Gemeinde arbeitet an Überflutungsschutz Hochwasser: Ankum droht von drei Seiten Gefahr

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Der Aslager Graben zwischen Holzbachsiedlung und Voltlager Damm ist eines der Probleme für den Überflutungsschutz Ankums. Die Gemeinde hat ein Grundstück an seinem Ufer gekauft und will ein naturnahes Regenrückhaltebecken schaffen.

            

              Foto: Burkhard DrägerDer Aslager Graben zwischen Holzbachsiedlung und Voltlager Damm ist eines der Probleme für den Überflutungsschutz Ankums. Die Gemeinde hat ein Grundstück an seinem Ufer gekauft und will ein naturnahes Regenrückhaltebecken schaffen. Foto: Burkhard Dräger

Ankum. Von drei Punkten könnte Überflutungsgefahr für Ankum ausgehen. Die Gemeinde arbeitet an Verbesserungen.

In der jüngsten Sitzung gab Bürgermeister Detert Brummer-Bange bekannt, die Gemeinde habe ein Grundstück am Unterlauf des Aslager Grabens kaufen können. Dort solle ein Regenrückhaltebecken entstehen, das Hochwasser auffangen helfen solle. Eine Ingenieurbüro beschäftige sich mit ersten Planungen.

Der Aslager Graben verläuft zwischen der Holzbachsiedlung und dem Voltlager Damm, speist den Mühlteich eines ehemaligen Sägewerks und mündet unterhalb des Ankumer Sees in den Ankumer Bach. Er sei bislang das Kernproblem des Überflutungsschutzes für den Ort, teilt Brummer-Bange auf Anfrage mit.

Der Graben sammelt das Regenwasser aus dem Hügelland zwischen Voltlager Damm und Bundesstraße 214 und gibt es fast ohne Puffer in den Ankumer Bach ab. Deshalb wolle die Gemeinde auf einem Grundstück westlich der Straße An der Insel ein oder zwei Regenrückhaltebecken schaffen mit Rücksicht auf die natürlichen Gegebenheiten an dieser Stelle. Vom Auwäldchen sollten möglichst viele Bäume stehen bleiben, vielleicht könne hier ein kleiner Park mit einem Fußweg für Erholungssuchende entstehen.

Der Aslager Graben mündet nördlich der Bundesstraße 214 in den Ankumer Bach. Als sozusagen an seinen Ufern das Einkaufszentrum mit dem Lidl-Markt als Mittelpunkt entstand, reagierten Anlieger besorgt. Sie befürchteten damals, der Versiegelung einer Fläche, auf dereinst eine komplette Hofstelle stand, könne den Regenabfluss in den Graben noch einmal spürbar verstärken und die Überflutungsgefahr vergrößern.

Auch am Ankumer See soll der Hochwasserschutz verbessert werden, kündigte Brummer-Bange in der Ratssitzung an. Viele Ankumer sehen in ihm das entscheidende Bollwerk gegen eine Hochwasserkatastrophe, wie sie das Unterdorf zum letzten Mal in den Neunzigerjahren getroffen hatte. Dafür ist der See aber gar nicht gedacht und auch nicht ausgelegt. Der See im Ankumer Park besteht aus zwei Becken mit einfachen Auslässen ohne Fluttore.

Diese Auslässe sollen an den Seiten erhöht werden, berichtet Brummer-Bange. Auf diese Weise kann der See mehr Wasser zurückhalten, wenn der Ankumer Bach anschwillt, der ihn durchquert. „Ein paar Tausend Kubikmeter bringen auch schon etwas“, hatte der Bürgermeister kommentiert, als er die Maßnahmen vor Monaten zum ersten Mal ankündigte.

Regenkanal wird verlegt

Der Zufluss aus Richtung Tütingen sei eher mäßig. In der Tat fließt ein großer Teil des Wassers aus dem Hügelland südlich des Orts über den Ahausener Bach ab, der als Feldmühlenbach an der Siedlung Hertmann vorbei in Bersenbrück in die Hase mündet.

Im Aslager Graben sieht Brummer-Bange das größere Problem. Abgesehen vom Mühlteich, gibt es an seinem Unterlauf zumindest keinen Puffer, der Hochwasser auffangen könnte.

Ein drittes Hochwasserproblem ergibt sich dort, wo niemand es vermuten würde, nämlich an der Stelle, an der der Ankumer Bach den Ort wieder verlässt und durch eine Schwemm-Ebene Richtung Nortrup abfließt. Hier mündet der Hauptkanal, der das Regenwasser aus Ankums Nordsiedlungen vom Tiefen Weg bis zur Kunkheide abführt. Immer mehr Siedlungen sind im Laufe der Zeit an dieses Regenkanalsystem angeschlossen worden. Nun droht bei Platzregen ein Rückstau. Deshalb hat die Gemeinde vor längerer Zeit bereits angekündigt, den Hauptabfluss weiter nach außerhalb zu verlegen und ebenfalls ein Regenrückhaltecken als Puffer zwischenzuschalten.

Im Zuge einer Flurbereinigung sollen am Unterlauf des Ankumer Baches weitere Pufferzonen entstehen. An dieser Stelle denkt Brummer-Bange über Ankum hinaus. „Für den Überflutungsschutz brauchen wir ein Gesamtkonzept“, fordert er. „Es kann nicht sein, dass einer sich absichert und den Nachbarn weiter unten absaufen lässt.“


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