Erste Hinweise vor drei Jahren Biber tappte in Rieste in die Fotofalle

Man könnte glauben, es handle sich um ein Stofftier, doch Filmaufnahmen belegen: Das Tier bewegt sich. Foto: Biologische StationMan könnte glauben, es handle sich um ein Stofftier, doch Filmaufnahmen belegen: Das Tier bewegt sich. Foto: Biologische Station

Alfhausen/Rieste. Etwa 150 Jahre nach seiner Ausrottung in Niedersachsen gibt es wieder ein Bibervorkommen an der Hase im Landkreis Osnabrück. Bereits vor gut drei Jahren gab es erste Hinweise, doch oft zeigen sich frische Fraßspuren an Bäumen nur während einer kurzen Zeit, was auf ein Jungtier hinweist, das sich – wie meist üblich – im dritten Lebensjahr von der Familie trennt und einen geeigneten Lebensraum für ein eigenes Revier sucht.

Bisher hatte allerdings niemand den Biber selbst in der Region gesehen, und so blieben Zweifel einer Ansiedlung. Doch Ende des vergangenen Jahres wurde Jürgen Christiansen, Leiter der Biologischen Station Haseniederung in Alfhausen, wieder von naturverbundenen Bürgern aus Rieste auf ein sehr aktives Vorkommen aufmerksam gemacht. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich um einen Nachkommen aus den Beständen der Biber handelt, die 1990 in einem Projekt der Universität Osnabrück unweit der Hasemündung wieder angesiedelt wurden. Meldungen an die Forschergruppe Emslandbiber zeigen, dass von der Mündung aus Biberreviere flussaufwärts an der Hase 2011 in Löningen und 2012 in Essen festgestellt wurden.

Die Freude über die neue Meldung war natürlich groß, und Stefan Ramme nahm den Bereich sofort nach der Meldung in Augenschein. Jürgen Christiansen hatte dem Tier schon eine ganze Weile mit der Fotofalle nachgestellt, aber nur Bisam und Nutria zeigten sich auf den Bildern. Eine stark benagte Kopfweide sollte den größten Nager Deutschlands entlarven. In der Folge gelangen noch weitere Aufnahmen des überwiegend nachtaktiven Tieres.

Spannend bleibt allerdings die Frage, ob der Biber sich an der mittleren Hase halten kann. Als ehemalige Leitart strukturreicher Fließgewässerauen wird er heute gerne als Leitart integrativer Naturraumentwicklung oder Biotopvernetzung gesehen. Vor dem Hintergrund seiner Ausrottung und der jahrzehntelangen Vernichtung seiner Lebensräume, aber auch der heutigen Naturschutzbemühungen durch Naturschutzverbände, des Vereins zur Revitalisierung der Haseauen und der EU-Wasserrahmenrichtlinie habe der Biber es allemal verdient, so Christiansen.