Jürgen Bornhorst hört auf Abschied vom Kreisreiterverband Bersenbrück

Von Siegfried Wistuba

Pferdezüchter Jürgen Bornhorst mit seiner momentanen Lieblingsstute „Sommermärchen“ von Stoiber – Sir Donnerhall.Foto: Siegfried WistubaPferdezüchter Jürgen Bornhorst mit seiner momentanen Lieblingsstute „Sommermärchen“ von Stoiber – Sir Donnerhall.Foto: Siegfried Wistuba

Ankum/Berge. Nicht nur in Ankum, sondern auch weit darüber hinaus ist Jürgen Bornhorst vielen bekannt. Zunächst als praktizierender Tierarzt und später als Zahnarzt in einer Ankumer Praxis. Hinzu kommen seine Aktivitäten als Züchter edler Pferde und sein Engagement als Vorsitzender des Reiterverbandes Bersenbrück und in verschiedenen Gremien des Pferdesports. Im Interview stellte sich der gebürtige Dalveraner den Fragen der Redaktion.

Es ist schon etwas ungewöhnlich, den Beruf als Veterinär und Zahnmediziner ausgeübt zu haben. Wie sind Sie auf eine solche Idee gekommen, und warum haben Sie sich nach Ihrer Hilfe für Tiere der Zahnmedizin zugewandt?

Eigentlich wollte ich nach der Familientradition bei Pferden bleiben und Bereiter werden. Meine Mutter Else meinte aber, dass dies doch kein Beruf für mich sei und ich dabei auf dem „Hotterwagen“ landen würde. Nach dem Abitur 1973 tendierte ich jedoch sehr zur Zahnmedizin. Allerdings waren die Bedingungen durch den Numerus clausus leider nicht so einfach.

Um die Wartezeit zu überbrücken, begann ich schließlich das Tiermedizinstudium, das ich auch beendete, und wurde in diesem Beruf tätig. Insgeheim hing ich aber immer noch an meinem ursprünglichen Berufswunsch. Erst im Alter von 30 Jahren bekam ich dann endlich den ersehnten Studienplatz, hing den Tierarzt an den Nagel und realisierte mein eigentliches Berufsziel auch nach dem Studium noch viele Jahre.

Insbesondere haben Sie sich eigentlich auch der Pferdezucht gewidmet. War das eine Ergänzung zu Ihrer ersten beruflichen Tätigkeit oder sind Sie später dazugekommen?

In meinem Elternhaus in Dalvers spielten Pferde schon immer eine Rolle. Mein Vater, unter Spezialisten bekannt als „Onkel Rudi“, und sogar mein Opa waren Pferdehändler und beschäftigten sich natürlich auch mit der Zucht. So kam ich schon sehr früh mit dieser Spezies in Berührung. Als mein Vater 1992 starb, stand der Pferdestall leer, aber schon ein Jahr später kaufte ich meine erste Weltmeyer-Stute und folgte damit der Familientradition als Hobby.

Um bei der Pferdezucht zu bleiben; für viele Züchter ist die Zucht, besonders in den letzten Jahren, ein Wechselbad der Gefühle gewesen, und diese Situation hält eigentlich immer noch an. Mit welchem Konzept versuchen Sie, sich auf dem nicht einfachen Markt durchzusetzen?

Grundlage für eine erfolgreiche Zucht ist eine qualitativ sehr gute Stute. Man kann den besten Hengst nehmen, aber ohne diese Basis kommt man nicht zum Ziel. Gute Hengste gibt es genug. Ganz ohne Züchterglück geht es allerdings auch bei optimalen Anpaarungen nicht.

Ihre berufliche Basis als Tierarzt zusammen mit Ihrem Züchterhobby und als Kontaktmensch haben Sie für Vereine und Verbände bestens qualifiziert, Ämter zu übernehmen. In welchen Gremien waren oder sind Sie aktiv?

An erster Stelle möchte ich dazu den Reiterverband Bersenbrück nennen. Den Vorsitz habe ich dort 2007 übernommen. Im Pferdezuchtverein für das Artland bin ich als Beiratsmitglied tätig. Für die Westfalenzüchter in Niedersachsen war ich als stellvertretender Delegierter aktiv. Außerdem bin ich in verschiedenen Pferdesportvereinen Mitglied oder Mitglied gewesen. Unter anderem im ZRFV Berge, dem RFV Nortrup, dem RFV in Ankum und in Eggermühlen.

Beleuchten wir Ihre Tätigkeit für den Reiterverband Bersenbrück noch etwas intensiver, dem Sie seit 2007 vorstehen. Was hat Ihnen dabei besondere Freude gemacht?

Ein Schwerpunkt meiner Tätigkeit war immer die Förderung der Jugend und deren Begeisterung für den Pferdesport, in welcher Disziplin auch immer, denn Kinder und Pferde sind nun einmal unsere Zukunft.

Nächste Woche steht wieder die Mitgliederversammlung des Reiterverbandes an. Wie man aus gut unterrichteten Kreisen hört, wollen Sie sich nicht mehr zur Wiederwahl stellen. Was sind Ihre Gründe, diese interessante Tätigkeit, die Sie eng mit der Basis des Pferdesports verbindet, aufzugeben?

Ich habe vor einigen Tagen meinen 60. Geburtstag gefeiert. Bei diesem Alter kommen mir Gedanken, auch einmal einen Platz zu räumen, jüngeren Verantwortungsträgern Platz zu machen und deren Entwicklung nicht zu blockieren. Außerdem kommt hinzu, dass ich aufgrund meines Alters den Kontakt zu vielen Aktiven und deren Eltern langsam verliere. Wenn ich zu Veranstaltungen von Mitgliedsvereinen komme, kenne ich in zunehmendem Maße immer weniger der nachrückenden Mitglieder. Das ist für mich ein Signal, dem ich folgen möchte. Indirekt bleibe ich natürlich durch meine Pferdezucht den mich begeisternden Vierbeinern verbunden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN