„Mo-Go-Di“ statt Obama 450 Biker beim Auftaktgottesdienst in Gehrde

Von Björn Thienenkamp


Altkreis Bersenbrück. Hagel beim Sammeln in Quakenbrück, Schneeflocken vor der Kirche in Gehrde: Trotzdem konnte das ungemütliche Wetter am Sonntag 450 Biker nicht von der ersten Motorradausfahrt mit Gottesdienst in Gehrde abhalten.

„Hier sind jetzt etwa 250 bis 300 Motorradfahrer“, sagt Bernd Nardmann als Einsatzleiter der Polizei gegen 13.30 Uhr auf dem Gelände des Autohauses Böcker in der Quakenbrücker Hindenburgstraße. „Wir haben 35 Posten an der Strecke stehen, sieben davon kommen von der ACM Berge“, sagt Initiator Jürgen Kirk von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Motorradfahrer (ACM) Gehrde und stimmt sich nochmals mit Andreas Hagen von der ACM Berge ab. Gehrdes Bürgermeister Günther Voskamp ist nur als Zaungast dabei, ist doch sein Motorrad wegen einer verbogenen Gabel nicht durch den TÜV gekommen.

„Schade, dass es nicht mehr nach Berge geht ; schön, dass Gehrde die Idee weiterführt“, findet Petra Böcker. „Nach dem Aus in Berge hat Jürgen Kirk bei uns offene Türen eingerannt“, schildert die Inhaberin des Autohauses. Und schon entschwindet sie mit ihren Söhnen Bennet und Otto sowie Kirks Töchtern Charlotte und Lena in das Führungsfahrzeug mit dem Demonstrationsschild auf dem Dach, und los geht es.

37,6 Kilometer bei etwa sieben Grad Celsius zieht die Kolonne durch den Altkreis. Für Petra Böcker gehören so viele Rotlichtverstöße und Vorfahrtverletzungen sonst nicht zu ihrem Fahrstil. Erst als sich in Bersenbrück die Schranken am Bahnübergang schließen, bleibt die Karawane doch einmal stehen.

„Da sind doch noch einige dazugekommen“, stellt Nardmann in Gehrde fest und spricht von 450 Teilnehmern.

„Ich freue mich, dass jetzt Menschen in unsere Kirche kommen, die nicht zur Gemeinde gehören“, sagt Stefanie Lohmann in der St.-Christophorus-Kirche. „Hannover hat Obama, wir haben den Mo-Go-Di, den Motorradgottesdienst“, eröffnet ihn die 36-jährige Pastorin und predigt von der Freiheit auf der Straße, der Freiheit der Christen und der Freiheit, die Christus schenkt.

Die Kollekte geht an das Ronald-McDonald-Haus in Bad Oeynhausen, das der Gehrder Familie Kapusta zur Seite stand, als Sohn Theo auf ein Spenderherz wartete.


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