Grafschaft Glatz Schlesiertreffen am 4. und 5. Juni in Ankum

Zum Glatzer Treffen in Ankum gehört auch ein Gang durch die Kirchburg hinauf zum Friedhof. Foto: Thomas OeverhausZum Glatzer Treffen in Ankum gehört auch ein Gang durch die Kirchburg hinauf zum Friedhof. Foto: Thomas Oeverhaus

Ankum. 1946 war ein Schicksalsjahr für viele Schlesier. An 70 Jahre Vertreibung aus der Heimat wollen Bewohner der Grafschaft Glatz mit einem Treffen in Ankum am 4. und 5. Juni erinnern.

Unter den Arkaden vor der Kirche St. Nikolaus in Ankum endete 1946 für 120 Schlesier aus der Grafschaft Glatz die Vertreibung. Von hier wurden sie zur Unterbringung verteilt, hier begann ihr neues Leben in der Bundesrepublik.

1988 brachten sie an dieser Stelle eine Gedenktafel mit einem Relief an. 2006 gab es in Ankum ein Treffen zum Gedenken an die Vertreibung vor 60 Jahren. 2011 war das Treffen verbunden mit der Gründung der „Stiftung Grafschaft Glatz Schlesien“. Die Festrede hielt der damalige niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann.

Sein Nachfolger Boris Pistorius wird auf dem Treffen am 4. und 5. Juni ein Grußwort sprechen, ebenso der Osnabrücker Landrat Michael Lübbersmann. Dies teilt Peter Großpietsch von der Zentralstelle Grafschaft Glatz mit, die zusammen mit dem Heimatverein Ankum und der Gemeinde das Treffen organisiert. Die Schirmherrschaft hat Bundestagsmitglied Hartmut Koschyk, Bundesbeauftragte für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten.

Prozession zum Friedhof

Das Treffen beginnt am Samstag, 4. Juni, mit einem Symposium ab 13.30 Uhr im Heimathaus Ankum über „Die Traumata der Kinder der Vertreibung“. Die Leitung hat Landtagspräsident a. D. Horst Milde.

Am Sonntag, 5. Juni, beginnt im Artländer Dom mit der „Deutschen Messe“ von Franz Schubert der zweite Tag des Gedenkens. Den Gottesdienst zelebrieren Weihbischof em. Gerhard Pieschl, Großdechant Prälat Franz Jung, Pfarrer Ansgar Stolte und weitere Priestern und Diakone.

Nach dem Gottesdienst führt eine Prozession zunächst zum Mahnmal und Soldatenfriedhof an der Kirchburg, wo eine neue Gedenktafel für die Gefallenen, Vermissten und Verstorbenen aus den deutschen Vertreibungsgebieten gesegnet wird.

In Sonderheit soll hier erinnert werden an Leutnant Friedrich Lengfeld, geboren in der Grafschaft Glatz. Bei schweren Kämpfen in der Eifel Ende 1944 starb er beim Versuch, einen schwer verletzten amerikanischen Soldaten zu bergen.

30 Jahre später erfuhren amerikanische Offiziere und Veteranenverbände davon. Sie setzten Lengfeld am Soldatenfriedhof im Hürtgenwald ein Denkmal. Es ist das einzige Denkmal, das amerikanische Offiziere und Veteranenverbände einem deutschen Offizier errichteten.

Die Prozession geht weiter zum Friedhof, um aller Toten zu gedenken, insbesondere der Märtyrer und Glaubenszeugen Kaplan Gerhard Hirschfelder und Pater August Benninghaus, die in Dachau ihr Leben opferten.

Die letzte Station ist die Gedenktafel in den Arkaden unter der Kirche. Es folgen Kurzansprachen, Kranzniederlegung und der Abschluss mit der Nationalhymne.


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