecke von Bersenbrück nach Ankum. Die Ladetechnik muss aber erheblich modernisiert und verbessert werden.

Die Raiffeisen Agrar musste die über 800 Tonnen Dünger im alten Bahnhof mit einem Förderband auf ihre Lkw umladen und einen knappen Kilometer zu ihrem Standort im Industriegebiet herüberschaffen. „Das ist auf Dauer zu aufwendig“, findet Lonnemann. Es gebe aber die Möglichkeit, ein Bahngleis bis auf das Betriebsgelände der Raiffeisen Agrar zu verlängern. Dann ließe sich Getreide per Waggon über weite Strecken heranschaffen statt mit dem Lkw über die Straße.

Auch Horst Baier sieht ein zusätzliches Gleis als sehr vorteilhaft an. Dann könnte eine in Ankum stationierte Lok die Rangierarbeiten beim Entladen übernehmen, statt einer auswärtigen Lok, die die ABE chartern müsste. Derzeit gibt es Förderprogramme mit sehr hohen Zuschüssen für die Verbesserung der Schienenlogistik, teilt er mit.

Neue Betriebsleiter

Die Nachfrage sei vorhanden. Insoweit habe sich das aus Kreisen der CDU bezweifelte Gutachten als tragfähig erwiesen, mit dem die Samtgemeinde Bersenbrück prüfen ließ, ob sich auf der kaum genutzten Strecke der Güterverkehr wieder beleben lässt.

Bei der ABE tut sich einiges: Zum Jahresende lief der Betriebsführungsvertrag mit Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück in Bohmte aus, der Baier vorwirft, sie habe in zwei Jahrzehnten ABE-Geschäftsführung „die Entwicklung im Eisenbahnbereich nicht vorangebracht. Erst als wir vor Ort selbst die Initiative für mehr Güterverkehr gestartet haben, gibt es erkennbare Fortschritte.“

Die ABE hat zwei Betriebsleiter ernannt, Volker Feldheim und Christian Dehns, beides Fachleute, die als Betriebsleiter für verschiedene kleinere Eisenbahnunternehmen wie die Friesoyther Eisenbahngesellschaft tätig sind.

Die Buchführung für die ABE hat zu Jahresbeginn die Hase-Energie GmbH der Samtgemeinde übernommen. Ihr Geschäftsführer ist schon seit Längerem Ewald Beelmann, der Wirtschaftsförderer der Samtgemeinde. „Jetzt sind auch dort die Wege kürzer und effizienter“, so Baier.


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