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Lok und Waggons eingetroffen Ankum: Feinarbeit am Traum von der Eisenbahn

Von Martin Schmitz


Ankum. Die Dampfspeicherlok und die drei historischen Waggons sind am Mittwoch in Ankum eingetroffen. Nun beginnt die Feinarbeit: aus dem Traum vom Touristenzug auf der Ankum-Bersenbrücker Eisenbahn soll Wirklichkeit werden.

So muss ein Kind sich fühlen, wenn Heiligabend die Märklin-Bahn um den Baum kreist. Holger Paulsens Augen glänzen. Die schneidende Kälte, die alle Zaungäste in den Lokschuppen des Ankumer Bahnhofs treibt, scheint er überhaupt nicht zu spüren. Er spricht mit den Mitarbeitern der Graß Isl Gmbh aus Petershagen, die Experten für ganz schwere Brocken haben im Auftrag des Lohnunternehmens Dettmer auf ihren Tiefladern über Nacht das 50 Tonnen schwere Trumm von Dampflok und die Waggons herangeschafft . Paulsen scherzt mit Heinz Menke, der so um 2005 die letzten Frachtzüge von Bersenbrück die fünf Kilometer nach Ankum herauffuhr. Wenn es wieder losgeht, soll der Rentner auf dem Führerstand wieder die Hebel ziehen.

Eisenbahn-Narr Paulsen zeigt, wo der Restaurantzug vor dem ehemaligen Raiffeisengebäude seinen Stammplatz bekommen soll, berichtet von seinen Plänen zu Sanierung und Umbau des Backsteinbaus aus der Gründerzeit und von vielen anderen Ideen.

Ideen, die nun nach und nach verwirklicht werden sollen, bestätigt Horst Baier. Die Gesellschafterversammlung der Ankum-Bersenbrücker Eisenbahn GmbH (ABE) habe jetzt beschlossen, Paulsen das Gebäude auf der Rückseite des Bahnhofgeländes zu überlassen, teilt Baier als Vorsitzender dieser Versammlung mit. Im Tausch gegen die „Köf“, die mit einem neuen nagelneuen Anstrich in DB-rot im Lokschuppen auf ihre Tüv-Abnahme wartet. Vielleicht wird die ABE die Diesellok schon bald einsetzen müssen: Die Raiffeisen Agrar möchte sich 30 Waggons Kalisalz nach Ankum liefern lassen, bestätigt Baier. Die ABE verhandelt mit der Deutschen Bahn über den Transport. Für die ABE sei dieser Transport auch ein Test, ob sie für Gütertransporte auf der lange ungenutzten Strecke noch ausreichend ausgestattet sei oder ob sie nachrüsten müsse.

Unter den Eingemummelten, die im Lokschuppen verfolgen, wie die Autokräne die Bahn wieder in die Schiene setzen, geht eine Spekulation um: Bekäme man den historischen Zug zwischen Ankum und Bersenbrück irgendwie mit dem Transrapid in Verbindung, der vor dem Kemper-Hauptgebäude in Nortrup aufgestellt werden soll? Noch so ein Traum, der auf Verwirklichung wartet.


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