Ein Abend mit Überraschungen Samtgemeinderat Bersenbrück hat jetzt Präsidentin

Stimmung durchwachsen: Die Vizebürgermeister Michael Johanning und Werner Lager, Ratsvorsitzende Agnes Droste, Samtgemeindebürgermeister Horst Baier, Vize Klaus Menke und Detert Brummer-Bange als stellvertretender Ratsvorsitzender (von links). Foto: Martin SchmitzStimmung durchwachsen: Die Vizebürgermeister Michael Johanning und Werner Lager, Ratsvorsitzende Agnes Droste, Samtgemeindebürgermeister Horst Baier, Vize Klaus Menke und Detert Brummer-Bange als stellvertretender Ratsvorsitzender (von links). Foto: Martin Schmitz

Eggermühlen/Bersenbrück. Es gab Überraschungen in der konstituierenden Sitzung des Bersenbrücker Samtgemeinderates. Die CDU kritisiert, Absprachen zwischen den Fraktionsspitzen seien gebrochen worden. So klar seien die Absprachen aber gar nicht gewesen, halten andere dagegen.

Die erste Neuheit: FDP-Vertreter Bernd Rehme hatte sich aus Enttäuschung über Zahlungen an die Website „Klartext“ von Wählergemeinschaften, Grünen und SPD zurückgezogen . Nun bildet er mit der CDU eine Gruppe.

Dass der CDU-Wunschkandidat für den Ratsvorsitz auf Widerstand stoßen würde, war im Vorfeld schon durchgesickert. Die CDU präsentierte als Kompromisskandidatin Agnes Droste. Eine kluge Entscheidung, ihre Wahl fiel einstimmig aus. Dirk Raming, Sprecher der UWG Ankum, begrüßt das im Nachgang zur Ratssitzung in Eggermühlen ausdrücklich.

Die Wahl Detert Brummer-Banges (UWG Ankum) zu ihrem Stellvertreter verlief unproblematisch. Ebenso unspektakulär machte die Runde Werner Lager (SPD) und Klaus Menke (UWG Ankum) zu Stellvertretern des Samtgemeindebürgermeisters Horst Baier. Manfred Krusche, Sprecher der Gruppe SPD/Bürgerliste Alfhausen, erklärte, die Vizebürgermeister sollten künftig nicht mehr in einer Rangfolge stehen. CDU-Wunsch für dieses Team war Michael Johanning. Doch der konnte im ersten Wahlgang nicht einmal sämtliche Stimmen seiner Gruppe auf sich vereinigen. Es gab 16 Ja-Stimmen, 16 Nein-Stimmen und vier Enthaltungen.

Auszeit für Beratung

Die CDU zog sich zur Beratung zurück. Anschließend stellte sich Johanning einem zweiten Wahlgang, der mit 19 Ja-Stimmen, 14 Neins und drei Enthaltungen zu seinen Gunsten ausfiel.

Bei der Wahl Johannings sprach CDU-Fraktionsvorsitzender Gerd Uphoff zum ersten Mal davon, die Absprachen, die die Fraktionsvorsitzenden im Vorfeld getroffen hätten, würden nicht eingehalten.

Das sehen Raming und Krusche anders: Die Bedenken gegen Johanning seien Uphoff sehr wohl in der Vorbesprechung mitgeteilt worden. Vor der Ratssitzung sollte ein weiteres Gespräch zur Klärung stattfinden, das aber geplatzt sei. Und im Übrigen seien auch keine klaren Absprachen getroffen worden. Man habe sich lediglich gegenseitig mitgeteilt, wen man für welches Amt vorschlagen wolle und welcher Kandidat für die andere Seite tragbar sei.

Uphoff bestätigt, dass ihm die Bedenken gegen Johanning vergangene Woche mitgeteilt worden seien. Anfang der Woche hätten aber Krusche und SPD-Mann Werner Lager Zustimmung signalisiert. Dass kurz vor der Ratssitzung noch ein Gespräch stattfinden sollte, sei wohl ein Missverständnis, diesen Vorschlag habe er von vornherein aus Zeitmangel abgesagt.

Aufgabenverteilung in den Fachausschüssen

Die nächste Kontroverse ergab sich, als Manfred Krusche eine Änderung der Aufgabenverteilung unter den Fachausschüssen ankündigte. Vier Fachausschüsse arbeiten dem Samtgemeinderat zu. Einer davon war bislang für die Themen Finanzen, Wirtschaft und Tourismus zuständig. Krusche zufolge soll sich der Wirtschaftsausschuss künftig auch um die Beteiligungen der Samtgemeinde kümmern. Über die Klassiker Alfsee GmbH und Niedersachsenpark GmbH und die wieder in den Fokus gerückte Ankum-Bersenbrücker Eisenbahn hinaus wären dies die in jüngerer Zeit gegründeten Gesellschaften Hase-Energie, Hase-Netz und Hase-Wohnbau.

Die Aufgaben Wirtschaft und Tourismus sollten Krusche zufolge an den Feuerwehrausschuss übergehen. Der kümmert sich auch um die Felder Umwelt, Soziales und Kultur. Die Kultur sei aber keine Aufgabe der Samtgemeinde, sondern der Mitgliedsgemeinden, deshalb solle das Wort gestrichen werden, so Krusche.

Im Streit um Verwaltungsunterstützung für den Kulturring Bersenbrück und den Kulturverein Krabat hatte die CDU aber betont, es sei sehr wohl Aufgabe der Samtgemeinde, für eine Grundversorgung mit Hochkultur zu sorgen. Dies übernehme der Kulturring, auch über Bersenbrück hinaus.

Uphoff protestierte gegen die Streichung des Wortes Kultur. Nun war es Ankums Dirk Raming, der die Einhaltung der Absprachen anmahnte. Die Umbenennung der Ausschüsse sei nämlich Gegenstand der Besprechung der Fraktionsvorsitzenden gewesen, samt Streichung der Aufgabe Kultur, teilt er nach der Ratssitzung mit. Die Benennung der Ausschüsse sei Uphoff danach wie den übrigen Teilnehmern auch schriftlich zugegangen.

In der Ratssitzung hatte der CDU-Protest aber doch Wirkung gezeigt. Die andere Seite lenkte ein. Der Ausschuss für Feuerwehren, Umwelt, Soziales, Wirtschaft, Tourismus bleibt auch weiter für die Aufgabe Kultur zuständig.


Ausschüsse und Aufsichtsräte:

Samtgemeindeausschuss: Bürgermeister Horst Baier, CDU/FDP: Sebastian Hüdepohl (Stellvertreter: Axel Meyer zu Drehle, Michael Johanning, (Günther Kosmann), Christian Klütsch (Agnes Droste), Gerd Uphoff (Markus Frerker). SPD/Bürgerliste Alfhausen: Werner Lager (Manfred Krusche, Reinhold Waldhaus). Grüne: Ralf Gramann (Elisabeth Middelschulte, Günther Voskamp).

UWG Ankum:

Klaus Menke,(Detert Brummer-Bange, Dirk Raming). UWG Samtgemeinde Bersenbrück: Markus Revermann, (Michael Lange, Frank von der Haar).

Ausschuss für Bildung, Familie, Jugend und Sport: Vorsitz Günther Kosmann, Agnes Droste, Dirk Frerker, Stefan Klune, Reinhard Wilke (alle CDU); Zeljko Dragic, Franz Wiewel (beide SPD/BLA), Elisabeth Middelschulte (Grüne),

Detert Brummer-Bange, Ramona Giese (UWG Ankum), Frank von der Haar, (UWG Samtgemeinde).

Ausschuss für Feuerwehren, Umwelt, Soziales, Wirtschaft, Tourismus

und Kultur: Vorsitzender Zeljko Dragic, Richard Kock, (SPD/BLA) Friedrich König,

Günther Kosmann,

Dennis Lindemann, Axel Meyer zu Drehle, Bernd Rehme (CDU/FDP) Ralf Gramann (Grüne), Dirk Raming,

Georg Thumann (UWG Ankum) Markus Revermann (UWG Samtgemeinde).

Ausschuss für Planen, Bauen und Straßen: Vorsitz Markus Frerker, Andreas Hettwer, Axel

Meyer zu Drehle,

Gerd Steinkamp,

Michael Strehl (alle CDU). Heinrich Möller, Reinhold

Waldhaus (SPD/BLA), Günther Voskamp (Grüne) Ramon Giese, Georg Thumann, (UWG Ankum), Michael Lange (UWG Samtgemeinde).

Ausschuss für Finanzen und Beteiligungen: Vorsitz Johannes Koop, Michael Johanning, Friedrich König, Gerd Steinkamp, Gerd Uphoff (CDU), Manfred Krusche, Franz Wiewel, Middelschulte, Elisabeth, Klaus Menke,

Dirk Raming, Frankvon der Haar.

Alfsee GmbH: Gesellschafterversammlung: Jürgen Heyer, Christian Klütsch, Richard Kock. Aufsichtsrat: Andreas Güttler, Sebastian Hüdepohl, Johannes Koop, Dennis Lindemann, Gerd Steinkamp, Reinhard Wilke, Werner Lager, Reinhold Waldhaus, Ralf Gramann, Dirk Raming, Georg Thumann, Markus Revermann.

Niedersachsenpark GmbH: Gesellschafterversammlung: Andreas Güttler. Aufsichtsrat: Horst Baier, Markus Frerker, Johannes Koop, Manfred Krusche.

Hase-Energie GmbH: Gesellschafterversammlung: Jürgen Heyer, Dennis Lindemann, Heinrich Möller. Aufsichtsrat: Andreas Güttler, Michae Johanning, Stefan Klune, Johannes Koop, Günther Kosmann, Gerd Uphoff, Reinhold Waldhaus, Franz Wiewel, Günther Voskamp, Klaus Menke, Michael Lange.

Hase Wohnbau GmbH: Gesellschafterversammlung: Horst Baier.

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