Kreuzbundgruppe Bersenbrück: „Posten 81“ wird renoviert

Von Martin Heimbrock


Bersenbrück. Im Jahr 2000 hat die Kreuzbundgruppe Bersenbrück das Bahnwärterhaus an der Ankumer Straße übernommen und von Grund auf renoviert. Nun ist das Vereinsdomizil in die Jahre gekommen. ür die umfangreichen Renovierungsarbeiten nehmen die Mitglieder der Selbsthilfegruppe Hammer, Säge und Akkuschrauber selber in die Hand.

Als „Posten 81“ der Eisenbahnstrecke Osnabrück-Oldenburg wurde es zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts gebaut: Heute ist es Gemeinschaftshaus der Kreuzbundgruppe Bersenbrück, in dem sich die Mitglieder an jedem Dienstag um 19.30 Uhr treffen und immer montags um 18 Uhr eine offene Sprechstunde stattfindet. Gleich beim Betreten des Vereinsheims wird deutlich, dass das gepflegte Haus, an dem mittlerweile allerdings wiederum der Zahn der Zeit genagt hat, über eine reiche Geschichte verfügt. Auf einer bebilderten Zeittafel sind hier die verschiedenen Epochen des Hauses abgebildet, begonnen als Wärter- und Bahnmitarbeiterhaus, dann zu Kriegszeiten als landwirtschaftlich genutztes Wohnhaus mit angrenzendem Schafstall, später als Asylbewerberunterkunft, und schlussendlich als Vereins- und Schulungshaus der heutigen Kreuzbundgruppe.

„Selbsthilfe und Helfergemeinschaft für Suchtkranke und Angehörige“ heißt es auf dem Türschild neben der Eingangstür, die im hinteren Bereich auch anonym die Möglichkeit bietet, Kontakt zu der knapp 60 Köpfe zählenden Gemeinschaft aufzunehmen. „Wer zu uns kommt, der braucht natürlich einiges an Zeit, um sich für seine Suchtproblematik zu bekennen“, beschreibt Dieter Wiethe, der als „Dienstältester“ einst im Jahre 1975 an der Gründung des Bersenbrücker Ortsvereins maßgeblich beteiligt war. Seit über 40 Jahren habe er durchgehalten und hatte seit dem dem Alkohol vor allem mithilfe seiner Familie den Rücken gekehrt. „Damals aber gab es irgendwie noch keine Selbsthilfegruppe für Suchtkranke, und so habe ich mich an die Bersenbrücker Caritas gewandt, die mir beim Aufbau der Kreuzbundgruppe geholfen hat“, berichtet Wiethe.

Josef Geers, Leiter des Selbsthilfekreises in Bersenbrück, stellt die Renovierung des Gebäudes vor. Zwar sei im Jahre 2000 die grundlegende Renovierung praktisch einem Neubau gleichgekommen, aber an dem über die Woche leer stehenden Haus hätten sich nun doch beträchtliche Instandhaltungsmaßnahmen im Innen- und Außenbereich angestaut. Und da vom Tischler, über Maler bis hin zum ‚Mann mit dem Bleistift‘ alle Berufsgruppen in der Selbsthilfegruppe vertreten seien, packe man nun gemeinsam an, so der Rentner, der beruflich als Bauunternehmer aktiv gewesen ist.


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