Relikt aus alten Zeiten Neuer „Diekpaul“ in Rieste aufgestellt

Beim Diekpaul-Setzen dabei waren der Heimatvereinsvorsitzende Alfred Richter (Dritter von links), die „erste Nachbarin“ Maria Timper und die Gründungsmitglieder des Kegelclubs „Diekpaul“. Foto: Ilona UphausBeim Diekpaul-Setzen dabei waren der Heimatvereinsvorsitzende Alfred Richter (Dritter von links), die „erste Nachbarin“ Maria Timper und die Gründungsmitglieder des Kegelclubs „Diekpaul“. Foto: Ilona Uphaus

Rieste. Ein neuer „Diekpaul“ ist in Rieste aufgestellt worden. Ein Relikt aus alten Zeiten, um das die meisten Riester wohl nicht wissen. Mit dabei: der Riester Heimatverein und einer der ältesten aktiven Kegelclubs von Rieste mit Namen „Diekpaul“.

Ursprünglich wurden am Diekpaul die Hochwasserhöchststände markiert, da Rieste vor Bau des Alfsee-Reservebeckens häufig unter dem Hasehochwasser zu leiden hatte. Riestes Bürgermeister Sebastian Hüdepohl konnte sich sogar erinnern, als Kind mit dem Floß um den Diekpaul gefahren zu sein. „Die Zeiten sind hoffentlich vorbei“, meinte er. Dass der neue Pfahl – auf plattdeutsch „Paul“ – nur noch Zierde sei und keine Funktion mehr habe, stellte Gerhard Geers, ehemals Heimatvereinsvorsitzender und Grundschulrektor, klar.

Der aktuelle Vorsitzende des Heimatvereins, Alfred Richter, begutachtete den dicken Holzpfahl, der auf einem Anhänger transportiert wurde. Er dankte den Handwerkern: Heiner Stricker, der das Holz stiftete und bearbeitete, Josef Stricker, der die Schnitzarbeiten – Ornamente, Wappen und Inschrift – ausführte und Ingo Langenkamp, der für den Anstrich sorgte.

Alter „Paul“ vermodert

Der alte „Paul“ habe „vor sich hin gemodert“, wusste Hüdepohl. Es sei wichtig, die historischen Stätten zu erhalten, meinte der Bürgermeister. Die „erste Nachbarin“ Maria Timper hatte das Holz an einem Baum festgebunden, weil es sonst bereits umgefallen wäre. Die alteingesessene Riesterin brachte einen Zeitungsbericht der Bramscher Nachrichten von 1979 mit. Dort hieß es, dass der gleichnamige Kegelclub am 1. Mai einen neuen Diekpaul aufgestellt hat, da der alte 1973 bei Kanalbauarbeiten beseitigt worden war. Wobei „Diek“ die Ortsbezeichnung ist.

Die Idee, einen neuen Pfahl aufzustellen, stammte von einem Gründungsmitglied des Kegelclubs, dem inzwischen verstorbenen damaligen Gemeindedirektor Helmut Staarmann, berichtete Georg Thye, ebenfalls Gründungsmitglied. Bis heute werde jedes Jahr am 1. Mai eine „Gedenkminute“ am Diekpaul eingelegt, wobei auch kräftig gesungen werde, erzählte Anna Speckjohann. Dort müsse der Pumpenkönig des Jahres einen ausgeben. Ein anderer Kegelclub habe damals sogar versucht, den Diekpaul zu „klauen“, daraufhin sei der in Beton gesetzt worden, hieß es.

Nach 37 Jahren kann nun also ein neuer Diekpaul am Weg östlich des Ehrenmals bewundert werden. Da bekam der Ruf „Gut Holz“ eine doppelte Bedeutung und Alfred Richter war sich sicher: „Der überlebt uns!“


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