40. Schleppjagd Wenn die Meute durch Eggermühlen jagt

Von Georg Geers

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Eggermühlen. Zwei Gründe zum Feiern am Wochenende in Eggermühlen: Der Reit- und Fahrverein veranstaltete bei idealem Herbstwetter seine 40. Schleppjagd. Als Hundemeute war die Beagle Meute Münsterland dabei, die ihr 40-jähriges Bestehen feiert.

Was mag wohl das Erfolgsgeheimnis der Meutejagd in Eggermühlen sein? Mechthild Möller, Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins sprach in ihrer Begrüßung das ungezwungene, lockere Miteinander an. Die familiäre Atmosphäre, die das Organisatorenteam dem Ereignis immer wieder verleiht. Nicht zu vergessen die traumhaft schöne Landschaft mit ihren bewaldeten Hügeln, in denen die Ortschaft liegt. Sie eignet sich ideal für diesen anspruchsvollen Pferdesport, Jagdreiter aus zwei pferdebegeisterten Bundesländern, nämlich Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, haben Eggermühlen Jahr für Jahr fest in ihrem Terminkalender stehen.

Als Organisatorin hatte Brigitte Schulte mit ihrer Crew den gewohnten Streckenverlauf umgekehrt. Doch das tat dem Vergnügen keinen Abbruch, im Gegenteil: Das goldene Herbstwetter ließ viele Besucher dazustoßen, die den Reiterfeldern mit Planwagen oder sogar mit Fahrrädern folgten.

Auf den gut einsehbaren Schauschleppen genossen die Besucher den Anblick der dahinjagenden Hunde, geleitet von ihren Betreuern im vornehmen roten Rock. Im gestreckten Galopp folgte ihnen das springende Feld über 15 hervorragend präparierte Hindernisse,

Mit einigen Tropfen Minze hatten Schleppenleger Robert Schmitz-Hübsch und seine Pfadfinderin Johanna Kasfeld zuvor die Hufe ihrer Pferde beträufelt. Beagles können mit ihren feinen Nasen diesem Hauch von Minzgeruch über Kilometer hinweg folgen. Einige Male träufeln die Schleppenleger auf der 16 Kilometer langen Strecke nach.

Ihre Freude hatten die Kinder bei einer Kaffeepause auf dem Hof Pöppelmeyer mit den dreifarbig gescheckten Spürhunden. In der Pause erwiesen sie sich nämlich als gesellige Spielkameraden. „Unsere Beagles sind liebenswerte Hunde, die sehr anhänglich und menschenbezogen sind,“ sagt Maria Gillisen, Master der Beagle Meute Münsterland, „Andererseits entwickeln sie ein derart quirliges Temperament, dass es manchmal schon eine kleine Kunst ist, sie während der Jagd zu kontrollieren,“ Mit zwölf Koppeln, also 24 Hunden, war das Team in Eggermühlen. Abgesehen vom Schleppjagd-Jubiläum galt es bei der Veranstaltung noch ein weiteres zu feiern: Die Beagle Meute Münsterland kann in diesem auf 40-jähriges Bestehen zurückblicken. Wilhelm König gründete sie im Jahr 1976. Zurzeit besteht sie aus 50 Hunden, von denen etwa 30 bei Schleppjagden eingesetzt werden. Viele überlieferte Regeln und Gebräuche bestimmen die Ausübung dieses Sports.

Dass die quirligen Chaoten auch hören können, zeigten sie beim Halali, dem Ende der Jagd, von den Jagdhornbläsern mit einem speziellen Signal verkündet. Dort wartet nämlich Rinderpansen auf die Hunde, eine echte Köstlichkeit, über die sie mit Wonne herfallen, in Sekunde in Stücke reißen und verschlingen. Aber: Erst nach einem besonderen Pfeifton stürzt die Hundemeute über ihre Leckerbissen her.


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