SPD-Anfrage aus Hildesheim Will Horst Baier weg aus Bersenbrück?

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Horst Baier, Bürgermeister der Samtgemeinde Bersenbrück. Foto: Bettina MeckelHorst Baier, Bürgermeister der Samtgemeinde Bersenbrück. Foto: Bettina Meckel

Bersenbrück. Will Horst Baier weg aus Bersenbrück? Der Bürgermeister der Samtgemeinde Bersenbrück war als SPD-Kandidat für die Landratswahl im Kreis Hildesheim im Gespräch, hat aber abgesagt.

Die „Hildesheimer Allgemeine“ meldete am Dienstag, Baier habe mit „hiesigen SPD-Führungskräften“ Gespräche geführt. Namentlich genannt werden SPD-Unterbezirks-Vorsitzende Waltraud Friedemann und der noch amtierende Landrat Reiner Wegner.

Die Gesprächspartner zeigten sich laut „Hildesheimer Allgemeiner“ vor allem ob der großen Entfernung zwischen Bersenbrück und Hildesheim skeptisch: Wie Baier hier Wahlkampf machen wolle? Der Bersenbrücker habe sich trotzdem zuversichtlich gezeigt, ehe er schließlich am Wochenende per E-Mail an Friedemann abgesagt habe.

„Wahlkampf kann er„

Wahlkampf kann er, sagen CDU-Vertreter aus der Samtgemeinde Bersenbrück. Vor drei Jahren gelang Baier, sein Amt als Finanzvorstand der Stadt Osnabrück auszuüben und nach Feierabend einen Wahlkampf zu führen, der ihn überraschend ins Amt brachte , den ersten SPD-Mann im Bürgermeisteramt, das die CDU seit der Gründung der Samtgemeinde in der Gebietsreform 1974 als ihren Erbhof betrachtete.

Pikantes Wahlkampfthema

Gefürchtet hat er im Wahlkampf nur eine Frage, nämlich die nach den privaten Gründen seiner Bewerbung. Grundlos, zeigte sich. Die CDU versuchte, Stimmung gegen Baier zu machen mit dem Hinweis, den schlechter dotierten Job in Bersenbrück strebe er nur an, um in der Nähe seiner Lebensgefährtin bleiben zu können, der Osnabrücker Kultusdezernentin Rita Maria Rzyski. Das brachte den Christdemokraten aber Unmut ein und Baier zusätzliche Sympathien. Rzyski und Baier hatten sich im Job kennengelernt. Beide saßen im Vorstand der Stadt Osnabrück. Der damalige Oberbürgermeister Boris Pistorius bestand darauf, dass einer der Spitzenleute die Verwaltung verlassen müsse, um Berufliches und Privates zu trennen.

In Hildesheim bekannt

Kürzlich wurde Rzyski Bildungsreferentin in Hannover . Seitdem kocht wieder die Gerüchteküche in der Samtgemeinde, spekulieren insbesondere CDU-Kreise, ob und wann Baier die Samtgemeinde verlassen wird. Die Meldung aus Hildesheim dürfte Wasser auf diese Mühlen sein. Die CDU hofft auf eine Rückkehr an die Macht in der Kommunalwahl im kommenden Herbst.

Doch Baier erklärt, andere Pläne zu haben. Sein schickes Haus in Osnabrück hat er kürzlich verlassen und ist nach Rieste in der Samtgemeinde umgezogen. „Ein paar Kartons muss ich noch auspacken“, schmunzelt er.

Keine Bewerbung in Hildesheim

Um das Landratsamt in Hildesheim habe er sich nicht beworben, betont er. Vielmehr hätten ihn SPD-Vertreter angesprochen, die ihn noch aus seiner Zeit in Hildesheim gekannt hätten. SPD-Vertreter aus Hildesheim bestätigen das. Baier lebte fünf Jahre in der Gemeinde Elze, seine beiden Töchter wurden in dieser Zeit geboren. Die Gespräche in Hildesheim hätten ihm aber gezeigt, „dass die Samtgemeinde viel spannender ist“. Deshalb habe er sich entschlossen, abzusagen und im Bersenbrücker Land zu bleiben.

Schlüsselpersonalie

Was er in der Samtgemeinde angefangen habe, würde er gern noch eine Legislaturperiode fortsetzen, sofern er eine Mehrheit finde, erklärt er. Im Samtgemeinderat stützt ihn ein lockeres Bündnis aus Wählergemeinschaften, SPD und Grünen. So bunt diese Koalition mit der UWG Ankum als stärkster Kraft sein mag, sie steht erstaunlich stabil zum Bürgermeister.

Passiert ist so einiges in den vergangenen drei Jahren. Baier gründete Gemeindewerke , kämpfte für eine neue Gesamtschule in Ankum , stellte die Wirtschaftsförderung der Samtgemeinde neu auf. Ungezählt seine Fernduelle mit Michael Lübbersmann, jetzigem Landrat und Baiers Amtsvorgänger als Bürgermeister, über die Rolle der Gemeinden im Landkreis Osnabrück.

Personalie durchgesetzt

Diese Woche setzte er eine Schlüsselpersonalie durch: Als Erster Samtgemeinderat ist bislang Johannes Koop Baiers Stellvertreter, der Mann, der die Bürgermeisterwahl als CDU-Kandidat gegen ihn verlor. Anders als im Artland, wo es mit Claus-Peter Poppe und Frank Wuller eine ähnliche Konstellation gibt, fanden Chef und Vize im Bersenbrücker Rathaus nie wirklich zusammen. Während die CDU Koop mit aller Macht im Amt zu halten versuchte, wählte der Samtgemeinderat auf Vorschlag des Bürgermeisters mehrheitlich Andreas Güttler , Erster Gemeinderat in Essen i. O., der aus Ankum kommt.


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