55 weitere Arbeitsplätze zu Januar Adidas stockt in Rieste auf und stimmt Sozialcharta zu

Meine Nachrichten

Um das Thema Samtgemeinde Bersenbrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Das Adidas-Gelände liegt im interkommunalen Industrie- und Gewerbegebiet unmittelbar an der Autobahn 1 zwischen Rieste und Neuenkirchen-Vörden. Foto: Marcus AlwesDas Adidas-Gelände liegt im interkommunalen Industrie- und Gewerbegebiet unmittelbar an der Autobahn 1 zwischen Rieste und Neuenkirchen-Vörden. Foto: Marcus Alwes

Rieste. Nach 90 neuen Arbeitsplätzen im inzwischen fast abgelaufenen Jahr, will der Sportartikelanbieter Adidas in seinem Distributions- und Versandzentrum in Rieste/Neuenkirchen-Vörden zum 1. Januar 2016 weitere 55 Personen einstellen. Das hat die international agierende Unternehmensgruppe bekanntgegeben.

Die Zahl der fest bei Adidas beschäftigten Personen am Versandstandort im Niedersachsenpark an der Autobahn 1 steigt damit auf 387. Der Sportartikelgigant - mit einem Jahresumsatz von zuletzt 14,5 Milliarden Euro - reagiert auf die gerade in Westeuropa steigenden Bestellzahlen. In Spitzenzeiten verlassen inzwischen täglich etwa 400000 Produkte den Standort in Rieste. Damit ist das Versandzentrum dort das inzwischen weltweit größte des Konzerns.

Extra-Bericht zu Zeitarbeitern liegt vor

Adidas kündigte ferner an, weitere Verbesserungen der Arbeitsbedingungen umsetzen zu wollen. Dazu gehöre, so das Unternehmen in einer Presseerklärung, „auch die Intensivierung des Dialogs mit allen Mitarbeiten am Standort sowie die Einrichtung einer regelmäßigen Sprechstunde mit Betriebsrat und Managementteam vor Ort“. Stärker kontrolliert und ausgebaut werden soll ferner die Zusammenarbeit mit jenen Zeitarbeitsfirmen und Personaldienstleistern, deren Beschäftigte ebenfalls in größerer Zahl in Rieste tätig sind. Im Sommer hatten die angeblich schlechte Arbeitsbedingungen dieser Mitarbeiter bundesweit für Schlagzeilen gesorgt.

Adidas hatte anschließend den Auditor Systain aus Hamburg mit der Prüfung der Situation beauftragt. Die Ergebnisse liegen nun vor. Torben Kehne, Director für den Bereich Sozialverantwortung bei der Systain Consulting GmbH, hatte dem Sportartikelanbieter darin empfohlen, „in einzelnen Bereichen“ im Distributionszentrum im Niedersachsenpark „Verbesserungen umzusetzen“. Insgesamt sprach Kehne jedoch von „insgesamt positiv zu bewertenden Beschäftigungsbedingungen“.

Einigung mit Gewerkschaft und Betriebsrat

Geeinigt hat sich Adidas inzwischen auch mit der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und dem eigenen Betriebsrat auf eine Sozialcharta. „Mit deren Abschluss am Standort in Rieste ist es gelungen, für die Kollegen in Zeitarbeit Standards zu vereinbaren, die ein größeres Maß an Sicherheit gewährleisten“, so Gewerkschaftssprecher Friedhelm Hundertmark. Besonders hervorzuheben sei, so der Arbeitnehmervertreter, „die regelmäßige Überprüfung, ob und wie Zeitarbeitnehmer bei Adidas übernommen werden können“.

Insgesamt würden dadurch „die Teilhabe, das Controlling und die Mitbestimmung in einem noch stärkeren Maße als in der Vergangenheit in der Sozialcharta vereinbart“, sagte Hundertmark. Der Bezirksleiter der IG BCE gilt als Ideengeber und Initiator der Vereinbarung zwischen der Adidas-Unternehmensgruppe und der Gewerkschaft.


Die Adidas Gruppe ist einer der weltweit führenden Anbieter in der Sportartikelindustrie und unterhält ein sehr umfassendes Portfolio von Schuhen, Bekleidung und Zubehör für Sport und Lifestyle um die Kernmarken Adidas, Reebok, TaylorMade und Reebok-CCM Hockey. Die Gruppe mit Sitz in Herzogenaurach beschäftigt mehr als 53000 Mitarbeiter weltweit und generierte im Jahr 2014 einen Umsatz in Höhe von 14,5 Mrd. Euro.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN