Im alten Kindergarten Neuer Anlauf für Alten-WG in Eggermühlen

Von Martin Schmitz

Der alte Kindergarten in Eggermühlen wäre ideal geeignet für eine Seniorenwohngemeinschaft. Die katholische Kirchengemeinde startet einen neuen Anlauf für ihr Projekt. Foto: Martin SchmitzDer alte Kindergarten in Eggermühlen wäre ideal geeignet für eine Seniorenwohngemeinschaft. Die katholische Kirchengemeinde startet einen neuen Anlauf für ihr Projekt. Foto: Martin Schmitz

Dort alt werden, wo man sein Leben verbracht hat. Gut versorgt und betreut und zugleich preisgünstig: Die katholische Kirchengemeinde Eggermühlen startet einen neuen Anlauf für eine Seniorenwohngemeinschaft im ehemaligen Kindergarten.

Eggermühlen. Es passt alles zusammen: Eggermühlens ehemaliger Kindergarten befindet sich in einer ruhigen Siedlungsstraße, sehr zentral gelegen. Der Bau ist gut in Schuss, stammt aus den Achtziger- und Neunzigerjahren. Mit wenig Aufwand ließen sich aus den Gruppenräumen 30 bis 40 Quadratmeter große Apartments machen. Sieben Wohneinheiten könnten hier entstehen, manche wären sogar für Paare geeignet.

Und dann gäbe es noch einen großen Bereich, in dem Gemeinschaftsleben entstehen kann, mitsamt großer Küche und Außenterrasse. Die Küche wäre das Reich einer Hauswirtschaftskraft, die für gemeinsame Mahlzeiten sorgt und sich um die Hausarbeit kümmert.

Mit einem Eigenanteil von 807 Euro könnten sich pflegebedürftige, aber noch mobile Senioren ein solches Apartment sichern, mit Reinigungsservice und Vollpension, sämtlichen Mahlzeiten. Voraussetzung wäre allerdings ein Zuschuss aus der Pflegekasse, wie er dem ab Anfang 2017 gültigen „Pflegegrad eins“ entspricht, erklärt dazu Pfarrer Ansgar Stolte auf dem Dorfabend am vergangenen Donnerstag . Was nämlich Rudolf Fissmann von der Caritas Nordkreis Pflege GmbH oder Margarete Justa von der ambulanten Pflegestation Communitas in Nortrup als Fachleuten vorschwebt, sei „ein Mittelding aus ambulanter Versorgung und stationärer Pflege“ erläutert Stolte: Wer alleinstehend ist und Haus oder Hof nicht mehr allein in Schuss halten kann, muss Eggermühlen verlassen. Dort gibt es nämlich kein Altenheim. Die „Alten-WG“ im Kindergärten wäre eine Chance, dort zu bleiben, wo man sein Leben verbracht hat, bei seinen Freunden und Bekannten, Kindern und Enkeln.

Betreuen soll die Caritas Nordkreis Pflege die Wohngemeinschaft. Je nach Bedarf könnte sie pflegerische Leistungen für ihre Bewohner hinzubuchen. Eine Vollpflege könne in der Wohngemeinschaft aber nicht geleistet werden, weil kein Nachtdienst vorgesehen sei.

Das Konzept hatte Fissmann im Frühsommer bereits vorgestellt. Es stieß damals auf großes Interesse. Einziehen mochte allerdings noch niemand.

Das ist aber nur eine Frage der Zeit, sind Stolte und andere überzeugt. Es mache jedoch keinen Sinn zu warten, bis der Bedarf da ist, sagte Stolte auf dem Dorfabend: Der Kindergarten sei gut in Schuss. Doch je länger man damit warte, ihn für die Wohngemeinschaft herzurichten, desto teurer werde es. Deshalb starte die katholische Kirchengemeinde als Besitzerin der Immobilie nun einen zweiten Anlauf. Wenn mindestens zwei Interessenten bereit wären, sich verbindlich anzumelden, würde das Gebäude hergerichtet. Mit der Alten-WG sei es wie der mit örtlichen Kinderkrippe, vermutet Stolte. Solange es sie nicht geben habe, habe sie auch kaum jemand vermisst. Seitdem sie aber da sei, gebe es so viel Zuspruch, dass sie sich in Kürze gefüllt habe.


Ansprechpartner ist Christoph Römer vom Caritas-Pflegedienst Bersenbrück, Telefon 05439/93990.

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