Rad-Aktiv: Aktionstag gelungen Eggermühlener müssen auf Ballonfahrt noch warten


Eggermühlen. Eine buntere Mischung aller Altersgruppen hätte es kaum sein können: Mehr als 100 aktive Teilnehmer zwischen fünf und 75 Jahren hatten sich am Sonntag trotz widriger Witterungsverhältnisse auf ihre Fahrradsättel geschwungen, um bei „Rad-Aktiv im Eggertal“ dabei zu sein.

Ihre Solidarität mit den Radlern bewiesen weitere 250 Teilnehmer, die sich nachmittags, allerdings ohne Drahtesel, bei der Schützenhalle in Döthen eingefunden hatten. Angesicht der Wetterlage eine hervorragende Resonanz und ein erlebnisreicher Tag unter Gleichgesinnten. Dieses Resümee zogen Gemeinde, Sportverein und Heimatverein, die zu dem Aktionstag eingeladen hatten.

Erich Everding, Besitzer der Windmühle in Klein Mimmelage, zollte den regenfesten Teilnehmern Respekt, als diese sich von dem Mühlenexperten die Funktion einer Windmühle erklären ließen. Welche Bedeutung die Flügelstellung bei einer Windmühle habe, darüber hatten sich die wenigsten Teilnehmer schon einmal Gedanken gemacht.

Störrischer Esel

Mit dem Vorurteil, dass Esel störrisch sind, räumte Eselhof-Besitzer Thomas Heidker auf, der den Drahtesel-Fahrern Interessantes aus dem Eselleben mit auf den Weg gab.

Sehr lebendig erläuterte Werner Hollermann vom Heimatverein Bippen den Teilnehmern der „Kultstätten-Tour“ die Geschichte der St.-Georgs-Kirche und spickte seine Ausführungen mit manch amüsanter Anekdote.

Dass auch eine Reihe von Kindern mit von der Partie war, beeindruckte Uwe Schmidt vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC). Gemeinsam mit Peter Schmitz hatte er die Kids auf ihrer Tour nach Döthen begleitet. Dass man Straßenkreide auch bei feuchtem Wetter einsetzen kann, wissen die jungen Malerinnen und Maler seit ihrer Regentour. Mit einer solchen Veranstaltung unterschiedlichste Altersgruppen zu aktivieren, sei eine ideale Möglichkeit, das Thema Fahrradfahren schon bei Kindern gesellschaftsfähig zu machen, so Ulrich Schmidt. Was Erwachsene vormachten, präge Kinder ganz entscheidend.

Waren sie nun nass vom Schweiß oder von äußeren Umwelteinflüssen? Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von fast 30 Stundenkilometern waren auch die sportlichsten Teilnehmer schlichtweg „durchgefeuchtet“. Kräftig ins Horn stießen die Bläser des Hegerings Nortrup-Kettenkamp, sobald eine Radlertruppe in Sicht kam. „Eines haben wir Jagdhornbläser mit den Radfahrern seit jeher gemeinsam“, so Werner Küthe. „Auch wir frönen unserem Hobby meist in freier Natur.“

Was es heißt, einen Radweg in Eigeninitiative zu bauen und dabei allen behördlichen Auflagen gerecht zu werden, konnten die Teilnehmer auf Stellwänden nachvollziehen. Darauf hatte der Verein „Rad-Aktiv – Bürgerinitiative für Verkehrssicherheit“ Infos über den Radwegabau entlang der L73 parat. Der Reinerlös der Veranstaltung, unter anderem aus dem Verkauf von etlichen gestifteten Kuchen und der Verlosung von Fahrten mit einem Heißluftballon, kommt dem Radwegprojekt zugute.

Ballonfahrt verschoben

Glück bei der Verlosung hatten Beate Schulte, Petra Klune und Bernhard Meyer aus Eggermühlen sowie Willi Loxterkamp aus Kettenkamp. Leni Hafer verhalf den Gewinnern als Glücksgöttin zu den Freifahrten, die das Unternehmen Seelmeyer gestiftet hatte. Wegen der Wetterverhältnisse konnte der geplante Start nicht erfolgen, wird aber kurzfristig nachgeholt. Dank sagten Bürgermeister Markus Frerker und Theo Stottmann vom Verein „Rad-Aktiv“ den vielen ehrenamtlichen Helfern sowie den Sponsoren, die an den Vorbereitungen wie auch an der Durchführung der Veranstaltung maßgeblichen Anteil gehabt hätten.


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