Donnerstag Gemeinderat Soll Gehrde Stromtrassen boykottieren?

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Zwei von vier Trassenvorschläge würden das Gehrder Gemeindegebiet durchqueren. Bürgermeister Günther Voskamp zufolge wird jetzt eine weitere Route geprüft entlang der Autobahn A 1, die Gehrde auslassen würde. Quelle: Amprion Grafik: NOZ/Heiner WittwerZwei von vier Trassenvorschläge würden das Gehrder Gemeindegebiet durchqueren. Bürgermeister Günther Voskamp zufolge wird jetzt eine weitere Route geprüft entlang der Autobahn A 1, die Gehrde auslassen würde. Quelle: Amprion Grafik: NOZ/Heiner Wittwer

Gehrde. Die Gehrder CDU fordert, die Gemeinde möge jegliche Trassenführung der Höchstspannungsleitung über ihr Gebiet ablehnen. Für Bürgermeister Günther Voskamp (Die Grünen) ist das „zu kurz gesprungen“. Am Donnerstag diskutiert der Gemeinderat das Thema.

Die CDU-Fraktion im Gemeinderat hat beantragt, der Gemeinderat möge in einer Stellungnahme an das Amt für regionale Raumentwicklung jegliche Trassenführung durch das Gemeindegebiet ablehnen, oberirdisch wie unterirdisch. Gehrde sei von zwei Routenvorschlägen betroffen, die das östliche wie das westliche Gemeindegebiet betreffen. Es bestehe die Gefahr, dass sich die Gemeinde in zwei Lager spalte. Mit seiner Stellungnahme könne der Gemeinderat den Verein „Bürger gegen 380 kV“ unterstützen, den die Bürgerinitiative „Raumwiderstand“ zu gründen beabsichtige .

A 1-Trasse wieder im Gespräch

Der Gemeinderat werde den Antrag in seiner Sitzung am Donnerstag diskutieren, kündigt Bürgermeister Voskamp an. Aus seiner Sicht sei der CDU-Antrag aber „zu kurz gesprungen“. Irgendwie müsse der Strom zum Verbraucher kommen, Netzbetreiber Amprion habe den Auftrag zu prüfen, welche Trassenführung überhaupt möglich sei. Dieser Auftrag ergebe sich aus dem Bundesnetzplan. Die Gemeinde sei auf allen Ebenen in dieser Angelegenheit aktiv, sei im Gespräch mit Amprion, mit dem Amt für regionale Raumentwicklung und der Samtgemeinde Bersenbrück. Sie habe in einer Versammlung über das Thema informiert, woraufhin sich die Bürgerinitiative bildete.

Voskamp verweist darauf, dass in die Diskussion Bewegung gekommen sei. Seitdem unterirdische Leitungen zumindest teilweise infrage kämen, müssten sämtliche Routen komplett neu geprüft werden. Ferner sei die schon verworfene Route entlang der Autobahn A 1 Richtung Merzen wieder im Gespräch, die das Gehrder Gemeindegebiet auslassen würde. Der Bürgermeister spricht sich dafür aus, sämtliche Routen ergebnisoffen zu prüfen.


Der Gemeinderat tagt am Donnerstag ab 18.30 Uhr im Sitzungszimmer des Gemeindebüros. Auf der Tagesordnung stehen Themen wie der Gemeindehaushalt 2016 und ein Förderantrag, der der Gemeinde die Option offenhalten soll, in Gehrde kurzfristig eine zweite öffentliche Krippe einzurichten.

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