CDU will anderen Stadtdirektor Zwei Rathäuser in Bersenbrück?

Von Martin Schmitz


Bersenbrück. Die Bersenbrücker CDU will Horst Baier nicht mehr als Stadtdirektor. An die Stelle des Samtgemeindebürgermeisters soll Stadtbürgermeister Christian Klütsch treten. Johannes Koop soll sein Stellvertreter bleiben.

Dies bestätigen Klütsch und Gerd Uphoff als Sprecher der CDU-Stadtratsfraktion. Die Entscheidung obliegt dem neuen Stadtrat in seiner konstituierenden Sitzung am 14. November.

In den vier Samtgemeinden des Altkreises Bersenbrück ist üblich, den hauptamtlichen Samtgemeindebürgermeister auch zum Verwaltungschef der Gemeinde zu machen, die Sitz der Samtgemeindeverwaltung ist. Die Entscheidung liegt beim Rat der Standortgemeinde. Der Bürgermeister der Standortgemeinde beschränkt sich damit auf repräsentative Aufgaben.

In den Mitgliedsgemeinden läuft es anders: Dort ist bis auf ganz wenige Ausnahmen der ehrenamtliche Bürgermeister auch Direktor der Verwaltung. Das Personal dieser Verwaltung stellt die Samtgemeinde je nach Größe der Gemeinde.

Als Verwaltungschefs tragen die Bürgermeister die Verantwortung für das Verwaltungshandeln und sind dafür persönlich haftbar. Deshalb können Mitgliedsgemeinden die Aufgabe des Verwaltungschefs auch dem Samtgemeindebürgermeister übertragen, seinem Verwaltungsvertreter oder einem Abteilungsleiter.

Wird „altes Rathaus“ neues Rathaus?

Setzt die Bersenbrücker CDU-Stadtratsfraktion mit ihrer Mehrheit im Stadtrat ihr Vorhaben durch, müsste die Samtgemeindeverwaltung Mitarbeiter für eine Stadtverwaltung abstellen. Im Rathaus ist der Platz knapp, deshalb ist davon auszugehen, das diese Verwaltung im alten Bersenbrücker Rathaus an der Hasestraße angesiedelt wird. Dort hat Klütsch wegen des Platzmangels im Rathaus Lindenstraße bereits ein Sprechzimmer. Nach seiner Abwahl als Erster Samtgemeinderat bezog auch Johannes Koop dort ein Büro. Dort geht der ehemalige Mitarbeiter der Samtgemeindeverwaltung seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als stellvertretender Stadtdirektor nach. Diese Aufgabe soll er nach dem Willen der CDU als gewähltes Stadtratsmitglied auch in der neuen Ratsperiode wahrnehmen.

Zu den Aufgaben, die die Stadt Bersenbrück wie andere Mitgliedsgemeinden selbst wahrnimmt, gehören der Bau und die Reparatur von Straßen, die Planung und Verwirklichung von Baugebieten, Grundstücksgeschäfte und die Kultur- und Vereinsförderung. Sämtliche übrigen Aufgaben von der Personalhoheit bis zum Bürgerservice erledigt die Samtgemeinde.

Kompetenzen für Klütsch

Samtgemeindebürgermeister Horst Baier möchte sich in der Sache derzeit nicht äußern. CDU-Fraktionssprecher Gerd Uphoff sieht in dem Vorhaben eine Anpassung an die tatsächlichen Verhältnisse in Bersenbrück. Die Bersenbrücker würden nämlich nicht zwischen den Verwaltungsebenen Stadt und Samtgemeinde unterscheiden. Nicht das Rathaus, sondern der ehrenamtliche Bürgermeister Klütsch sei für sie Ansprechpartner, wenn sie ein Problem hätten. Damit der nicht immer auf das Samtgemeinderathaus verweisen müsse, brauche er mehr Kompetenzen. Außerdem suchten viele Investoren das Gespräch mit Klütsch, auch dabei könnten Befugnisse als Stadtdirektor hilfreich sein.

„Wir wollen ausprobieren, ob wir mit einer eigenständigen Verwaltung nicht besser zurechtkommen“, bestätigt Christian Klütsch. Ob diese Verwaltung aber im alten Rathaus sitzen wird statt im Samtgemeinderathaus, ist für ihn und Uphoff noch völlig offen.


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