Wenn der Gleisbagger rollt Ankum-Bersenbrücker Eisenbahn: Tut sich etwas?

Von Martin Schmitz

Auf der Ankum-Bersenbrücker Eisenbahn rollt der Bagger: Gleiserneuerung in Ahausen. Foto: Josef PohlAuf der Ankum-Bersenbrücker Eisenbahn rollt der Bagger: Gleiserneuerung in Ahausen. Foto: Josef Pohl

Ankum/Bersenbrück. Wenn der Gleisbagger zwischen Ankum und Bersenbrück unterwegs ist, werden viele neugierig: Tut sich etwas auf der Ankum-Bersenbrücker Eisenbahnlinie?

Was sich in den vergangenen Woche dort getan hat, hat sich seit Beginn der Neunzigerjahre regelmäßig abgespielt: Die Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück (VLO), die die Geschäfte führt für die Ankum-Bersenbrücker Eisenbahn (ABE) GmbH, beantragt Fördermittel aus einem Topf für nicht bundeseigene Eisenbahnen, berichtet ihr Eisenbahnbetriebsleiter Jürgen Werner. Sind die zugesagt, holt die VLO die Genehmigung der Gesellschafter ein und schreibt einen Bauauftrag aus. Für die Ausführung lässt sie bewusst eine weiten Zeitraum im Winter oder Frühling. Baufirmen sollen mit den Arbeiten auftragsarme Zeiten überbrücken können und günstig anbieten.

290 Meter Schwellenerneuerung sind gerade abgearbeitet, von den rund 100000 Euro Kosten verbleiben den Gesellschaftern mit der Gemeinde Ankum an der Spitze die Hälfte, bei der nächsten Runde in diesem Jahr wird es nach einer Änderung der Förderung nur noch ein Viertel sein.

Ansonsten kümmert sich die VLO seit 1990 darum, dass die kleinste Eisenbahngesellschaft Deutschlands mit Busfahrten soviel Geld verdient, dass sie sich selbst trägt. Ob sie den Geschäftsführungsauftrag über 2016 hinaus behält, ist noch unklar, b erichtete ABE-Geschäftsführer Ewald Beelmann im Februar dem Finanzausschuss der Samtgemeinde Bersenbrück . Die Samtgemeinde hat die wirtschaftlichen Aussichten der Bahnlinie prüfen lassen. Das Gutachten fiel positiv aus, für Massengüter kann die Bahn durchaus die passende Transportmöglichkeit sein, wie kürzlich ein großer Holztransport zeigte.

Für regelmäßige Frachtfahrten bräuchte die ABE ein Verladegleis. Einen Abzweig in das Ankumer Industriegebiet gibt es bereits. Es wäre zu prüfen, ob der sich mit vertretbarem Aufwand verlängern ließe. Wie sieht es mit öffentlichen Zuschüssen für so ein Projekt aus?

Ähnlich wie bei der kommunalen Energiegesellschaft Hase-Energie suche die ABE nun einen leistungsstarken Partner, ergänzte Samtgemeindebürgermeister Horst Baier. Das sei im Moment schwierig, weil die Eisenbahnoffensive des Landes Niedersachsen Bahnbetreibern viele attraktive neue Geschäftsfelder biete.

Viel Geld dürfte mit der Bahnlinie wohl kaum zu verdienen sein. Aus Sicht der CDU in der Samtgemeinde ist sogar fraglich, ob die Eisenbahn überhaupt wirtschaftlich betrieben werden kann.

Dann gäbe es da noch die Eisenbahnnostalgie. Vom „Schienen-Zepp“ träumte einst Samtgemeindedirektor Günther Marotzke. Der Unternehmer und Techniksammler Holger Paulsen arbeitet an einem anderen Projekt, das aber genauso auf touristische Fahrten zwischen Ankum und Bersenbrück hinausläuft. Bürokratische Hemmnisse lassen ihn dabei nicht entgleisen. Weil die zuerst angeschaffte Rangierlok keine Genehmigung bekommen hätte, stellte er kürzlich eine zweite funktionsfähige Lokomotive zum Aufmöbeln in den Lokschuppen am Ankumer Bahnhof ein.

Was Waggons betrifft und Einzelheiten des Programms hat er schon konkrete Vorstellungen . Doch zuerst müssen die ABE-Gesellschafter darüber entscheiden.


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