Interview mit Andreas Hettwer „CDU in Samtgemeinde Bersenbrück weiterentwickeln“

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Andreas Hettwer
              Foto: CDUAndreas Hettwer Foto: CDU

Ankum. Andreas Hettwer zählt zu den Hoffnungsträgern der CDU in der Samtgemeinde Bersenbrück. Der Fraktionssprecher im Ankumer Gemeinderat und stellvertretende Fraktionssprecher im Samtgemeinderat wünscht sich mehr Zusammenarbeit mit anderen politischen Kräften.

Herr Hettwer, stehen Sie für einen neuen Kurs der Union?

So möchte ich das nicht nennen, es handelt sich eher um eine Weiterentwicklung. Nach dem Wahlsieg der UWG Ankum vor fünf Jahren kam es zu einer völlig neuen politischen Situation. Es gab Verwundungen auf allen Seiten, aber der Rat hat Versöhnungsarbeit geleistet. Nun tritt hier in Ankum eine großenteils neue CDU-Mannschaft an: Junge Leute, die darauf aufbauen wollen, was ihre Vorgänger geschaffen haben. Und dies weiterentwickeln wollen.

Für seine konstituierende Gemeinderatssitzung brauchte der Ankumer Rat gerade mal eine halbe Stunde, entspannt und harmonisch. Woran lag es?

Die Fraktionsvorsitzenden haben sich im Vorfeld getroffen und alles besprochen. Die CDU-Fraktion hat das Privileg der Opposition, sie muss nicht alles mittragen. Wir sollten aber genau abwägen, wie wir von diesem Privileg Gebrauch machen. Wenn wir nämlich immer wieder wegen irgendwelcher Detailfragen alles ablehnen, stehen wir am Ende als die Totalverweigerer da. Es bringt auch nichts, unsere Ideen mit Anträgen einzubringen, wenn die Anträge in der Regel abgelehnt werden. Deswegen müssen wir vor Einbringung von Anträgen mehr mit den anderen Gruppierungen reden, schauen, was man gemeinsam einbringen kann. Die Gemeinde Bippen mit ihren Mehrheitsverhältnissen zeigt, dass so etwas funktionieren kann.

Das klingt ja schon fast nach Schmusekurs mit der UWG.

Die UWG hat die absolute Mehrheit. Das ist auf die Dauer nicht gut, egal, um welche politische Kraft es sich handelt. Denen möchte ich schon ein paar Prozente abjagen, klar. Aber ich will nicht darauf warten, was in fünf Jahren bei der nächsten Wahl passiert. Die CDU wird sich weiter als selbstbewusste politische Kraft positionieren. Aber sie will sich weiterentwickeln, auf die anderen zugehen. Die UWG stimmt sich ja auch mit SPD und Grünen ab, obwohl sie ihren Kurs mit ihrer Mehrheit durchsetzen könnte.

Und wie sieht es auf der Ebene der Samtgemeinde aus?

Da sind die Verhältnisse viel komplizierter und unübersichtlicher, weil der Verteilungskampf unter den Gemeinden hinzukommt und die Bündnisse, die für diesen Verteilungskampf gebildet werden. Ich bin froh darüber, dass wir Bernd Rehme von der FDP für unsere Gruppe gewinnen konnten. Er sieht sich auch inhaltlich bei uns. Differenzen in der Sache dürfen nicht dazu führen, dass wir nicht mehr miteinander sprechen. Fast die Hälfte der Mitglieder der CDU-Fraktion sind neu. Vielleicht schaffen wir es ja, mehr Zusammenarbeit in den Räten zu etablieren. Das würde ich mir wünschen.


Andreas Hettwer, (31), verheiratet, zwei Kinder, Bauwirtschaftsingenieur, seit 2011 selbstständig. Hettwer sitzt im Vorstand der CDU Ankum, ist Fraktionssprecher im Gemeinderat und stellvertretender Sprecher der CDU-Fraktion im Samtgemeinderat.

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