Agnes Droste Bürgermeisterin Holpriger Amtswechsel in Alfhausen

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Agnes Droste ist die zweite Frau überhaupt, die in der Samtgemeinde Bersenbrück an die Spitze einer Gemeinde tritt. Als Bürgermeisterin löst sie in Alfhausen Klaus Wübbolding ab (links), ihr Stellvertreter wurde Gerhard Steinkamp (rechts). Foto: Horst SchwitallaAgnes Droste ist die zweite Frau überhaupt, die in der Samtgemeinde Bersenbrück an die Spitze einer Gemeinde tritt. Als Bürgermeisterin löst sie in Alfhausen Klaus Wübbolding ab (links), ihr Stellvertreter wurde Gerhard Steinkamp (rechts). Foto: Horst Schwitalla

Alfhausen. Und dann war er „mal weg“, Alfhausens Bürgermeister Klaus Wübbolding. Seine Nachfolgerin Agnes Droste hat zwar eine solide Mehrheit im Gemeinderat, muss sich aber das Vertrauen, das ihr Vorgänger genoss, noch erarbeiten.

Sie ist die zweite Frau, die seit Gründung der Samtgemeinde Bersenbrück vor 44 Jahren an die Spitze einer Mitgliedsgemeinde tritt. Dass ihre Wahl atypisch verlaufen würde, zeichnete sich am Mittwoch in der konstituierenden Sitzung des Gemeinderates ab, als Siegfried Hüls als neuer Sprecher der Gruppe SPD/Grüne geheime Abstimmung beantragte. Üblich ist eher, dass alle Ratsgruppierungen zum Start dem neuen Bürgermeister in offener Abstimmung eine Art Vertrauensvorschuss geben.

Neun CDU-Vertreter, drei der Bürgerliste, zwei Sozialdemokraten und eine Grüne gehören dem neuen Gemeinderat an. Für Droste als Bürgermeisterin stimmten zehn Ratsvertreter, zwei dagegen, drei enthielten sich. Auch ihr Stellvertreter Gerhard Steinkamp, neuer Sprecher der CDU-Fraktion, musste eine Gegenstimme hinnehmen, bei zehn Jas und vier Enthaltungen. Droste nahm es mit Haltung, sprach von ihrem Zögern, in die Fußstapfen Wübboldings zu treten, dass sie sich nach mehreren Anläufen habe überreden lassen und versprach, „als Bürgermeisterin mein Bestes zu geben“.

Zuvor hatte Wübbolding noch einmal gezeigt, was seine persönliche Stärke ist, auf Du zu sein mit dem Dorf, in dem er aufgewachsen ist und an dem er hängt: Als „allerletzte Amtshandlung“ nahm er den Ratsmitgliedern die Verpflichtung auf die Kommunalverfassung ab, sprach dabei jeden mit Vornamen an.

Küsschen und Applaus

Und dann leitete er mit Hape Kerkelings geflügeltem Pilgerwort „Ich bin dann mal weg“ eine bewegende Abschiedsrede ein, sprach vom „seltsamen Gefühl“, mit dem er das letzte Mal nach 15 Jahren den Schlüssel im Türschloss des Gemeindebüros umdrehte. Dass er seine Jahre genossen habe, sich vom Dorf getragen fühlte, dankte er der Gemeindeverwaltung mit „Stefan, Elisabeth und den Jungs vom Bauhof“, und den Gemeinderatsmitgliedern, die „mein Herzblut für Alfhausen geteilt haben, und unter denen ich echte Freunde fand“.

Er bezog Alfhausens Bürger ein und seine Vereinsvertreter. Wübbolding sprach davon, dass seine persönlichen Freunde Rücksicht genommen hätten auf seinen engen Terminkalender. Auch seine Familie habe anderthalb Jahrzehnte zurückgesteckt. Als er sich bei seiner Ehefrau mit einem Blumenstrauß und Küsschen bedankte, da kam spontaner Applaus auf.

Seiner Nachfolgerin Droste wünscht Wübbolding, sie möge das Glück im Amt erleben, das er erlebt habe. Auf eine Bilanz seiner Amtszeit hatte er bewusst verzichtet. Die holte dann Hermann Meyer nach, zumindest ansatzweise. Der Ratsälteste erinnerte daran, dass Wübbolding zum Auftakt seiner Amtszeit den Bau eines Kindergartens angehen musste, an die Thiener Flurbereinigung, die nicht die letzte gewesen sein sollte, an die anlaufende Projektreihe der Dorferneuerung gemeinsam mit Rieste. Wübbolding habe „eine Klammer gebildet und die Gruppen im Gemeinderat zusammengeführt.“ Geschätzte 90 Prozent der Ratsbeschlüsse seien in seiner Zeit einstimmig gefallen.

Als Weggefährte dankte ihm auch Rainer Liening-Ewert von der Bürgerliste Alfhausen „für die vielen Stunden, die du investiert hast“. Angetreten als einer der jüngsten Bürgermeister in der Samtgemeinde, habe er Entscheidungsprozesse auch auf Ebene der Samtgemeinde gut vorbereitet, was enorm hilfreich für die Ratsmitglieder gewesen sei. Dass er gehe, sei bedauerlich. Es schaffe aber auch Raum für etwas Neues.


Die Ausschüsse des Gemeinderats:

Verwaltungsausschuss: Bürgermeisterin Agnes Droste (Vertretung Stefan Uphaus), Vizebürgermeister Gerhard Steinkamp (Eva-Maria Kleine Starmann), Hermann Meyer (Klaus-Gerd Kuper, alle CDU); Rainer Liening-Ewert (Mathias Möller, Richard Kock, BLA); Siegfried Hüls (Klaus Hoffmeyer, Claudia Ramler SPD/Grüne). Ausschuss für Jugend, Sport und Soziales: Vorsitz Eva-Maria Kleine Starmann, Stefan Uphaus, Jannes Meyer, Gerhard Steinkamp (alle CDU), Mathias Möller (BLA), Klaus Hoffmeyer, Siegfried Hüls (beide SPD). Ausschuss für Planung, Wirtschaft und Fremdenverkehr: Vorsitz Richard Kock, Mathias Möller, (beide BLA), Michael Erdhaus, Klaus-Gerd Kuper, Hermann Meyer, Jannes Meyer (alle CDU), Claudia Ramler (Grüne). Ausschuss für Straßenbau, Wasserläufe und Umwelt: Vorsitz Georg Ratermann, Klaus-Gerd Kuper, Michael Erdhaus, Stefan Uphaus (CDU), Rainer Liening-Ewert (BLA), Klaus Hoffmeyer, Siegfried Hüls (SPD).

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