Ausklang mit Gottesdienst Biker beenden Motorradsaison mit Ausfahrt nach Gehrde

Von Björn Thienenkamp


Quakenbrück/Gehrde. Über 1900 Motorradfahrer nahmen nach Schätzungen der ACM Gehrde an der Ausfahrt zum Saisonende am Sonntag von Quakenbrück nach Gehrde teil. Sie klang mit einem Gottesdienst aus.

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Motorradfahrer (ACM) Gehrde hatte am Sonntagmittag nach Quakenbrück eingeladen, um von dort gemeinsam nach Gehrde zu fahren. Eine Viertelstunde vor Abfahrt haben sich schon rund 1000 Motorradfahrer in der Hindenburgstraße in Quakenbrück versammelt. Petra Böcker vom gleichnamigen Autohaus sitzt in dem Führungsfahrzeug mit dem Schild „Demofahrt für mehr Partnerschaft im Straßenverkehr“ auf dem Dach und knabbert einen Berliner von Bäcker Krogmann. Auch ihre Kinder Charlotte und Bennet sowie Lena Kirk freuen sich auf einen ungewöhnlichen Sonntagsausflug.

Über die Niedersachsenstraße, Quakenbrücks Südumgehung, führt Bernhard Nardmann die Karawane mit einem von vier eingesetzten Streifenwagen in die Neustadt und weiter nach Groß Mimmelage. Gut durch Nortrup und Ankum gekommen, befindet sich die Kolonne in Rüssel plötzlich hinter zwei auf 25 Stundenkilometern beschränkten Fahrzeugen. Nardmann zieht daran vorbei und lotst sie an die Seite, hat dadurch jedoch plötzlich drei unbeteiligte Pkw im Demonstrationszug. Aber auch die wird er durch Vorbeiwinken wieder los.

Aber wie kommt Nardmann in Alfhausen klar, wo er zwischen den beiden Ampelkreuzungen einen Haken über die Bundesstraße schlagen muss? Plötzlich prescht ein großes Einsatzfahrzeug der Alfhausener Feuerwehr in die Kreuzung, stellt sich quer und macht den Weg für die Biker frei. An weiteren Kreuzungen und Einmündungen sichern Feuerwehrleute aus Alfhausen, Rieste und Gehrde die Durchfahrt.

Nach 45 Kilometern und 55 Minuten bei 26 Grad fahren Nardmann, Böcker, die Verkehrswacht Bersenbrück und eine große Menge an Motorrädern in Gehrde ein. Als Einsatzleiter der Gehrder Feuerwehr achtet Jens Waßmund darauf, dass die Rettungswege frei bleiben. 1500 Teilnehmer strömen nach Angaben der Polizei ins Dorf.

„Bei herrlichem Wetter, bei herrlichem Sonnenschein“, begrüßt Stefanie Lohmann die Gemeinde in der St.-Christophorus-Kirche zum „MoGoDi“, dem Motorradgottesdienst. Deutlich sichtbar stehen neben den beiden weißen Kerzen auf dem Altar schwarze Bikerhelme. „Noch einmal raus, zum Abschluss der Saison“, fühlt die Pastorin mit den Zweiradfreunden, wenngleich sie selber nicht dazugehört.

Von hinterhältigem Witz ihre Geschichte vom Teenager, der heimlich mit dem Bike seines Vaters fährt: „Du, Papa, soll ich Dir erzählen, was mir gerade passiert ist, oder willst Du es morgen in der Zeitung lesen?“

Schön bunt anzusehen ist sie ja, die Kette, die Gaby Soth-Igelmann über das Rednerpult legt. „Das ist die Mutperlenkette von Annelie Meyer zu Drehle. Immer, wenn sie bei der Krebsbehandlung in Münster tapfer war, gab es eine Perle. Je schöner die Perle, desto schlimmer der Eingriff“. Die Kette ist 7,5 Meter lang. Wie mag das Mädchen sich gefühlt haben? „Annelie ist als gesund entlassen“, erleichtert sie die Gemeinde. Die Kinderkrebshilfe Münster stellt Marie Bass vor.

„Am Halbmond in Groß Mimmelage haben wir bei 1300 mit dem Zählen aufgehört, hier im Dorf kommen wir auf 1950 Teilnehmer“, zeigt sich Jürgen Kirk sehr zufrieden. „Wir haben super Wetter, die Kirche ist voll, wir werden wohl eine ordentliche Spendenleistung zusammenkriegen“, resümiert der ACM-Organisator.