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Acht Bands umsonst am 1. Mai Benefiz-Fest für und mit Flüchtlingen am Alfsee

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Rieste. Am 1. Mai findet am Alfsee ein Fest für Flüchtlinge statt. Zahlreiche Bands sind dabei und spielen umsonst. Willkommen ist jeder, denn es soll ein Begegnungsfest werden.

Die Arche Alfsee und die Bramscher Initiative für das Miteinander der Kulturen (Biku) veranstalten das Internationale Hoffest der Kulturen auf der Arche Alfsee am Tag der Arbeit, bestätigen Organisator Alois Eilermann und Blues-Company-Legende Toscho Todovoric unserer Redaktion. Das Motto: „Es ist Zeit, Segel zu setzen, für ein tolerantes Miteinander, für ein menschliches Füreinander.“

Ein Fest für alle

„Es soll ein Begegnungsort werden“, sagt Eilermann. „Ein Familienfest“, konkretisiert er. Daher sollen nicht nur Flüchtlinge zahlreich zu dem Hoffest auf dem Gelände der Arche beim Alfsee kommen, sondern alle, „egal, wo sie geboren wurden“, ergänzt er. Todovoric ergänzt: „Jeder, der einen schönen Tag haben und ein gutes Werk unterstützen will, soll kommen.“ Neben der Musik umfasst das Rahmenprogramm einen Märchenerzähler in einem kirgisischen Jurtezelt, Animationen für Kinder auf einer Spielwiese, Kunsthandwerker und Künstler in Aktion, Straßenmusiker und mehr. Jedes Jahr findet an dem Tag bei der Arche Alfsee ein Schafschurtag statt. In diesem Jahr habe man dort etwas für Flüchtlinge tun wollen und sich daher für das Familienfest entschieden, berichtet Eilermann. Alkohol wird es nicht geben.

Nicht für, sondern mit Flüchtlingen

Eilermann arbeitet bei der Biku und organisiert das Festival derzeit. Er bemängelt, andere Benefizkonzerte und -veranstaltungen für Flüchtlinge fänden ohne sie statt. Am Alfsee soll das anders sein. „Das sind unsere Neubürger, die gehören nicht aufs Abstellgleis“, sagt Eilermann. „Sie sollen integriert werden.“ Der 1. Mai solle dazu beitragen.

Das meint auch Marcus Tackenberg, Sänger von Ombre di Luci. „Integration kann nur gelingen, wenn man sich mit Flüchtlingen trifft, ihnen zuhört und hilft, in dieser Gesellschaft zurechtzukommen. Deswegen finde ich den Gedanken, ein Musikfestival nicht nur zugunsten von Flüchtlingsinitiativen zu organisieren, sondern tatsächlich für Flüchtlinge, die mit Bussen zum Alfsee gefahren werden, sehr sympathisch und enorm wichtig.“

Acht hochkarätige Bands dabei

Beginn des Festes ist um 11 Uhr. Acht Bands haben ihre Zusage gegeben, die dort bis 19 Uhr spielen – kostenlos. Darunter sind die Osnabrücker Bands Ombre de Luci und das Urgestein Blues Company. Ebenfalls dabei: K-Dur, Dusty Lemmer and the Wirebirds, Sedman Duo, Cicinatela, Jail Job Eve und Cliff Barnes and the Fear of Winning.“ Alle Bands haben binnen kürzerster Zeit zugesagt, kostenlos zu spielen“, versichert Todovoric. Allerdings hoffen die Bands auf umfangreiche Spenden, ergänzt er. „Wir wollen es an dem Tag knistern hören – und nicht klimpern“, sagt er. Die Spendeneinnahmen gehen an Flüchtlinge auf der Balkanroute für Medikamente, Babynahrung und andere Dinge.

Stände spenden Gewinne

Auch die internationalen Essensstände, die dort ihre Speisen anbieten, würden ihre Gewinne spenden, versichert Eilermann. Derzeit laufen Verhandlungen mit Busunternehmen, um die Flüchtlinge aus Osnabrück zum Alfsee zu bekommen. Nach Möglichkeit sollen die Unternehmen das ebenfalls kostenlos tun. Für die Flüchtlinge in Bramsche-Hesepe stehe bereits ein Shuttle-Service mit Bullis. Auch aus anderen Gemeinden des Landkreises wie etwa Neuenkirchen-Vörden und Bersenbrück sollen die Flüchtlinge die Möglichkeit bekommen, zum Alfsee zu kommen.

Todovoric war selbst Flüchtling

Für Todovoric sei es eine Selbstverständlichkeit, bei dem Fest ohne Gage zu spielen. „Ich kann mich sehr gut in die Menschen reinversetzen, die in Flüchtlingslagern leben“, sagt er. Schließlich habe er als Kind selbst lange in einem Flüchtlingslager in Lingen gelebt. Wegen der vielen Kinder dort habe er zwar auch viele schöne Erinnerungen an die Zeit. Ein heutiges Flüchtlingslager will er sich aber nicht anschauen. „Wegen der auch vielen schlechten Erinnerungen von damals“, sagt der Bandleader.

Der Eintritt am 1. Mai ist frei. „Aber wir bitten um Spenden“, sagt Eilermann.


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