Gemeindejubiläum Eggermühlen entstand gegen die Pläne des Kreises

Von Georg Geers

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Eggermühlen. 1965 schlossen sich die Bauerschaften Besten, Bockraden, Basum-Sussum und Döthen zur Samtgemeinde Eggermühlen zusammen. Wenige Jahre später wurde daraus die Einheitsgemeinde Eggermühlen, Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Bersenbrück. Sein Gründungsjubiläum möchte Eggermühlen am 13. September mit der Einweihung der neuen Kindertagesstätte an der Schulstraße mit großem Festprogramm gebührend feiern. Die Verbindung macht Sinn: Die „Alte Rentei“, jetzt zum Kinderzentrum ausgebaut mit Kindergarten, Krippe und Mensa, beherbergte einst die Keimzelle Eggermühlens.

Vereine, Verbände, und viele Aussteller bieten an diesem Sonntag ein Programm für die ganze Familie. Das Fest beginnt mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel um 10.30 Uhr im Innenhof des Kindergartens.

Die Verwaltung des Kreises Bersenbrück gab nur zähneknirschend ihre Zustimmung, als sich die Gemeinderäte der vier Bauerschaften rund um das Eggermühlener Schloss 1964 zusammenzeine größere leistungsfähige Einheit bilden wollten. Die Mini-Gemeinden waren nämlich anderweitig verplant. Rundum gab es Pläne für Gemeindefusionen.

In einem Vermerk der Kreiskämmerei Bersenbrück vom 25. Mai 1965 heißt es: „Wegen der Bildung einer Samtgemeinde Eggermühlen hat Kreiskämmerer Beinke mit dem Herrn Oberkreisdirektor Rücksprache genommen. Sowohl der Herr Oberkreisdirektor als auch Oberrechtsrat Schumann sehen keine Möglichkeit, den von den Gemeinden Basum-Sussum, Besten, Bockraden und Döthen intensiv betriebenen Zusammenschluss zu einer Samtgemeinde zu verhindern. Die von der Kreisverwaltung als vorteilhafter angesehene Lösung, sich auch weiterhin der Samtgemeinde Ankum (bisher Kassenverband), der Samtgemeinde Bippen (bisher Kassenverband) und dem Kassenverband Nortrup anzuschließen, kann gegen den Willen der Gemeinde nicht durchgesetzt werden. Unter den jetzigen Verhältnissen tritt tatsächlich durch den angestrebten Zusammenschluss eine Stärkung der Verwaltungskraft ein. Dieses ist auch dann noch zu bejahen, wenn die Samtgemeinde zur Erledigung ihrer Kassengeschäfte und Verwaltungsarbeiten keine ausgesprochene Fachkraft einstellt.“

Am 28. Juni 1965 wurde Hermann Kortland, Bürgermeister von Basum-Sussum, zum Samtgemeindebürgermeister gewählt. Theodor Stottmann aus Döthen wurde Stellvertreter. Schon drei Wochen vorher hatte Gemeindesekretär Keuter dem Kreis Bersenbrück stolz mitgeteilt, dass die Samtgemeinde unter der Rufnummer „Ankum 482“ an das Telefonnetz angeschlossen sei. Im „Amtlichen Kreisblatt für den Kreis Bersenbrück“ vom 18. Juni wurde bekannt gegeben, dass die Hauptsatzung der Samtgemeinde Eggermühlen am 1. Juli 1965 in Kraft trete. Besiegelt hatten sie als Vertreter der Ratsvorsitzenden und Gemeindedirektoren der Bauerschaften Kortland, Dieker, Ahrens und Stottmann.

Untergebracht war die Verwaltung der Samtgemeinde neben einem Postamt in der „Alten Rentei“, heute Eggermühlens Kinderkrippe. Später zog das Büro um in das Obergeschoss der Lehrerwohnung an der Badberger Allee. Als die katholische die Kirchengemeinde 1982 am Jugendheim anbaute, beteiligte sich die politische Gemeinde und verlegte am 19. Juni 1983 das Gemeindebüro in den Anbau. 1993 entstand schließlich dsa Rathaus am Von-Boeselager-Platz.

Am 22. Januar 1971 wurde der Samtgemeinde Bersenbrück schriftlich mitgeteilt, dass Wilhelm Schulte nach dem Tod von Hermann Kortland zum neuen Samtgemeindebürgermeister gewählt wurde. Heinz Specker wird als neuer Bürgermeister von Basum-Sussum genannt. Die Bauerschaften blieben ja als selbstständige Einheiten im Samtgemeindeverband erhalten. Im Zuge der Gebietsreform wurde Eggermühlen im Jahre 1972 in die Samtgemeinde Bersenbrück eingegliedert. Die Samtgemeinde Eggermühlen, die Bauerschaften wandelten sich zu Ortsteilen einer Einheitsgemeinde.

Unter Heinz Specker Heinz Specker als Bürgermeister wuchs Eggermühlen kräftig und schuf sich mit viel Improvisation und Eigenarbeit seiner Bürger Infrastruktur wie etwa das Sportzentrum. Nach 24 Jahren schied Specker 2006 als einer der dienstältesten Bürgermeister in der Samtgemeinde Bersenbrück aus dem Amt.

Ihm folgte Markus Frerker, in dessen Amtszeit unter anderem eine umfangreiche Straßensanierung des Ortskerns und der Bau des Kinderzentrums auf dem Renteigelände fällt.


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