Wettbewerb „Jugend debattiert“ Rededuelle an der August-Benninghaus-Schule in Ankum

Von Sigrid Schüler-Juckenack


Ankum. Man hätte meinen können, zu Gast bei einer guten Talkshow im Fernsehen zu sein: Ein strittiges und brisantes Thema, zwei gegnerische Parteien, die jeweils das Für und Wider glaubwürdig vertreten in einer Art, die dem Zuhörer hilft, sich eine Meinung zu bilden. In der Aula der August-Benninghaus-Schule in Ankum traten 20 Schüler zum Regionalwettbewerb „Jugend debattiert“ an. Ziel der Jury war, die besten zu ermitteln, die dann im März am Landesentscheid in Hannover teilnehmen werden.

Fünf Schulen waren im Verbund zum Wettbewerb angetreten: das Gymnasium Bersenbrück, die August-Benninghaus-Schule Ankum, das Greselius-Gymnasium Bramsche, die Ludgerus-Schule in Vechta und das evangelische Gymnasium Nordhorn.

Die Schüler bekamen etwa zehn Tage vor dem Wettbewerb drei Themen, auf die sie sich vorbereiten mussten. Beim Wettbewerb am Mittwoch entschied dann das Los, welches Thema die Schüler debattieren und vor allem, ob sie für die Seite der Befürworter oder der Gegner argumentieren sollten. „Im Grunde mussten sich die Schüler damit auf sechs verschiedene Argumentationen vorbereiten“, erklärte dazu Birgit Bergmann, Lehrerin an der August-Benninghaus-Schule und Koordinatorin des Projekts.

In Gruppen zu viert traten die Schüler gegeneinander an, je zwei für Pro und zwei für Contra. So wurde in der finalen Runde der Sekundarstufe II, in die es ausschließlich Bramscher Schüler geschafft hatten, die Frage erörtert, ob in Deutschland bundesweit eine Impfpflicht gegen Masern eingeführt werden soll.

Nach der Eröffnungsrunde, in der jeder Teilnehmer die Frage aus seiner Sicht beantwortete, ging es in die Phase zwei: die freie Aussprache. Im Wechsel brachte jeder seine Argumente, griff die des Gegners auf und versuchte, sie zu entkräften. In der Schlussrunde hatten die Teilnehmer Gelegenheit, jeder für sich das Wesentliche des Themas zusammenzufassen und die eigene Meinung kurz auf den Punkt zu bringen.

Abschließend bekamen die Schüler von der Jury eine Beurteilung: als Erstes ein Resümee dessen, was gut lief, und dann der Hinweis auf das, was man besser machen könnte. Bewertet wurden dabei die Sachkenntnis, das Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft. Wichtig für die Beurteilung war auch, was jeder zur Debatte beitragen konnte. Gab es einen neuen Aspekt, der aufgegriffen wurde? Bekam die Debatte dadurch vielleicht eine Wende? War das Schlusswort prägnant?

Natürlich freuten sich die Schüler sichtlich über ein Lob, aber kritische Anmerkungen der Jury nahmen sie ebenfalls gerne auf. „Man muss so einen Wettbewerb natürlich mögen, aber das ist eine gute Vorbereitung, um freies Sprechen zu lernen“, resümierte Martin Fritz, der schon zum dritten Mal dabei war. Er sieht den Wettbewerb auch als eine gute Vorbereitung für Vorstellungsgespräche. Und für Torben Tschiedel ist es ein tolles Gefühl, wenn die Leute zuhören, auch wenn er dabei etwas Lampenfieber hat.

Bei den Teilnehmern aus der Sekundarstufe II konnte der Bramscher Gymnasiast Torben Tschiedel die Jury mit seiner Debattierkunst schließlich überzeugen. Er errang Platz eins, vor Arne Wirkus auf Platz zwei und Domenic Lübker sowie Martin Fritz auf Platz drei und vier. Der beste Debattierer aus der Sekundarstufe I war Johann Heckmann von der August-Benninghaus-Schule Ankum, gefolgt von Judith Heidebrinck vom Greselius-Gymnasium, Klara Keuthen vom Gymnasium Bersenbrück und Sharleen Miebach, ebenfalls Greselius-Gymnasium.

Die beiden Besten aus dem Finale haben haben natürlich auch etwas gewonnen. Sie dürfen mit den Gewinnern aus anderen Regionen ein dreitägiges Seminar besuchen, auf dem sie von professionellen Trainern in der Kunst des Debattierens geschult werden.


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