Landkreis: Dauervermietung Ankumer Georg Dobelmann kauft Hotel Schmidt


Ankum. Jetzt ist Georg Dobelmann der Ankumer Hotelkönig: Nach dem See- und Sporthotel hat er auch das Hotel Schmidt gekauft. Wann er hier ähnlich wie beim Sporthotel zum Zuge kommen kann, ist unklar. Der Pächter pocht auf einen langfristigen Mietvertrag bis 2022.

Vielleicht ist dies Ankums wahre Mitte. Von der Balustrade vor dem „Ankumer Dom“ St. Nikolaus blickt man auf den zweistöckigen Ziegelbau, mit Turmstübchen auf der Ecke und der Biergartenterrasse davor. Das war lange das erste Haus am Platz, unzählige Geschichten verbinden sich damit. Einer seiner Wirte ist als Ohrenbeißer auf dem Dorfbrunnen verewigt, ihm verdankt angeblich der Sportverein Quitt seinen außergewöhnlichen Namen. Der Schützenverein feierte rauschende Bälle im Saal und tagte im Hinterzimmer, auch als das verboten war: In der Besatzungszeit nach dem Zweiten Weltkrieg hätte eine Alliiertenpatrouille beinahe den Schützenvorstand verhaftet. Der konnte gerade noch rechtzeitig aus dem Fenster türmen. Aus der Flucht wurde später ein Schützenbrauch.

„Ideale Lösung„

Um die Jahrtausendwende machte das Haus noch Furore als örtlicher Pionier für Büfettabende. Dann wurde es stiller um das Hotel. 2013 geriet es in die Schlagzeilen, als bulgarische Paketwagenfahrer, die hier untergebracht waren, nach einer obskuren Firmenpleite ohne Lohn dastanden. Im Gemeinderat gab es Beschwerden über abgemeldete Pkw, die vor dem Hotel abgestellt gewesen sein sollen, mitten im Ort.

Seit 1914 ist das Hotel im Besitz der Familie Schmidt, deren Ursprünge auf dem Schmidt’schen Hof in Tütingen liegen. 1981 kaufte der Unternehmer Albert Schmidt es von seiner Tante. In sein kleines, sich rasch wandelndes Firmenimperium mit vielen Auslandskontakten habe das Hotel gut hineingepasst, erinnert sich seine Witwe. Zum Unternehmen passt das Hotel wohl schon lange nicht mehr, ihr Sohn Bernhard Schmidt zeigt sich froh, mit Georg Dobelmann einen Käufer gefunden zu haben, bei dem er das Haus in guten Händen weiß: „So wie es jetzt läuft, das ist die ideale Lösung“, sagt er.

Dauervermietung ein Problem

Zu Plänen für das Hotel mag Dobelmann sich nicht äußern. Er verweist auf den langfristigen Mietvertrag.

Der gilt für einen gastronomischen Betrieb. Den Festsaal hat der Landkreis Osnabrück stillgelegt, weil er den Brandschutz und den Fluchtweg für Feiernde nicht mehr gesichert sieht. Und in den Zimmern seien Dauermieter untergebracht, habe ein Abgleich mit dem Einwohnermeldeamt gezeigt.

Dauervermietung sei aber nur möglich mit Umbauten, teilt der Landkreis mit. Besitzer Georg Dobelmann und der Pächter hätten dazu übereinstimmend mitgeteilt, dass die ungenehmigte Dauervermietung bis Ende Februar beendet werden solle. Diese Frist werde man abwarten und die Situation weiter beobachten.

Für die Pächterseite bestätigt Toni Jotova diese Vereinbarung. Er kündigt an, mit seiner Frau Petja Hotel und Restaurant weiterbetreiben zu wollen. Er hoffe, dass der neue Besitzer den bis 2022 gültigen Mietvertrag einhalte und in das Haus investiere. Nicht nur der Festsaal müsse wiederhergestellt werden. Die Kegelbahn unter dem Saal sei verfallen und nicht mehr zu nutzen. Auch sie müsse erneuert werden. Überhaupt gebe es reichlich Sanierungsbedarf.


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