Langer Weg zurück ins Leben Ankum: Elise van Raamsdonk und die Delfintherapie

Auch die beste Delfintherapie ist nur ein Anfang: Elise van Raamsdonk in Curaçao.

            

              Foto: van RaamsdonkAuch die beste Delfintherapie ist nur ein Anfang: Elise van Raamsdonk in Curaçao. Foto: van Raamsdonk

ms Ankum. Elise van Raamsdonk? Da war doch mal was. 2008 starteten Vereine und Privatleute eine Spendenaktion für eine Delfintherapie für das schwerstbehinderte Mädchen. Danach wurde es still um die 16-Jährige aus Berge, die heute mit ihrer Mutter in Ankum lebt. Jacqueline van Raamsdonk kämpft weiter einen zähen Kampf um kleine gesundheitliche Fortschritte ihrer Tochter.

Spendenaufrufe für Defintherapien gibt es mittlerweile etliche. Wer spendet, lässt sich gern auch hinterher berichten, was dank seiner Gabe erreicht wurde. Also gibt es auch viele Geschichten darüber, wie die sensiblen Meeressäuger Kontakt aufnehmen mit denen, die für ihre Mitmenschen kaum erreichbar sind. Wie die Tümmler mit sanften Berührungen im warmen Meereswasser das Wohlbefinden ihrer Schützlinge verbessern, ihre Gemütslage, ihre Bewegungsfähigkeit und ihre Kommunikation.

Damit setzt sich leicht der Eindruck fest, mit einer einzigen Delfintherapie sei es getan. „Es ist aber nicht so, dass die ins Wasser gehen, und es geschehen Wunder,“ sagt Jacqueline van Raamsdonk. „Die eigentliche Arbeit fängt zu Hause an, im Alltag.“

Ein eher unscheinbarer Reitunfall im Sommer 2007 machte ihre Tochter zur Tetraspastikerin. Ihr Gehirn wurde so stark geschädigt, dass sie ihre Muskeln nicht mehr steuern kann. Selbst Schlucken muss sie mühsam von Neuem lernen. Mittlerweile hat Tochter Elise etwa 40 Prozent ihrer Spastik überwinden können, berichtet ihre Mutter.

Jedes ihrer Worte ist ein Vortasten auf dem schmalen Grat zwischen nüchterner Offenheit im Umgang mit dem, was auch ihr Leben radikal änderte. Und jenen tiefen Gefühlen, die Menschen sprachlos machen.

Jacqueline van Raamsdonk spricht für ihre Tochter, die nicht für sich selbst sprechen kann. Sie sammelt gerade Geld für die siebte Delfintherapie, die wieder 12000 Euro kosten wird, die Kosten für Begleitpersonal nicht mitgerechnet. Es soll erneut ins Curaçao Dolphin Therapy and Research Centre gehen (Curaçao Delfintherapie- und Forschungszentrum).

Curaçao? Das klingt nach Urlaub in der Karibik. Van Raamsdonk räumt ein, dass andere Therapiezentren günstiger und leichter erreichbar sind. Doch für Curaçao sprechen gute Gründe. nicht nur die Therapiefortschritte ihrer Tochter. Sondern auch die Art und Weise, wie Angehörige begleitet und beraten werden, nicht zuletzt über das, was nach der Therapie geschehen sollte.

Und: eine tiergerechte Haltung der Delfine, deren Becken mit frischem Meerwasser gespeist werden und die per Sonar Kontakt halten zu frei lebenden Artgenossen draußen im Meer vor der Insel. Das ist in der noch jungen Branche keineswegs selbstverständlich. Die Mutter sieht sich in ihrer Auffassung bestätigt durch die Hilfsorganisation Dolphin Aid mit Sitz in Düsseldorf, die viele Betroffene und ihre Angehörigen unterstützt, und mit der auch van Raamsdonk zusammenarbeitet.

Clemens Seelmeyer und Günther Kosmann sind beeindruckt. Ihr Ankumer Verein „Kindgerecht“ werde helfen und Lücken stopfen, so gut er könne, versprechen die beiden. Zwei Männer, ein Wort. Der Anfang ist gemacht.


Spendenkonto: Dolphin Aid e.V., Stadtsparkasse Düsseldorf, BLZ 30050110, Konto 20002424. Verwendungszweck: Elise van Raamsdonk.

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