Massive Beschwerden Baustelle auf B214 in Bersenbrück sorgt für Zoff

Von Peter Selter

Die Asphaltfräse läuft. Wenige Stunden nach Baubeginn war die Bundesstraße 214 mit normalen Fahrzeugen nicht mehr befahrbar. Foto: Peter SelterDie Asphaltfräse läuft. Wenige Stunden nach Baubeginn war die Bundesstraße 214 mit normalen Fahrzeugen nicht mehr befahrbar. Foto: Peter Selter

Bersenbrück. „Dicke Luft“ herrscht auf der Baustelle der Bundesstraße 214 in Höhe Ahausen und darum herum. Mehrere Bersenbrücker Gewerbetreibende beschweren sich massiv darüber, wie die Bauplanung erfolgte und vor allem, wie – oder besser wie nicht – ein notwendiger Informationsfluss lief.

„Ziel war es, eine gemeinsame Maßnahme von Stadt und Land so zu planen, dass hinsichtlich der Zeit und der Kosten ein möglichst geringer Aufwand entsteht“, erklärte Stadtdirektor Horst Baier. Dabei bemühe sich die ausführende Firma Dallmann intensiv, „so schnell wie möglich zu arbeiten und die Anwohner so wenig wie möglich zu belasten“ ist sich Horst Baier sicher.

B-68-Abfahrt bekommt eine Ampel

Neben der Fahrbahnsanierung im Bereich Ahausen in Richtung Bersenbrück wird auch eine neue Ampelanlage an der Abfahrt B 68 zur Bundesstraße 214 gebaut. Die dritte Baustelle an der B 214 betrifft den Neubau der Kreuzung „Gottlieb-Daimler-Straße“ und „Im Grunde“. Insgesamt werden sich die Baumaßnahmen über drei Monate hinziehen.

Der Unmut trifft den Polier

Den ganzen Unmut der Anwohner und Verkehrsteilnehmer bekam am Dienstag Thomas Varnhorn, der Polier vor Ort des Straßenbauunternehmens Dallmann, zu spüren. Er hatte gut zu tun, die Fahrzeuge zurückzuschicken, die sich an den Verbotsschildern vorbeigemogelt hatten. Varnhorn: „Welchen Schleichweg manche Fahrer gefahren sind, kann ich nicht sagen.“

Starke Beeinträchtigung

Unverständnis über die Art und Weise, wie hier die Stadtverwaltung mit den Gewerbetreibenden umgehe, zeigte Thomas Kalmlage vom gleichnamigen Autohaus. Es sei ja schön, dass in Bersenbrück gebaut werde, aber eine Gemeinde müsse das auch verkraften können. Nach den Erfahrungen der vergangenen Monate, in denen es durch Baumaßnahmen immer wieder starke Beeinträchtigungen gegeben habe, sei das Maß weit überschritten. „Der Bauwahn legt hier die Wirtschaft lahm“, so Kalmlage.

Unternehmer fühlt sich „abgeschulmeistert“

Zudem sei er von der Bersenbrücker Bauverwaltung auch noch „abgeschulmeistert“ worden. „Kundenorientierte Lösungen sehen anders aus“ betonte er. Unglücklich über die Planung zeigte sich auch Ronald Hülsmann, Geschäftsführer der Firma BSB Reifen und Fahrzeugservice. Teilweise sei es nicht mehr möglich, auf das Firmengelände zu fahren. Das funktioniere nun mal nicht. Mit Blick auf alle Betroffenen, von großen Firmen bis hin zum kleinen Imbiss seien Lösungen gefragt, die die Betriebe so wenig wie möglich beeinträchtigen. Warum man beispielsweise heute bereits nicht mehr in die Gottfried-Daimler-Straße einfahren könne, erschließe sich niemandem, so Ronald Hülsmann.

Behörde: Stadt entschied sich für Vollsperrung

Die Sperrungen und Umleitungen, die derzeit weiträumig von Ankum über Alfhausen und Neuenkirchen-Vörden nach Bersenbrück ausgeschildert sind, sorgten zudem für Kritik. So konnten am Dienstag Fahrzeuge von Ankum kommend die Bundesstraße 68 zwar noch erreichen, sind dann aber zuvor vorschriftswidrig an der Sperrung vor Bersenbrück vorbeigefahren. „Die Stadt Bersenbrück, die ja selbst Verkehrsbehörde ist, hat sich für eine Vollsperrung entschieden“, gab Frank Engelmann, der stellvertretende Leiter des regionalen Geschäftsbereichs der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) in Osnabrück zu bedenken. Die derzeitigen Sperrungen und Umleitungen wird sich Horst Baier mit seinen Fachleuten noch einmal genauer ansehen. Auch hier gelte, dass der zusätzliche Aufwand so gering wie möglich gehalten werden müsse, so der Stadtdirektor.

Schaltzeiten der Ampel in Ankum anpassen

Unternehmer Ronald Hülsmann gibt dazu zu bedenken, dass im Laufe der Umleitungen auch noch Verbesserungspotenziale bestünden. So müsse beispielsweise die Ampelanlage in Ankum hinsichtlich ihrer Schaltzeiten neu eingestellt werden, um den Umleitungsverkehr so gut wie möglich regeln zu können. Und noch etwas: Schließlich würde die Maisernte gerade anlaufen. Dann gehe schon bald an einigen Stellen gar nichts mehr.