Rotierende Autos und Kaninchenroulette Eggermühlen feiert Jubiläum: Tausende Besucher in der Schulstraße

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Eggermühlen. Nicht besonders alt ist die Gemeinde Eggermühlen, aber dafür sind seine Einwohner sehr ideenreich. Mehr als verdoppelt hatte sich die Einwohnerzahl des 1800-Seelen-Ortes am vergangenen Sonntag. Zu einer Flanier- und Erlebnismeile wurde die Schulstraße zwischen Mariä-Himmelfahrts-Kirche und dem neuen Kindergarten an der Alten Rentei. Bei der Bandbreite der Aussteller und den Aktionen der vielen Vereine hatte Langeweile überhaupt keine Chance.

Den unzähligen Ideen und der Fülle an Kreativität, die viele ehrenamtliche Helfer in den vergangenen Monaten in die Vorbereitung des Jubiläums „50 Jahre Eggermühlen“ investiert hatten, zeigten Wirkung. Rappelvoll war die Schulstraße, an deren Seiten sich Aktion an Aktion reihte. Vor dem Kindergarten nutzten Kids die Gelegenheit, mit dem Verkauf von Flohmarktartikel ihr Taschengeld aufzubessern. Auf dem Schulhof simulierte die Verkehrswacht unter anderem körperliche Einschränkungen nach Alkoholgenuss oder führten den Besuchern anhand eines Überschlagmobils hautnah vor Augen, was bei Unfällen passieren kann.

Waschechte Feuerwehrmänner nahmen Besucher, große wie auch kleine, mit der Drehleiter in luftige Höhen mit. „Wir waren höher als die Kirchenspitze“, schwärmte der sechsjährige Till Meiners, als er wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Auch vor dem neuen Kindergartengelände hatten Schwindelfreie die Möglichkeit, sich über die Dächer Eggermühlens hieven zu lassen.

Fast ausverkauft hieß es mittags bei der Essenausgabe. Mehr als 200 Portionen leckerer Erbsensuppe weg - ein Kompliment an die Köche der Ankumer Niels-Stensen-Klinik. Dafür, dass trotzdem kein Besucher Hunger leider musste, sorgten weitere Verköstigungsstände, die stets umlagert waren.

Einen Großkampftag erlebten die Damen der Frauengemeinschaft, die im Pfarrheim Gäste bewirteten. Als Verdauungsschnäpschen diente der „Seute Füftiger“ oder der „Halwe Hunnerter, den die Organisatoren zu Jubiläum aufgelegt hatten.

Unter Anleitung eines Tischlers einmal selber einen Nistkasten bauen, oder seine eigene Kerze kreieren? Viele Kinder nahmen die Angebote dankbar an. Frisch gepressten Saft aus Eggermühlener Äpfeln servierten die Mitarbeiter des Kuhlhoff Bippens. Gepresst wurde direkt vor Ort.

Eggermühlen und darunter die ehemals selbstständigen Bauerschaften Basum-Sussum, Besten, Döthen und Bockraden in Verbindung mit dem Gemeindewappen und den Jahreszahlen 1965 und 2015 steht auf einem Aufkleber, der am Stand der Gemeinde neben weiteren Werbeartikeln erhältlich war. Unter den Augen von Profis des VfL-Osnabrück, die am Stand des SV Fortuna Autogramme gaben, hatten Kicker Gelegenheit, ihren eigenen „Wums im Bein“ am Lasertor und an der Torwand zu testen.

Wohin wird er laufen? Diese bange Frage stellten sich die Teilnehmer des Kaninchenrouletts. Ernst Lübbert zur Lage und seine Theaterkollegen hatten ihren Spaß und Besucher konnten ihren Wetteinsatz abgeben, zu welcher Möhre oder welchem Salatblatt es den Hoppelmann ziehen würde.

Als vor 50 Jahren die Samtgemeinde Eggermühlen gegründet wurde, waren sie die Stars auf den Äckern in der Umgebung. Mit zwölf Trecker waren die Alttraktorenfreunde Berge-Hekese beim Jubiläum vertreten und dokumentierten mit ihren alten Maschinen den Wandel, der sich in einem halben Jahrhundert in der Landwirtschaft vollzogen hat.

Sehr gute Resonanz verzeichnet auch die Geschäftswelt. Der verkaufsoffene Sonntag war für viele ein Grund mehr, Eggermühlen anzusteuern.


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