D2-Variante Gehrder Bürgerinitiative für Stromtrasse an Autobahn

Von Heinz Benken

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Gehrde. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht das Thema Stromtrassenverlauf auf der Tagesordnung steht. Eine erforderliche Satzungsänderung nahm nun die Initiative „Bürger gegen 380 kV“ wahr, um in Gehrde ihre Marschrichtung zu verdeutlichen. Das Ziel lautet: Stromtrassenverlauf entlang der Autobahn A 1 in der Variante D2, die einen verlängerten Trassenverlauf entlang der Autobahn bis auf die Höhe von Hesepe vorsieht.

Diesem Vorhaben bläst aber bereits kräftiger Gegenwind aus dem Landkreis Vechta und dem Raum Bramsche entgegen. Denn der vorgeschlagene Verlauf entlang der Autobahn durch den Kreis Vechta stößt dort auf Widerstand und und der spätere mögliche Schwenk von der A1 weg zum geplanten Umspannwerk bei Merzen würde die Stadt Bramsche und die Gemeinden Rieste und Neuenkirchen-Vörden (Landkreis Vechta) tangieren.

Erheblicher Widerstand

Die Bürgermeister dieser Kommunen haben sich jetzt deutlich dafür ausgesprochen, es bei den vier Varianten zu belassen, die bislang in einer Raumwiderstandsanalyse untersucht werden sollen.

Wolfgang Winner, „Bürger gegen 380 kV“-Vorsitzender, verwies in Gehrde auf das inzwischen „starke Bündnis“ für die neue D2-Variante. Dieses Bündnis bilden jetzt die drei Samtgemeinden Artland, Bersenbrück und Neuenkirchen (Bramsche) mit den fünf Bürgerinitiativen dieses Raumes.

Cloppenburg als Fürsprecher

Einen „großen Fürsprecher“ habe dieses Bündnis durch den Landkreis Cloppenburg bekommen, der das dortige Umspannwerk aus dem Cloppenburger Kerngebiet in Richtung Autobahn verlegen möchte. Auch der Landkreis Osnabrück habe positive Signale gesendet. „Wir sind nun eine starke Truppe,“ unterstrich Winner.

Das Ziel sei jetzt, durch den vorhandenen massiven Druck aus der Bevölkerung und der Politik das zuständige Amt für regionale Landesenwicklung (ArL) Weser-Ems in Oldenburg zu veranlassen, die D2-Trasse in die Raumwiderstandsanalyse aufzunehmen.

Dafür spreche auch die Möglichkeit, die vorhandene Infrastruktur von Autobahn, Industriegebieten und der Stromtrasse, die südlich des Nordkreises Osnabrück von Westen nach Osten führt, für die D2-Variante zu nutzen.

Gegen alle anderen Varianten wehren sich die „Bürger gegen 380 kV“, denn „dadurch würde unsere Kulturlandschaft zerschnitten“.

Erdverkabelung nicht realistisch

Eine Erdverkabelung als Alternative zu den Höchstspannungsmasten sei derzeit nicht realistisch, erläuterte Jürgen von Guionneau aus Badbergen, denn sie müsse technisch noch weiterentwickelt werden und sei zudem erheblich kostenintensiver. Bereits im kommenden Jahr werde der Trassenkorridor festgelegt und 2022 solle die Stromleitung in Betrieb genommen werden.

Der Neubau der im Netzentwicklungsplan vorgesehenen 380-Kilovolt-Höchstspannungsleitung von Conneforde nach Merzen steht auf jeden Fall fest, der Verlauf noch nicht. Als Endpunkt der Leitung und somit als Standort des Umspannwerks ist im Netzentwicklungsplan Merzen vorgesehen. „Am Ende werden eine Leitung und ein Umspannwerk gebaut“, hatte Kreisrat Winfried Wilkens bereits verdeutlicht.

Diskussionen zum Trassenverlauf

Die Diskussion um den Stromtrassenverlauf geht in den kommenden Tagen weiter. Am Mittwoch, 17. August, beginnt um 19 Uhr in der Schützenhalle Badbergen eine zentrale Informationsveranstaltung zum Thema Stromtrasse. Und am Dienstag, 30. August, diskutieren mehrere Landtagsabgeordnete im Saal Hölschermann in Gehrde ab 19 Uhr das Thema.

Die Mitglieder der Initiative „Bürger gegen 380 kV“ beschlossen einstimmig die vom Finanzamt empfohlene Satzungsänderung, um die Gemeinnützigkeit als eingetragener Verein zu erhalten. Dies ist auch deshalb wichtig, weil der Verein keine Mitgliedsbeiträge erhebt und Spenden benötigt, für die er dann Spendenquittungen ausstellen kann.


Vier mögliche Trassenverläufe von Cloppenburg bis Merzen sind in der Diskussion: Die Korridore A, B und C würden dabei den Altkreis Bersenbrück von Norden nach Süden zerschneiden.

Das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) in Oldenburg legte inzwischen fest, dass die Variante D entlang der Autobahn 1 ebenfalls zu untersuchen sei. Diese Möglichkeit war zunächst vom zuständigen Netzbetreiber Amprion verworfen worden. Der Trassenkorridor D unterteilt sich wiederum in die drei Varianten D1, D2 und D3. Für eine umfassende Prüfung durch den Netzbetreiber Amprion – er ist mit dem Leitungsbau beauftragt – kommt jedoch bisher nur Korridor D3 infrage. Dieser verläuft von Cloppenburg bis Bakum und ab da entlang der Autobahn 1 bis Holdorf. Von dort zieht sich die Trasse vorbei an Gehrde, Bersenbrück, Alfhausen und Ueffeln bis nach Merzen.

Die Möglichkeiten D1 und D2 würden hingegen den Weg entlang der Autobahn1 weiter südlich bis auf Höhe Hesepe führen. Die Trasse könnte von hier nach Westen schwenken. „Berührt“ durch diese Pläne wären neben der Stadt Bramsche auch die Gemeinden Rieste und Neuenkirchen-Vörden.

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