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Eisenbahnfreunde gesucht Zweite Lok im Ankumer Bahnhof


Ankum. Für seine touristischen Pläne auf der Ankum-Bersenbrücker Eisenbahn (ABE) hat Holger Paulsen eine zweite Lokomotive angeschafft. Im Lokschuppen am Ankumer Bahnhof wird sie gerade auf Vordermann gebracht.

Viel zu tun ist allerdings nicht. Kürzlich kam Eisenbahntechniker Markus Bartels vom Instandsetzungswerk „Northrail Technical Service“ in Hamburg nach Ankum. Da habe er spontan eine neue Batterie angeschlossen, berichtet Techniksammler Paulsen. „Köf 2“, Baujahr 1935 mit 128 PS, habe eine mächtige Qualmwolke ausgestoßen und sei danach tadellos gelaufen. Der Techniker empfahl, dem Motor mit acht Litern Hubraum an die 20 Liter frisches Motoröl zu spendieren und alle übrigen Betriebsstoffe auszutauschen. Die Lok hat sogar noch „Tüv“, Schienenfahrzeuge müssen alle sieben Jahre auf den Prüfstand.

Das Blechkleid ist allerdings reichlich derangiert. Seit ihrer Fertigstellung war die Lok durchgehend im Rangiereinsatz bei der Deutschen Bahn, zuletzt zog sie Waggons mit Schrott auf dem Betriebsgelände von Carsten Pohlmann, der zusammen mit Ankums Bürgermeister Detert Brummer-Bange, Samtgemeindebürgermeister Horst Baier und ABE-Geschäftsführer Ewald Beelmann an der Inspektion teilnahm.

Für Holger Paulsen mit seinen vielfältigen Verbindungen in Technikerkreisen gibt es aber keine Probleme, nur Lösungen. Diesmal heißt die Lösung Hülsmann Edelstahl Gmbh. Das Bersenbrücker Unternehmen schneidert der Diesellok ein neues Blechkleid auf den Leib. Und das soll dann nicht mehr himmelblau gestrichen werden, sondern im typischen Rot der DB-Güterlokomotiven, mit dem auch diese Lok vom Maschinenbauer Krauss-Maffei ursprünglich lackiert war.

Eigentlich hat Paulsen schon eine funktionierende Lok in Ankum, ein Deutz-Diesel mit 55 PS. Auf Privatbahnen darf die auch Personenzüge ziehen. Nachträglich stellte sich aber heraus, dass auf der ABE die strengeren Vorschriften der Deutschen Bahn gelten, die Lokomotiven mit zweitem Bremssystem verlangen. Das zweite System betreibt Luftdruckbremsen an den Waggons.

Güterwaggons darf sein grüne Deutz-Rangierer schon ziehen, tröstet sich Paulsen. Mithin hat die ABE jetzt schon eine Rangierlok, sollte es wie beabsichtigt wieder zu Frachtverkehr auf der Bahnlinie kommen.

Es gibt sogar eine dritte Lok, die in Paulsens Technikmuseum „Lampen Mühle„ in Bersenbrück-Ahausen vor sich hinrostet. Er schaffte sie vor etwa 15 Jahren an. Schon damals brütete er nämlich mit Lothar Böse von der Stadt- und Samtgemeindeverwaltung die Idee aus, einen Nostalgiezug für Touristen auf die ABE-Schienen zu bringen.

Was so lange währt, soll nun endlich gut werden. Historische Waggons hat Paulsen schon an der Hand, und gute Ideen fürs Programm. Damit will er aber erst herausrücken, wenn die ABE-Gesllschafterversammlung ihr Okay dazu gegeben hat. Sie wird in einigen Wochen tagen.

Was ihm noch fehlt, sind Mitstreiter. Eisenbahnfreunde, die sich durch ihre Mitarbeit einen Traum verwirklichen möchten. Und pensionierte Lokführer, die es wieder auf den Führerstand zieht. Wer Interesse hat, kann sich laut einer Presseerklärung der Samtgemeinde Bersenbrück bei bei Ewald Beelmann melden unter Telefon 05439/962138 oder per E-Mail: beelmann@bersenbrueck.de .


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