Gedenken an Familie Meyer Stolpersteine in Alfhausen verlegt

Von Siegfried Wistuba

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Alfhausen. In Alfhausen erinnern jetzt sieben Stolpersteine an die Mitglieder der jüdischen Familie Herz Meyer.

Um 9 Uhr versammelten sich vor der Apotheke an der Thiener Straße in Alfhausen Repräsentanten und Bürger, um der ‚Verlegung der sieben Stolpersteine zur Erinnerung an die Mitglieder der Familie Herz Meyer in einer Feierstunde beizuwohnen.

Das unwirkliche Wetter mit Kälte, Regen und sogar Schneeflocken schuf eine Atmosphäre von Trauer und Nachdenklichkeit, in der die Zuhäter mahnenden Worten ihre Aufmerksamkeit schenken. Mit kräftigen Hammerschlägen trieb der Künstler Gunter Demnig die sieben Stolpersteine in den Bürgersteig.

Željko Dragic, jüdischer Neubürger in Alfhausen, hatte die Aktion angeregt. Ihm war die Freude darüber anzusehen, dass seine Initiative der Erinnerung an die Familie Meyer in Alfhausen seine Initiative so breiten Zuspruch fand. Unter den knapp 50 Teilnehmern befanden sich die Pfarrer der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden Alfhausens, Bürgermeister Klaus Wübbolding und Horst Baier, Bürgermeister der Samtgemeinde Bersenbrück.

Am gleichen Tag um 18 Uhr fanden sich noch einmal 15 Besucher ein zu einer Informationsveranstaltung über die Familie Meyer und die Stolpersteinaktion. „Das war so schön, dass trotz schlechten Wetters viele Menschen Interesse gezeigt haben an unserem wichtigen Projekt“, teilt Dragic mit.

Michael Grünberg, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde in Osnabrück erinnerte an den Tod von sechs Millionen Mitbürgern und an viele Einzelschicksale wie das der Familie Meyer in Alfhausen. „Die Erinnerung an das, was geschehen ist und nicht mehr geschehen darf, muss von Generation zu Generation wach gehalten werden,“ so seine Mahnung.

Wie nah man in einer Dorfgemeinschaft miteinander lebt, stellte Bürgermeister Klaus Wübbolding in den Mittelpunkt. Er erinnerte an ein Erlebnis seines Großvaters mit der Familie Meyer, die außer einem Viehhandel in Alfhausen einen Laden“ betrieb. Wenn ihm beim Einkauf mit seinen Eltern von Herrn Meyer ein Bonbon angeboten wurde und er seine Hand dazu hinhielt, bekam er oft die Antwort, dass er auch beide Hände geben könne. Umso schmerzlicher empfand Wübbolding die Denunzierungen, denen die Familie Meyer schon vor ihrer Deportation ausgesetzt gewesen sei.

Für einen europaweiten Wettbewerb entwickelte der Künstler Gunter Demnig vor über 20 Jahren die Idee der Stolpersteine. Seitdem hat er 57620 Stolpersteine verlegt, nicht nur in Deutschland, sondern in vielen Ländern Europas. Diese Steine sollen die Erinnerung an das Geschehen im Holocaust wachhalten.

Warum aber Stolpersteine? Man solle nicht mit den Füßen, sondern mit dem Kopf stolpern und innehalten, erläutert Demnig. Um die Namen und Texte lesen zu können, müsse man stehen bleiben und den Kopf dabei senken. Diese Ehrerbietung sei ein passender Ausgangspunkt der Erinnerung und des Gedenkens.


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