Nach Gutachten nun Konzept Gütertransporte per Eisenbahn nach Ankum?

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Ankum/ Bersenbrück. Ein Gutachten belegt hohes Interesse in Ankum an der Beförderung von Gütern mit der Eisenbahn. Die Gesellschafterversammlung der Ankum-Bersenbrücker Eisenbahn will nun einer Pressemitteilung zufolge ein Betriebskonzept erstellen lassen. Um den Güterverkehr in Schwung zu bringen, braucht es aber auch öffentliche Fördermittel und ein Partnerunternehmen, so Horst Baier, Bürgermeister der Samtgemeinde Bersenbrück. Die Samtgemeinde und die Kommunen Ankum, Bersenbrück, Fürstenau und Quakenbrück halten Anteile an der GmbH.

Die Ankum-Bersenbrücker Eisenbahn GmbH (ABE) unterhält eine Schienenstrecke von Bersenbrück nach Ankum, die in den letzten Jahren nicht mehr für Gütertransporte genutzt wurde. Im Zusammenhang mit Straßenbaumaßnahmen müssen bei der Querung der Eisenbahnstrecke teure zusätzliche Baumaßnahmen erfolgen, die immer wieder zu Diskussionen über die Sinnhaftigkeit geführt haben.

Auf Initiative von Samtgemeindebürgermeister Horst Baier wurde daraufhin ein Gutachten durch die ABE in Auftrag gegeben, um mögliche Potenziale für eine Wiederbelebung des Güterverkehrs zu ermitteln. Der Gutachter Joachim Koch von der Firma Railistics aus Wiesbaden hat in der Gesellschafterversammlung die Ergebnisse von Gesprächen mit hiesigen Unternehmen dargestellt.

Insgesamt wurde mit 17 Unternehmen über das Interesse an einem Güterverkehr über die Schiene gesprochen. Die Gespräche erfolgten zusammen mit dem Wirtschaftsförderer der Samtgemeinde Bersenbrück, Ewald Beelmann, der gleichzeitig Geschäftsführer der ABE ist.

Das Ergebnis ist sehr gut ausgefallen, etwa 90 Prozent der Unternehmen können sich die Abwicklung ihres Güterverkehrs über die Schiene vorstellen, wenn ein attraktives Angebot vorliegt.

Die größten Potenziale liegen bei Schüttgütern wie Sand, Kies oder Biomasse sowie Holzprodukten. Bei der Erfassung der möglichen Mengen gibt es ein Potenzial von etwa 550 Tonnen pro Tag und damit eine ausreichende Basis für die Auslastung von Güterzügen. Sechs Unternehmen haben sogar schon eine schriftliche Absichtserklärung unterschrieben, bei einem wirtschaftlichen Angebot die Schiene zu nutzen.

Der Bürgermeister der Gemeinde Ankum, Detert Brummer-Bange, hebt die Bedeutung eines Bahnanschlusses für den Wirtschaftsstandort Ankum hervor. „Die hohen Transportmengen und Potenziale insbesondere bei Ankumer Unternehmen haben mich positiv überrascht“, so Brummer-Bange .

Die Gesellschafter haben sich dafür ausgesprochen, nun den nächsten Schritt zu gehen und ein Betriebskonzept zu entwickeln. Durch das Gutachten ist aber auch ein Investitionsbedarf deutlich geworden, da die Möglichkeiten für den Güterumschlag am Ankumer Bahnhof nicht optimal sind. „Bevor Investitionsmittel in die Hand genommen werden, muss eine Wirtschaftlichkeitsrechnung durchgeführt werden“, führte Baier aus. In Gesprächen mit dem Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr ist dann zu klären, ob es Fördermittel für die ABE geben könnte. Die Landesregierung unterstützt aus ökologischen Gründen den Ausbau von Strecken für den Güterverkehr. Ohne Fördermittel lässt sich nach Einschätzung von Baier eine Reaktivierung der Bahnstrecke nicht realisieren. Die ABE müsste nach Schaffung der nötigen Infrastruktur einen Logistikpartner finden, der die Abwicklung des Güterverkehrs übernimmt. Geschäftsführer Ewald Beelmann kann sich auch noch weitere Unternehmen vorstellen, für die ein Güterverkehr auf der Schiene interessant sein könnte.


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