Ordnungsamt kontrollierte Ankum: Mehr als 1000 Maigänger unterwegs

Von Bjoern Thienenkamp

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Ankum. Mehr als 1000 junge Leute versammelten sich am Freitagmittag am Autohaus Berling in Ankum, um sich auf die Strecke Richtung Kettenkamp zu begeben. Viele begrüßte Bersenbrücks Polizeichef Oliver Voges persönlich und gab Hinweise zum Ablauf. „Diesen Bereich wollen wir freihalten, weil hier Fahrzeuge fahren“, erklärte er beispielsweise. Und dann ging die Party los.

Omis „Cheerleader“ wummert aus meterhohen Lautsprechern. Schon beachtlich, was die Gruppen Jugendlicher da auf Räder gebaut haben. Vom Bollerwagen bis hin zu Gefährten mit Pkw-Ausmaßen reichen die Konstruktionen, mal mit Musikanlage, mal mit Kühlschrank, mal mit Hupe. Bei zehn Grad fliegen Konfetti durch die Luft. „Es ist trocken“, freut sich Marcel Oswald.

Mit der Farbe rosa fällt die „Einhorn-Partei“ auf, neun Mädels aus Badbergen, Cloppenburg, Eggermühlen, Kettenkamp und Menslage. Die beiden zugehörigen Jungs sind gerade nicht da. Zwei Rohre sind mit 50 Cheeseburgern gefüllt, die unten herausgezogen werden können und angeblich auch kalt schmecken. Obenauf wacht Wackeldackel Anneliese und Fahne Frieda hängt herunter. Eine Styroporumhüllung und zerhacktes Eis kühlen Jägermeister und Bier.

„Der Maigang ist wichtiger als Weihnachten. Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Mal“, sagt Mathias Roche. Zwischen drei und acht Mal sind er und seine acht Freunde aus Osnabrück, Renslage und Quakenbrück schon bei der etwas anderen Maiwanderung gestartet. „Wir haben Salat dabei, und Früchte, nachher gibt es Blaubeeren“, freuen sich die Mädels. Drei Stunden dauern die 500 Meter zum Ortsausgangsschild angeblich. Und dann noch acht bis neun Stunden für die weiteren fünf Kilometer.

„Die Masse geht nur auf die Kuppe“, erklärt Oliver Voges. „Warum auch nach Kettenkamp? Da ist ja kein Maitanz mehr“, so der Kriminalrat. Kurzum: Die Teilnehmer bleiben wortwörtlich auf der Strecke. Dort toben sich einige Teilnehmer richtig aus, und reißen auch schon mal Leitpfosten aus, die dann anschließend von der Straßenmeisterei Bersenbrück wieder aufgestellt werden, wie Martin Kröger und Marcel Büschel erklären.

Andreas Schulte und seine vier Mitarbeiter vom Ordnungsamt der Samtgemeinde sind ebenfalls im Einsatz. Sie führen Taschenkontrollen durch, um das Glasflaschenverbot durchzusetzen.

„Wir haben einen reinen Unterstützungsauftrag“, erklärt unterdessen Diensthundeführer Martin Hermann, der mit einem Kollegen und den Schäferhunden Max und Uschi einen Blick auf das Geschehen hat.

Als die Menschentraube zu groß wird und es weder vorwärts noch rückwärts geht, hat Polizist Manfred Harbecke die zündende Idee: Für die rund 30 Leute aus Ankum, Bersenbrück und Thiene, die als „Notaufnahme“ in weiß gekleidet auftreten, fordert er mittels Megafon eine Rettungsgasse. Und so kommt die Karawane ins Rollen – Richtung Kettenkamp. Wenigstens ein Stück.


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