Entlassungen ab Jahresende Lüdecke in Kettenkamp kämpft um Großauftrag


Kettenkamp. Die Hermann Lüdecke GmbH in Kettenkamp verliert zum Jahresende einen Großauftrag. Mitarbeiter erhielten bereits ihre Kündigung. Das Unternehmen kämpfe darum, den Auftrag zurückzugewinnen, doch die Verhandlungen stockten derzeit, sagt Geschäftsführer Herbert Lehrmann.

Lüdecke holt täglich über 1000 Tonnen Elektrohochofenschlacke aus zwei Stahlwerken nach Kettenkamp. Dort wird sie zu einem Schotter aufbereitet, der zum Beispiel im Straßenbau eingesetzt wird. Dort sei das Material begehrt, weil es sehr langlebig sei, beschreibt das Unternehmen sein Geschäftsfeld. Untersuchungen bestätigten, dass das Material umweltverträglich sei.

Auftraggeber sind ein Stahlwerk in Lingen und die Georgsmarienhütte GmbH. Den Auftrag aus dem Osnabrücker Südkreis hat Lüdecke in einer Neuausschreibung an einen Konkurrenten im Ruhrgebiet verloren, teilt Geschäftsführer Lehrmann auf Anfrage mit. Damit seien die Arbeitsplätze von 25 der 45 Mitarbeiter bedroht. Kündigungen seien bereits ausgesprochen, sie griffen ab Anfang 2016, die letzen der Betroffenen müssten im August oder September 2016 gehen.

Lehrmann bleibt aber optimistisch. Es habe sich herausgestellt, dass das Unternehmen, das die Ausschreibung der Georgsmarienhütte gewonnen habe, nicht über alle notwendigen Lizenzen verfüge. Im Moment werde mit dem Stahlwerk über eine Verlängerung des Auftrags verhandelt. Das Ergebnis dieser Verhandlungen sei noch offen.

Lehrmann verweist auch auf die Kompetenz des Unternehmens, seine Genehmigungen für Entsorgung und Aufbereitung von Schlacke und für den Güterverkehr. „Wir suchen nach Alternativen, um eine gewisse Größenordnung des Unternehmens zu erhalten“, sagt er.


Die Hermann Lüdecke GmbH & Co. KG ist Spezialist für die Verarbeitung von Elektroofenschlacke. Das 1933 gegründete Unternehmen aus Kettenkamp stellt aus dem bei der Stahlerzeugung im Elektrolichtbogenofen anfallenden Nebenprodukt einen hochwertigen Baustoff her, der zum Beispiel im landwirtschaftlichen Wirtschafts- und Forstwegebau, für Bankettbefestigungen und als Stabilisierungs- und Bettungsmaterial unter Pflasterungen Verwendung findet. Auch als Untergrund für Straßen kommt der Baustoff zum Einsatz . Mit 45 Mitarbeitern verarbeitet das Unternehmen derzeit über 240000 Tonnen jährlich. Bezogen hat es die Schlacke bislang von der Stahlwerke Georgsmarienhütte GmbH und der Benteler Stahl/ Rohr GmbH in Lingen. Georgsmarienhütte hat die Zusammenarbeit nach einer Ausschreibung zum Jahresende gekündigt. (hok)

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