Praktikanten aus der Bretagne Mit Dolmetscher in die Bersenbrücker Kindergärten

Von Wilhelm Brüggemann

14 Berufsschüler aus der Bretagne sammelten praktische Erfahrungen in Kindergärten bund Altenpflegeeinrichtungen in Bersenbrück, Ankum und Qaueknbrück. Berufsschullehrer der BBS Bersenbrück betreiten sie, Gymnasiasten udn aweiter Freiwillige hlafen als Dolmetscher. Foto: Wilhelm Brüggemann14 Berufsschüler aus der Bretagne sammelten praktische Erfahrungen in Kindergärten bund Altenpflegeeinrichtungen in Bersenbrück, Ankum und Qaueknbrück. Berufsschullehrer der BBS Bersenbrück betreiten sie, Gymnasiasten udn aweiter Freiwillige hlafen als Dolmetscher. Foto: Wilhelm Brüggemann

Bersenbrück. Sie zeigten Mut und Vertrauen: 14 Berufsschüler aus Tinténiac, der französischen Partnergemeinde Bersenbrück, absolvierten ein Praktikum im Altkreis Bersenbrück. Die Berufsbildenden Schulen Bersenbrück vermittelten die Praktikumsplätze und betreuten die französischen Berufsschüler.

Die Schüler kamen von der Berufsschule Lycèe Abbé Pierre, die schon über den Bersenbrücker Partnerschaftsverein Praktikanten aus unterschiedlichen Berufsfeldern aus der Bretagne in den Altkreis Bersenbrück vermittelt haben. Diesmal ging es um Altenpflege und SozialPädagogik.

Anders als Gymnasiasten verfügten die französischen Berufsschüler kaum über deutsche oder auch englische Sprachkenntnisse. Um ein babylonisches Sprachgewirr zu vermeiden, hatte sich der Partnerschaftsverein darum etwas Besonderes einfallen lassen: Schüler des Gymnasiums standen unter der Leitung ihrer „Französisch-Obfrau“ Sandra Wagner als Übersetzer bereit, ebenso fünf ehrenamtliche Dolmetscherinnen des Partnerschaftsvereins.

So konnten die 14 jungen Franzosen und auch die sie begleitenden drei Lehrkräfte frisch ans Werk gehen und die vier beteiligten Bersenbrücker Kindergärten (das Integrative Kinderzentrum, die Kindertagesstätte Zur Freude, das Astrid-Lindgren-Kita- und Familienzentrum sowie die Kindertagesstätte und Familienzentrum Arche-Noah), aber auch zwei Altenpflegeeinrichtungen (ASD in Ankum und das St. Silvester-Stift in Quakenbrück) „angstfrei“ aufsuchen. Natürlich lag das Wagnis auch auf Seiten der Einrichtungen, aber, so betont Jutta Stalfort, Vorsitzende des Partnerschaftsvereins: „Nach dem was wir gehört haben, haben alle Beteiligten das Praktikum als eine Bereicherung empfunden.“

Gleiches galt auch für das Rahmenprogramm, das den Gästen einen Querschnitt deutscher Kultur und Lebensweise bot. Sie wurden im Bersenbrücker Rathaus empfangen, besuchten Osnabrück, nahmen teil an einem Probesingen des Bersenbrücker Popchores Chorisma und an einem Martinsumzug. Die begleitenden drei französischen Lehrkräfte betrachteten es als Glücksfall, die konstituierende Sitzung des Bersenbrücker Stadtrates miterlebt zu haben. Sie hätten lebendige Eindrücke vom kommunalpolitischen Geschehen in Deutschland gewinnen können, sagen sie

Über all diese Erlebnisse konnte man sich – immer mit Unterstützung des engagierten Dolmetscherteams – am deutsch-französischen Abend in der Bersenbrücker Feldmühle austauschen. Hier kam man, genau wie beim Reflektionsgespräch, das Schüler der Fachschule Sozialpädagogik der BBS Bersenbrück mit ihrem Fachlehrer Stephan Kaltenstein gestalteten, zum gleichen Ergebnis: Ein gelungenes Projekt, was die Idee einer europäischen Gemeinschaft auf lokaler Ebene lebendig werden ließ.

Das belegt auch die Tatsache, dass die Berufsschule Abbé Pierre im neuen Jahr mit neuen Schülern das „Wagnis“ fortsetzen will und sich auch über deutsche Praktikanten freuen würde.


2017 werden 20 landwirtschaftliche Praktikanten in der Zeit vom 12. bis 24. Juni in der Region sein. Theresia Brickwedde aus Alfhausen sucht Betriebe, die bereit sind, die französischen Junglandwirte aufzunehmen. E-Mail brickwedde-heeke@gmx.de.