Lob für Eigeninitiative BBS Bersenbrück saniert Toilettenanlagen selbst

Von Wilhelm Brüggemann

Alles neu: Der Erste Kreisrat Stefan Muhle (Dritter von rechts) inspiziert die erste neue Toilettenanlage der BBS. Mit dabei (von links): die Pädagogen Christian Sperber, Marion Zuther, Helena Tibelius, Fachlehrer André Tubbesing, Schulleiter Thomas Kohne und Ralf Wilke vom Landkreis. Foto: BBSAlles neu: Der Erste Kreisrat Stefan Muhle (Dritter von rechts) inspiziert die erste neue Toilettenanlage der BBS. Mit dabei (von links): die Pädagogen Christian Sperber, Marion Zuther, Helena Tibelius, Fachlehrer André Tubbesing, Schulleiter Thomas Kohne und Ralf Wilke vom Landkreis. Foto: BBS

Bersenbrück. Die Axt im Haus erspart den Zimmermann. Diese alte Weisheit Friedrich Schillers haben die Berufsbildenden Schulen in Bersenbrück schon häufig umgesetzt, wenn es um schulische Bauvorhaben ging. Die Renovierung der Schultoiletten macht da keine Ausnahme. Vielmehr entwickelte sich das Anliegen zu einem „pädagogischen Großprojekt“, zu dem auch der Landkreis Osnabrück als Schulträger grünes Licht gab.

Doch der Reihe nach: Die BBS-Schülerumfragen der vergangenen Jahre brachten es an den Tag. Der Zustand einiger Toiletten war nicht mehr gut. Aus diesem Grund nahmen sich zwei Schulklassen mit ihren Fachlehrern des Problems an. Beide verzahnten damit Theorie und Praxis in ihren jeweiligen Ausbildungsgängen. So überarbeitete die Fachoberschule Gesundheit in Kooperation mit dem niedersächsischen Landesgesundheitsamt und in enger Absprache mit dem Hausmeister Heiko Borm und Ralf Wilke vom Landkreis den Hygieneplan der Schule. Die Anlagenmechaniker aus dem Bereich Sanitär,- Heizungs- und Klimatechnik des zweiten Lehrjahres hingegen planten – angefangen vom Aufmaß bis zu einer fertigen Skizze inklusive aller Einrichtungsgegenstände - fünf unterschiedliche Toilettenanlagen, von denen die erste jetzt im Rahmen einer dritten „Meilensteinsitzung“ übergeben wurde.

Schulleiter Thomas Kohne wies darauf hin, dass das Projekt in Zeiten von Ressourcenverschwendung auch in einem größeren Zusammenhang zu sehen sei. Darum freue er sich, dass die Referendarin Helena Tibelius eine Unterrichtsreihe zum Thema „Die weltweite Wasser- und Sanitärversorgung – ein durchsetzbares Menschenrecht?“ entwickelt habe. Die stellte sich nun vor. Sie soll in Zukunft von allen politikunterrichtenden Lehrkräften zu Beginn eines jeden Schuljahres unterrichtet werden.

Und auch die beiden maßgeblich am Projekt beteiligten Lehrkräfte Marion Zuther für den Bereich Gesundheit und André Tubbesing für die Anlagenmechaniker zeigten keinerlei Ermüdungserscheinungen. Sie machten deutlich, dass sie das Projekt weiterhin betreuen und nach entsprechenden Auswertungen bei Bedarf Verbesserungsvorschläge für die noch ausstehenden vier neuen Anlagen entwickeln werden.

Der Erste Kreisrat Stefan Muhle zeigte sich beeindruckt von den Aktivitäten. „Die BBS Bersenbrück nimmt mit diesem Projekt eine Vorreiterrolle ein, denn die gesammelten Erfahrungen können auf andere Schulen übertragen werden“, erklärte er. Der Erste Kreisrat bedankte sich darum bei allen vom Projekt „Infizierten“ und versprach: „Wir sagen unsere weitere Unterstützung zu.“