„Marina“ live im Radio“ Klangwerk aus Bersenbrück in der NDR1-Plattenkiste

Plauderten eine Stunde lang im Radio (von links): Jennifer Wiesbach, Annika Lichtenberg, Moderatorin Martina Gilica und Olli Borg. Foto: NDR1Plauderten eine Stunde lang im Radio (von links): Jennifer Wiesbach, Annika Lichtenberg, Moderatorin Martina Gilica und Olli Borg. Foto: NDR1

Bersenbrück. Viel zu erzählen gab es in der Radiosendung „Plattenkiste“ bei NDR 1 Niedersachsen. Am vergangenen Freitag zwischen 12 und 13 Uhr unterhielten sich Jennifer Wiesbach, Annika Lichtenberg und Olli Borg mit Moderatorin Martina Gilica über die Arbeit der inklusiven Band Klangwerk aus Bersenbrück, in der sechs Musiker spielen – vier davon sind geistig oder körperlich behindert oder leiden unter einer psychischen Erkrankung.

Begeistert und mit Leidenschaft hat Olli Borg schon einen Singkreis geleitet und sich dann auf die Arbeit mit der Band sehr gefreut. Ein toller Anschub kam über die „Aktion Mensch“, so startete alles, erzählt er in der Sendung. Borg spielt den Bass bei Klangwerk. Er kennt die Band-Mitglieder schon aus der Heilpädagogischen Hilfe - aus dem Singkreis und dem Orff-Kreis.

Alles sollte aber „fetziger und rockiger“ werden, erklärt er lächelnd: Rita konnte Gitarre spielen, Mitarbeiter Helmut spielt E-Gitarre, Michaela ist eine gute Sängerin – das ist die zweite Hälfte der Band, die nicht mit in der Sendung ist. Alle sechs Bandmitglieder lieben aber auch alte Schlager. Ein Beispiel spielen die Gäste auch gleich in der Sendung. Olli Borg begleitet Sängerin Jennifer mit seiner Ukulele zum Lied „Marina“.

Annika Lichtenberg ist die Schlagzeugerin. Das Instrument lernte sie erstmals in der Schule, dann kam das Angebot von Olli Borg für „Trommeln & mehr“, und so ist sie schnell die „Groove-Maschine“ in der Band geworden, wie Olli Borg sie nennt.

Jennifer Wiesbach singt und spielt Keyboard. Mit ihrem Lampenfieber wird sie gut fertig, sagt die junge Frau. Sie weiß längst, wie schnell das vergeht, gibt aber zu, dass sie manchmal beim Solo nach der richtigen Note oder dem korrekten Text sucht beim Titel „Schuld war nur der Bossanova.“ Übel genommen hat ihr das aber noch niemand.

Ihre Auftritte haben Klangwerk von Bersenbrück aus auch schon nach Bramsche oder Hollage geführt. Die Zuhörer sind immer erfreut über die handgemachte Musik und singen häufig bekannte Titel gleich mit. Die Bandmitglieder freuen sich über jeden Bühnenauftritt, zumal es sich auf jeder Bühne anders anhört. Gerade Annika Lichtenberg, die nicht sehen kann, empfindet den jeweiligen Klang einer Bühne besonders stark. In Hollage verstärkte das Holz des Podiums den Bass, beschreibt sie ihre Erfahrungen.

Jeder aus dieser Band kann ein Selbstbewusstsein bekommen, das er bisher nicht hatte - also steht auch heilpädagogisches Interesse dahinter. Die Musiker verändern sich tatsächlich mit der Zeit und ihren Erlebnissen, erzählt Olli Borg: Alle sind selbstbewusster geworden, auch sich selbst nimmt er nicht aus dabei. Jennifer Wiesbach bestätigt, dass sie sich durch die Bühnenarbeit inzwischen mehr zutraut - auch beruflich fällt ihr alles leichter.


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