Unter den letzten Acht Biggest Loser: Alfhauser trotz „Muschelgate“ weiter


Alfhausen. Er läuft, und läuft und läuft. Norbert Gieseke aus Alfhausen hat Kontrahenten, Coaches und das Fernsehpublikum bei der Sat.1-Abspeckshow „The Biggest Loser“ einmal mehr überrascht. Mit etwas Köpfchen und einer Menge Ausdauer schaffte es der 50-jährige Rechtsanwalt in die Runde der letzten Acht und darf weiter vom Titel „The Biggest Loser“ träumen.

„Doppelt hält besser“ – mit diesem Motto überraschte Camp-Chefin Christine Theiss die verbliebenen zehn Kandidaten von „The Biggest Loser“ bei ihrer ersten Runde in Portugal. Denn im Teammodus mussten jeweils zwei Kandidaten gemeinsam antreten. Es galt, eine von vier Challenges zu gewinnen. Das Duo, das kein Spiel gewinnt, musste nach Hause fahren.

Die Teams wurden anhand der Ergebnisse vom Wiegen zusammengestellt. Der Beste beim letzten Wiegen bekam den Schwächsten vom Wiegen zur Seite gestellt. Der Zweibeste bildete mit dem Zweitschlechtesten ein Team. Und so weiter... Kurzum: Norbert Gieseke, der beim Wiegen auf dem vierten Platz gelandet war, und der Fünftplatzierte Daniel mussten sich gemeinsam in die nächste Runde kämpfen.

„Das war schon ein doofes Gefühl

Die Teamzusammenstellungen sorgten nicht bei allen Kandidaten für Begeisterung. „Norbert ist ein Megatyp, aber in den Challenges hat er seine Defizite“, klagte Daniel vor laufender Kamera über sein Los, „ich mache mir Sorgen, dass Norbert nicht durchhält.“

Das Unbehagen seines Teamkollegen blieb dem Alfhausener natürlich nicht verborgen. „Man konnte merken, dass Daniel eigentlich sauer war, weil er mehr für den Einzelkämpfermodus war“, berichtete Norbert Gieseke .

Auch der Camp-Senior, der dem TV-Publikum mit den Worten „Ich werde Euch noch zeigen, was in mir steckt“ noch selbstbewusst die Siegerfaust präsentiert hatte, war mit dem Teammodus nicht wirklich glücklich: „Ich war ja eigentlich immer das schwächste Glied in der Kette. Ich wollte niemandem den Weg verbauen, ins Finale zu kommen. Das war für mich schon ein blödes Gefühl.“ Doch der Alfhausener, der schon für so manche Überraschung gesorgte hatte (Fitnesscoach Mareike Spaleck: Norbert flasht mich immer wieder auf‘s Neue), ging im Teammodus doppelt motiviert in die Challenges.

Ein paar Sekunden fehlten

Bei der ersten Aufgabe waren Gieseke und sein Teamkollege schon ganz nah dran am Sieg. „Uns fehlten bei der Challenge am Ende ein paar Sekunden, sonst hätten wir es schon da geknackt“, erklärte der 50-Jährige.

Im Estadio Algave, in dem 2004 drei Spiele der Fußball-Europameisterschaft ausgetragen wurden, mussten die Kandidaten zunächst Puzzleteile von der Zuschauertribüne aus das Spielfeld tragen und anschließend das Puzzle zusammenlegen. „Das war schon toll in dem Fußballstadion. In meiner Familie sind alle fußballverrückt, deshalb waren wir häufig in Fußballstadion. Ich war da aber häufig am Currywurststand“, gestand der Alfhausener. Norbert Gieseke und Daniel waren mit ihrem Puzzle schon sehr weit, aber Sina und Umut waren schneller.

Augen auf der bei der Muschelsuche

In der zweiten Challenge mussten die Kandidaten mit Schwimmflossen an den Füßen am Strand durch knietiefes Wasser laufen und auf einer Sandbank Muscheln suchen. „Daniel dachte, dass Ali und Dani gewinnen, und hatte die Challenge schon abgeschrieben“, berichtete Norbert Gieseke.

Und tatsächlich legte Ali einen Blitzstart hin, tat sich beim Muschelnsuchen aber umso schwerer. Im Gegensatz zum Alfhausener, der die vergrabenen Muscheln so schnell fand, wie kein anderer Kandidat. „Ich hatte beim Muschelnsuchen relativ viel Glück“, sagte Norbert Gieseke, der aber auch den richtigen Blick bei der Suche bewies, „wir haben früher häufig Wattwanderungen gemacht. Ich habe beobachtet, dass der Sand auf den Muscheln schneller trocknet.“

Norbert Gieseke war zwar beim Laufen langsamer als sein Teamkollege, aber „ich war beim Muschelnsuchen viel schneller als Daniel“. So sammelten beide in 30 Minuten gleichviele Muscheln und gemeinsam mehr als die anderen Teams.

„Ich bin genauso oft gelaufen, wie mein Kollege. Das war schon ein Erfolgserlebnis für mich“, war Norbert Gieseke stolz auf seine Leistung. Das Training zu Hause hatte sich also gelohnt. „In den neun Wochen zwischen Andalusien und Spanien habe ich zu Hause viel auf dem Laufband gemacht“, verriet der Alfhausener.

Jan kämpft mit allen Tricks

Für Ärger sorgte hingegen wieder einmal Kandidat Jan, der schon vor einigen Wochen gegen Norbert Gieseke geätzt hatte . Als der Kölner erkannte, dass er mit seinem verletzten Teampartner Sandro, keine Siegchancen mehr hatte, reichte er Muscheln an das Team Ali/Dani weiter, um den Triumph von Norbert Gieseke und Daniel zu verhindern. „Da wird von Fairness gesprochen, aber man versucht dann mit unfairen Mitteln, die Konkurrenten rauszukegeln“, ärgerte sich Norbert Gieseke ein wenig über die Aktion, „ich will das nicht kommentieren. Aber das bestätigt, wie andere Menschen ticken.“

Durch die „Muschelgate-Affäre“ wurde aber auch deutlich, dass der Kampf um die Finalplätze zunehmend verbissener wird. „Es kann nur einen geben“, weiß auch Norbert Gieseke, der bei „The Biggest Loser“ mittlerweile mehr als 40 Kilogramm abgespeckt hat, „aber für mich war nie das Geld entscheidend, sondern meine Gesundheit und das Abnehmen. Deshalb denke ich immer von Woche zu Woche und bin für jede weitere Woche dankbar.“

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Nach ihrem Sieg bei der Muschelchallenge war klar, dass Norbert Gieseke und sein Teamkollege Daniel die Runde der letzten Acht erreicht hatten. So konnten die beiden bei den zwei folgenden Challenges zuschauen. Im dritten Spiel mussten die Kandidaten mit Seilen die Außenfassade eines Feuerwehrübungsturmes erklimmen. „Das wäre sicherlich interessant geworden. Aber wer früh durch das Ziel geht, kann in Ruhe den Einlauf der anderen beobachten“, grinste Norbert Gieseke, der im Domizil an der Algarve auch noch einen neuen Zimmernachbar bekam.

Weil der verletzte Sandro freiwillig aufgab und Bernd, mit dem sich der Alfhausener zuvor das Zimmer geteilt hatte, in der entscheidenden Dreier-Challenge „Bälle unter Wasser drücken“ gegen Jan und Henry unterlag, zog nun ausgerechnet Jan bei Norbert Gieseke ein. „Ich hab da keine Probleme mit. Ich bin da keimfrei“, nahm es der Jurist gelassen, „wir sind doch nicht in der Grundschule.“


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