Ida Wolke und ihre Geschichte 100. Geburtstag in Alfhausen-Thiene

Von Margarete Hartbecke


Alfhausen. Ida Wolkes 100. Geburtstag haben die Nachbarn gebührend gewürdigt. Seit zwei Jahren lebt sie bei ihrer Tochter Irmtraud Döhmann in Alfhausen-Thiene.

Geboren wurde Ida Wolke am 16. Oktober 1916 in Bockraden bei Ibbenbüren als ältestes von acht Geschwistern. 1937 heiratete sie den Landwirt August Wolke aus Neuenkirchen. Acht Kinder gingen aus der Ehe hervor, zwei vor dem Krieg, ein Sohn nach Kriegsende und ab 1955 noch fünf Töchter.

Zeitlebens hat Ida Wolke viel gearbeitet. Auch Sticken und Stricken, Häkeln und Nähen mochte sie gern. Nur zweimal ist sie auf Reisen gegangen, einmal zu einer ihrer Töchter in die Schweiz und einmal nach Lourdes. Mehr habe sie nicht vermisst, ihr Leben sei durch Arbeit und durch ihre Familie ausgefüllt und erfüllt gewesen. Mittlerweile zählen 22 Enkelkinder, 15 Urenkel und sogar drei Ururenkel zu ihren Nachkommen.

Im hohen Alter lässt die Rüstigkeit nach. Mit 95 Jahren war Ida Wolke auf den Rollstuhl angewiesen, später lebte sie im Pflegeheim St. Reginenstift in Fürstenau. Dort litt sie jedoch unter starkem Heimweh. Während eines Besuches bei Irmtraud Döhmann äußerte die gesundheitlich angeschlagene Seniorin den Wunsch, hier auch sterben zu wollen.

Mit fröhlicher Gelassenheit

Ihre Tochter zögerte nicht lange und behielt sie bei sich. Das war im Juli 2014. „Vier Wochen hing meine Mutter zwischen Himmel und Erde“, doch dann habe sie sich erholt. Mittlerweile fehlen Ida Wolke die Kräfte, um das Bett zu verlassen. Gegen die Pflege sieht Irmtraud Döhmann aber nicht an. Das kennt sie. Auch ihre Schwiegereltern und eine Tante seien im Hause versorgt worden. Und ihr Mann Josef und ihre drei Kinder packen mit an.

Für die Nachbarschaft ist es eine Selbstverständlichkeit, so einen seltenen Geburtstag gebührend zu würdigen, erzählt Sonja Lefert. Das weiß sie aus Erfahrung, denn auch im Hause Mertens zur Helle/Lefert gab es schon solch einen Ehrentag. Mit einer farbenfrohen 100 auf Fichtenzweige gesteckt und mit zwei Fichtenkronenstämmchen schmücken sie deshalb am Samstag Döhmanns Garten. Das ist ein schöner Empfang und Anblick für die Gäste am Sonntag.

Irmtraud Döhmann freut sich über die Aufmerksamkeit. Sie nimmt es mit fröhlicher Gelassenheit. Kein Klagen kommt über ihre Lippen. Was sie ihrer Mutter weiterhin wünscht, weiß sie sofort, denn das sei passend in einer Glückwunschkarte formuliert: Möge der Himmel sie bewahren vor Gefahren, Schmerz und Pein. Bei diesem Umfeld kann das wahr werden.