Lebhaftes Bühnenspektakel HpH-Schauspieler begeistern bei Premiere

Zufrieden ist die Schauspielertruppe mit ihrer ersten Aufführung in den Räumen der HpH-Theaterwerkstatt. Foto: HpH/Martin HeimbrockZufrieden ist die Schauspielertruppe mit ihrer ersten Aufführung in den Räumen der HpH-Theaterwerkstatt. Foto: HpH/Martin Heimbrock

Bersenbrück. Seit knapp einem halben Jahr arbeitet eine Gruppe mehr oder weiniger junger Nachwuchsschauspieler der Bersenbrücker Gemeinnützigen Werkstätten mit der theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück zusammen, um als Menschen mit und ohne Handicap gemeinsam auf der Bühne zu stehen. Und dass dies nicht irgendein wuseliges Amateurprogramm ist, konnten nun die ersten Zuschauer in einer etwa halbstündigen Premierenvorstellung live erleben.

Fast alles in dem spartanisch eingerichteten Theaterraum erinnert noch an die ersten Übungen, die die Nachwuchsschauspieler der Heilpädagogischen Hilfe Bersenbrück im vergangenen Sommer durchgeführt hatten. Bei genauerem Hinschauen erkennt man allerdings doch einige, sehr markante Unterschiede: Hinten stehen drei Reihen bunter Stühle, die den nicht allzu großen Proberaum merklich einengen. Dahinter ist eine Lichtorgel mit bunten LED-Leuchten angebracht, und an der Seite neben dem Eingang sitzt eine junge Dame am Mischpult, die die hinter den Vorhängen versteckten Lautsprecherboxen mit Ton und Schall versorgt.

Und dann, als plötzlich alles ganz ruhig wird, betritt Matthias Caspari die Bühnenfläche, um die ersten Zuschauer zu begrüßen. Nicht nur er als Vertreter der theaterpädagogischen Werkstatt freue sich über das Interesse der Besucher, auch die sogleich startenden Schauspieler haben nach seinen Worten diesen Augenblick lange herbeigesehnt.

Mitspieler willkommen

Kurz danach kommen dann auch die Akteure auf die Bühne, um ihr minutiös geplantes Programm an Mann und Frau zu bringen: Achim, André, Christina, Eduard, Funny, Franziska, Magitta, Mandy, Martina, Renate, Tanja und Uwe – allesamt Mitarbeiter der HpH-Werkstatt in Bersenbrück. Die Freude und der Spaß am Theater sind ihnen schnell im Gesicht abzulesen, allerdings blinzelt dem ein oder anderen auch eine gewisse Portion Nervosität aus den Augen. Und sogleich geht es mit einer gemeinsamen tanzähnlichen Choreografie aller Teilnehmer los. „Der gemeinsame Start lockert die Angespanntheit der Schauspieler“, wird später Christian Vox als Projektleiter des über drei Jahre angelegten Theaterangebots nach der Vorführung berichten.

Mit weiteren Szenen werden dann Theaterinhalte aufgeführt, die im Vorfeld, und das ist der Theaterpädagogin Liane Kirchhoff sehr wichtig anzumerken, von den Schauspielern selbst erarbeitet wurden. „Hier soll jeder seine individuellen Fähigkeiten und Neigungen einbringen können“, so Kirchhoff, die auf die verschiedenen Theaterschwerpunkte hinweist.

Was allerdings bei diesem Theaterprojekt leider in den Hintergrund geraten ist, ist die Tatsache, dass das Theaterstück noch nicht wirklich inklusiv ist, also Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen mitarbeiten. Vielleicht kommt dies ja nach dem 16. Februar, wenn mit den Angehörigen der Schauspieler auch Menschen außerhalb der Heilpädagogischen Hilfe in die Bersenbrücker Theaterwerkstatt kommen. Sie werden an diesem Tag, quasi als Abschluss der ersten Vorführreihe, als Letzte das mit 30 Minuten zwar kurze, aber sehr lebhafte Bühnenspektakel erleben.

Wer Interesse hat, an diesem Theaterprojekt mitzuwirken, kann sich jedenfalls unter der Telefonnummer 05439/9449-57 mit Christian Vox von der Heilpädagogischen Hilfe in Verbindung setzen.


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