Opposition meldet Bedenken an Kindergarten in Bersenbrück zu teuer?

Entwurf für den neuen Kindergarten „Zur Freude“ in Bersenbrück. Grafik: Reinders ArchitektenEntwurf für den neuen Kindergarten „Zur Freude“ in Bersenbrück. Grafik: Reinders Architekten

Bersenbrück. Kann sich die Stadt Bersenbrück einen neuen Kindergarten leisten, der den einheitlichen Standards in der Samtgemeinde Bersenbrück entspricht? Oder sollte sie sparen und darunter bleiben? Diese Frage wirft die Ratsopposition aus Grünen, SPD und Wählergemeinschaft auf.

Der Ausschuss für Soziales, Familie, Jugend, Senioren und Sport tagte kürzlich, um sich in seiner neuen Zusammensetzung in das Thema Kindergarten einzuarbeiten. Nachdem Andrea von der Haar von der Wählergemeinschaft Stadt Bersenbrück als stellvertretende Vorsitzende bestätigt war, stellten Heinz Klövekorn für die Verwaltung und Bernd Hölscher für das Architektenbüro Reinders das Projekt vor.

Es geht um Ersatz in der Innenstadt für den mehr als 50 Jahre alten katholischen Kindergarten „Zur Freude“ am nördlichen Stadtrand. An der Hasestraße soll dieser Bau entstehen, eingeschossig, um den Blick auf Kirche und Klosterbezirk nicht zu verstellen. Als Spielplatz soll ein Teil des Pfarrgartens genutzt werden. Für die Finanzierung will das Generalvikariat des Bistums Osnabrück 400000 Euro beisteuern, die katholische Kirchengemeinde 100000 aus dem Verkauf des alten Kindergartengrundstücks, die Samtgemeinde 180000 Euro, die sie aus einem Fördertopf für Krippenbau eingeworben hat. Die ursprünglich angepeilte Bausumme von gut 1,8 Millionen Euro habe sich als unrealistisch herausgestellt, so Klövekorn. Es sei zu erwarten, dass der Kindergarten knapp 2,5 Millionen kosten werde, wie die neuen Kindergärten in Alfhausen und Rieste. Das Projekt gerate unter Zeitdruck, weil bereits 20 Kinder für die neue Krippe angemeldet seien. Es sei aber nicht zu erwarten, dass der Bau zum Beginn des Kindergartenjahrs am 1. August 2017 fertig werden würde. Deshalb solle es eine Übergangslösung im alten Kindergarten geben, die aber längstens für ein Jahr genehmigt werde.

Kleinere Räume billiger

Konkret sollte nun der Ausschuss einen Stadtratsbeschluss vorklären, demgemäß die Stadt den Kindergarten baut und für die Dauer seiner Nutzung an die Kirchengemeinde überträgt. Andrea von der Haar kritisierte, der Vertragsentwurf für die Übertragung habe den Ausschussmitgliedern nicht vorgelegen. Die Sitzung wurde unterbrochen für eine Beratung über den Text.

Anschließend hängte sich die Diskussion an der Kostenfrage auf. Mit Elisabeth Middelschulte von den Grünen als Wortführerin wiesen Grüne, SPD und UWG darauf hin, dass es in Papenburg einen Kindergarten gebe, der nur 1,8 Millionen Euro gekostet habe, nicht 2,5 Millionen.

Klövekorn und Johannes Koop als Verwaltungsvertreter erklärten dazu, dass der Papenburger Kindergaren nach den Standards des Generalvikariats gebaut worden sei. Der liege aber weit unter dem Standard, der einheitlich für sämtliche Kindergärten in der Samtgemeinde Bersenbrück gelte. Ein Kindergarten nach dem BGV-Standard komme mit wesentlich kleineren Räumen aus, sei deshalb billiger zu bauen. Die Samtgemeinde habe sich bewusst für ein Raumprogramm über der Norm entschieden, auch, um etwa Inklusionsgruppen ausreichend Platz zu bieten.

Angesichts der Verschuldung der Stadt sei die Differenz zwischen 1,6 bis 1,8 Millionen und 2,4 bis 2,5 Millionen Euro aber bedenklich, erklärte Elisabeth Middelschulte. Koop widersprach: Die Eigenkapitalquote der Stadt sei vorbildlich, und an der Differenz sei sie mit etwa 300000 Euro beteiligt, die sie nachfinanzieren müsse. „Warum sollen die Bersenbrücker Kinder schlechtergestellt werden“, sprach sich Ulrich Krüsselmann für den Bau und gegen eine Neuplanung aus, die auch Zeit koste. Der Ausschuss entschied mit drei CDU-Stimmen dafür, während SPD. Grüne und UWG sich enthielten.


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