„Darauf haben wir gewartet“ Kommt der Bahnhalt Alfhausen bis 2020/21?

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Ein Bild von historischem Wert: 2005 hielt dieser Zug im Alfhausener Bahnhof. Wenn der Bahnhalt wieder eingerichtet wird, soll die Haltestelle etwas weiter nördlich entstehen. Foto: Christian GeersEin Bild von historischem Wert: 2005 hielt dieser Zug im Alfhausener Bahnhof. Wenn der Bahnhalt wieder eingerichtet wird, soll die Haltestelle etwas weiter nördlich entstehen. Foto: Christian Geers

Alfhausen. Bis 2020/21 soll Alfhausen wieder einen Bahnhalt haben. Bürgermeister Klaus Wübbolding zeigt sich erleichtert. „Darauf haben wir viele Jahre gewartet, dafür haben wir gearbeitet und geackert“, kommentiert er die Mitteilung aus Hannover. Auch Samtgemeindebürgermeister Horst Baier begrüßt die Entscheidung, die aber auch Fragen aufwirft.

„Die politischen Anstrengungen auf allen Ebenen haben dazu beigetragen, dass ein Bahnhalt in Alfhausen mittelfristig möglich ist“, teilt Baier mit. Warum aber nicht sofort? Das „Problem der Integration in den Fahrplan“ dürfe den Ausschlag gegeben haben, vermutet Baier richtig. Dabei habe ein von der Samtgemeinde und der Gemeinde Alfhausen in Auftrag gegebenes Gutachten gezeigt, „dass unter bestimmten Voraussetzungen noch Luft im Fahrplan ist“. Für die Grünen begrüßt die Landtagsabgeordnete Filiz Polat aus Bramsche die gute Nachricht aus Hannover.

Auf seine Initiative zur Reaktivierung geschlossener Bahnhöfe und Strecken hatte das Land Niedersachsen 38 Vorschläge von Kommunen bekommen. Am Montag gab in Hannover Wirtschaftsminister Olaf Lies bekannt, zehn Haltepunkte sollten „sofort“ wieder geöffnet werden, neun, darunter Alfhausen, „mittel- bis langfristig“.

Mittel- bis langfristig bedeute bis spätestens 2020/21, teilen Sprecher der Wirtschaftsministeriums und der Landesnahverkehrgesellschaft (LNVG) auf Anfrage mit. Alfhausen erfülle wichtige Kriterien wie die Nähe zum Ortszentrum und genug Einwohner im Einzugsbereich, die ein hohes Passagieraufkommen erwarten ließen. Jedoch komme eine Studie der Deutschen Bahn Netz AG zum Ergebnis, die etwa zwei Minuten Aufenthalt eines Zuges in Alfhausen führten zu erheblichen Problemen in den Endbahnhöfen und Knotenpunkten Osnabrück und Oldenburg. Die Fahrpläne müssten aufwendig umgebaut werden, Reisenden gingen durch den Verzug viele Anschlüsse verloren. „Der Anschlusspunkt Alfhausen wäre zu teuer erkauft“, sagt LNVG-Pressesprecher Rainer Peters.

Das beurteilt das Büro Railistics wesentlich optimistischer, das die Frage im Auftrag von Samtgemeinde Bersenbrück und Gemeinde Alfhausen untersuchte, und zwar mit Software, die auch die Deutsche Bahn nutzt. Ergebnis: Selbst im Stundentakt ginge nur ein Fünftel aller Verbindungen verloren.

LNVG und Wirtschaftsministerium halten dagegen, das Railistics-Gutachten berücksichtige zu wenig, dass die Strecke Osnabrück–Oldenburg nur eingleisig ausgebaut sei, es gebe zu wenig Begegnungspunkte, an denen Züge einander passieren könnten. Sie wollen das Problem angehen. In Kürze sollen Gespräche mit der Gesellschaft Planos aufgenommen werden, die für den Landkreis Osnabrück an einem „Bahnkonzept Osnabrück 2025“ arbeite.

Dieses Konzept steckt in den Kinderschuhen. Konkretes zu Alfhausen gebe es noch nicht, sagt Landkreissprecher Burkhard Riepenhoff.


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