„Frontal in Brückenpfeiler“ Bersenbrück: Tobias Kunkel über sichere Fonds

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Bersenbrück. Auch in der Niedrigzinsphase gibt es Geldanlagen, die sicher sind und zugleich „interessante einstellige Renditen abwerfen“, sagt Vermögensberater Tobias Kunkel aus Bersenbrück unserer Redaktion in einem Interview.

Herr Kunkel, die Zeiten sind unsicher, die Sparzinsen liegen nahe am Nullpunkt. Gibt es überhaupt noch eine Möglichkeit, sauer Erspartes sicher und mit erklecklicher Rendite anzulegen?

Die Zeiten von sicheren Zinseinnahmen ohne jedes Risiko sind vorbei. Große liquide Vermögen sind bereits mit „Strafzinsen“ belastet – dazu zählen nicht nur Bankeinlagen auf dem Girokonto, sondern auch ein Großteil der in Staatsanleihen investierten Gelder. Hinzu kommen steigende Bankgebühren. Weltweit freuen sich die Finanzminister über negative Zinsen, weil sie sich dadurch Milliarden einsparen oder sogar Schulden aufnehmen können, für die sie später weniger zurückzahlen müssen. Die Rechnung geht zulasten der Sparer und Anleger, die einen sicheren Ertrag gewohnt waren. Sie bekommen keine Zinsen mehr oder müssen sogar noch was drauflegen.

Trotzdem gibt es eine Vielzahl von Anlagen, die immer noch gute und verlässliche Erträge abwerfen. Dabei handelt es sich meist um Nischenprodukte oder um sehr komplexe Strategien – deshalb sind sie eher unbekannt. Wir haben in unserer Vortragsreihe bereits vor zweieinhalb Jahren auf solche „Alternativen im Niedrigzinsumfeld“ aufmerksam gemacht. In Summe haben alle damals vorgestellten Strategien sehr gut funktioniert.

Ihre Gastredner stellen Fondskonzepte mit Risikoabsicherung vor. Gibt es die absolut sichere Anlage überhaupt?

Vergleichen Sie es mit einer Autofahrt: Wenn Sie mit Ihrem Auto allein auf einer Flughafenstartbahn fahren, dann können Sie eigentlich auf sämtliche Sicherheitsausrüstung an Bord verzichten. Sie könnten sogar ein kleines Nickerchen machen, und nichts würde passieren. Diese Einsparungen machen Ihr Auto leichter, schneller und umweltschonender. So in etwa waren Anleger in den letzten Jahrzehnten bei Zinsanlagen gefahren. Sie konnten zwar die Geschwindigkeit (also den Zins) nicht bestimmen, mussten sich auch nicht um Risikoabsicherungen kümmern.

Wenn Sie Ihr Auto hingegen normal benutzen, dann wollen Sie die bestmögliche Sicherheit. Sie setzen auf Technik, die Sie als Fahrer schützt, Ihr Auto, andere Verkehrsteilnehmer und natürlich auch Ihre Mitfahrer. In Summe haben Sie ein sehr hohes Maß an Sicherheit. Wenn Sie aber mit 200 km/h frontal in einen Brückenpfeiler fahren, bringt Ihnen das alles nichts. Wir stellen Fondskonzepte vor, die eigene „Sicherheitstechniken“ verwenden. Im Vorfeld einer Anlage können Sie bzw. wir uns somit ganz genau darüber informieren, was von den Produkten in welcher Marktphase zu erwarten ist. Was diese Produkte können, ist somit genau definiert. Wenn man sich damit auseinandersetzt – und das ist in der Praxis unsere Hauptarbeit –, dann kommt es zu keinen bösen Überraschungen. Die Kombination dieser Produkte ermöglicht Ihnen dann ein hohes Sicherheitsmaß und verhindert, dass Sie „mit 200 km/h frontal in einen Brückenpfeiler fahren“.

Welche Renditen sind Ihrer Ansicht nach in Fonds mit Risikostreuung realistisch?

Bei Geldmarkt und Anleihen sorgen die Fonds dafür, dass man höhere Erträge erzielt als mit den klassischen Vergleichsangeboten. Bei Aktien sorgt ein Produkt für einen stabilen Ertrag, unabhängig davon, was an den Aktienmärkten passiert. Das zweite Produkt erzielt ähnliche Erträge wie der Aktienmarkt, nur geht es dafür deutlich weniger Risiken ein. Nach Abzug von Kosten und Steuern werfen die Produkte immer noch interessante, einstellige Renditen ab.

Wenn einem Anleger das zu wenig ist und er bereit ist, etwas zu riskieren: Zu welchen Anlagen und Strategien würden Sie dann raten?

Die Mehrheit unserer Kunden ist konservativ, daher setzen wir diesmal bewusst den Fokus auf defensive Konzepte. Grundsätzlich können wir natürlich das gesamte Spektrum aus der Welt der Investmentfonds für unsere Kunden einsetzen. Auf der risikoreichen Seite gibt es Abertausende Aktienfonds. Die Chancen und Risiken können durch gewisse Regionen, Länder, Branchen und Größenklassen deutlich gesteigert werden. Dann gibt es sogar Fonds, die „gehebelt“ sind – mit solchen Produkten erreicht man die doppelte Bewegung eines Aktienmarktes (das gilt natürlich für beide Richtungen). Hinzu kommt ein großes Paket an weiteren spezialisieren Produkten wie zum Beispiel Rohstoff-Fonds. Unsere Favoriten sind im Moment sogenannte „Frontier-Market“-Länder sowie Roboter-Technologie-Aktien-Fonds.


Zur Person

Tobias Kunkel, 41 Jahre, verheiratet, zwei Kinder, geprüfter Bankfachwirt, mehrfach ausgezeichneter Finanzberater des Jahres, eröffnete 2011 das Büro der Investment, Strategy & Research (I S & R GmbH) in Bersenbrück. Das Unternehmen ist spezialisiert auf individuelles Vermögensmanagement mit Investmentfonds.

„Hauptsache sicher!“

Unter dem Titel „Hauptsache sicher!“ lädt die Vermögensberatung I S & R zu einem Vortragsabend ein am Donnerstag, 17. November, ab 18.45 Uhr im Alfsee Piazza Hotel am Alfsee.

Fünf Referenten, unter ihnen Gastgeber Tobias Kunkel, stellen bewährte Fondskonzepte vor, die alle ein hohes Maß an Anlage sicherheit bieten. Referenten: Udo Wedler (Paragon), Peter Peterburs (Jupiter), Volker Schilling, (Greiff) Matthias Kunze (Assenagon).

Die Veranstaltung ist kostenfrei. Anmeldung erforderlich unter Telefon 05439-8091380.

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