„Stadt und Kirche sind Partner“ Bersenbrück baut Kindergarten für Kirchengemeinde


Bersenbrück. Der Ärger schwelt noch, doch am Ende war der Stadtrat sich einig: Bersenbrück baut einen Kindergarten und stellt ihn seiner katholischen Kirchengemeinde zur Verfügung.

Ursprünglich wollte die Kirchengemeinde St. Vincentius diesen Kindergarten selbst bauen, als Ersatz für ihren über 50 Jahre alten Kindergarten „Zur Freude“ am nördlichen Stadtrand. Sie stellt ein Grundstück an der Hasestraße zur Verfügung, zwischen St.-Josef-Stift und Klosterbezirk mit der Pfarrkirche.

Kosten sollte der Kindergarten etwa 1,8 Millionen Euro. Doch dann stellte sich heraus, dass das Generalvikariat des Bistums bei dieser Kalkulation den gesetzlichen Standard für Kindergärten zugrunde gelegt hatte und wohl auch jüngste Preissteigerungen nicht berücksichtigt hat. In der Samtgemeinde Bersenbrück gelten aber deutlich höhere Standards. Damit dürften für den Bersenbrücker Kindergarten ähnlich wie für die in Rieste und Alfhausen Baukosten in Höhe von etwa 2,5 Millionen Euro anfallen.

Deshalb liegt nun ein neuer Vorschlag auf dem Tisch, den der Ausschuss für Soziales, Familie, Jugend, Senioren und Sport des Stadtrates kürzlich nach kontroverser Diskussion befürwortete: Demnach übernimmt die Stadt die Bauträgerschaft und stellt das fertige Gebäude der Kirchengemeinde zur Nutzung zur Verfügung. Vom Generalvikariat fließt der übliche Bauzuschuss von 400000 Euro. Die Kirchengemeinde legt 100000 Euro drauf, verkauft dafür das alte Kindergartengrundstück. Für die in den Kindergarten integrierte Krippe gibt es 180000 Euro Zuschuss aus einem Landesprogramm. Vom Rest der Bausumme übernimmt die Samtgemeinde Bersenbrück zehn Prozent, 90 Prozent muss die Stadt aufbringen.

Die Stadt muss mit Mehrkosten von 300000 Euro rechnen. Auch der Wechsel der Bauträgerschaft bereitet manchen Stadtratsmitgliedern Unbehagen. Aber: Die SPD habe diesen Kindergarten „von Anfang an gewollt“, erklärte Fraktionssprecher Widu Höckelmann, auch seine kirchliche Trägerschaft.

„Stadt und Kirche sind Partner“, formulierte es CDU-Sprecher Gerd Uphoff: Die Stadt brauche den Kindergarten, sie wolle den gleichen Standard wie in den Nachbargemeinden, deshalb müsse sie den Baupreis und Bauträgerschaft akzeptieren. Und sie wolle den Vorteil der zentralen Lage und der Einbindung in die Pläne für ein soziales Zentrum, die die Kirchengemeinde mit dem Neubau ihres Altenheims St.-Josef-Stift hegt.


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